Komisch, du siehst gar nicht wie ein Bibi-Anhänger aus!

Screenshot aus dem Wahlkampfvideo der Likud-Partei, das am Vorabend von Schawuot, dem 21. Mai 2026, veröffentlicht wurde.© jns.org
Ein Likud-Video zum Schawuot-Fest zeigt, was die israelische Linke am meisten fürchtet: dass konservative Juden — religiöse und säkulare, aschkenasische und mizrachische, alte und junge — gemeinsam feiern und gemeinsam wählen. Das Video entlarvt die tiefe Intoleranz jener linken und woken israelischen Eliten, die glauben, das Monopol auf jüdische Identität und politische Korrektheit zu besitzen. Wer für Netanjahu ist, darf offenbar nicht anders aussehen, als ein Netanjahu-Wähler nach deren Ansicht auszusehen hat — zumindest nicht nach den Vorstellungen einer selbsternannten pseudo-progressiven Avantgarde, die für sich exklusiv beansprucht, das richtige Judentum zu definieren. Gerade die hysterische Empörung über den Clip zeigt, wie treffend die Pointe sitzt: Für die selbsternannten Verteidiger der Demokratie ist der rechte Wähler offenbar nur so lange Teil des Volkes, wie er schweigt. (JR)
Die israelische Likud-Partei startete ihre Kampagne am Vorabend des Schawuot-Feiertags mit einem Videoclip, den nur humorlose Zuschauer nicht lustig finden würden. Es überrascht daher nicht, dass das Lager „Jeder außer Bibi“ darauf mit gerechter Empörung reagierte, anstatt zu lachen.
Dennoch verbreitete sich der Kurzfilm umgehend viral auf allen Social-Media-Plattformen und wird weiterhin geteilt, sogar von prominenten Nicht-Hebräischsprechenden wie Elon Musk und Senator Ted Cruz (R-Texas), die sich eindeutig mit der Botschaft identifizieren.
Für alle, die ihn noch nicht gesehen haben, hier eine Zusammenfassung.
Die Szene spielt an einem Esstisch, an dem eine vierköpfige Familie – Vater, Mutter, Bruder und Schwester – versammelt ist, um das jüdische Fest zu begehen. Die Mutter eröffnet das Gespräch.
„Es hat sich herausgestellt, dass Shabis Sohn Channel 14 schaut“, sagt sie und bezieht sich dabei auf den rechtsgerichteten Fernsehsender, der die gegen die Meinungsfreiheit eingestellte Linke so sehr in den Wahnsinn treibt, dass sie schwört, ihn zu schließen.
„Widerlich“, antwortet ihr Mann und verzieht das Gesicht.
Währenddessen tippt die Tochter auf ihrem Handy herum. Um die Aufmerksamkeit aller zu erregen, klirrt der Sohn mit einem Löffel an seinem Weinglas.
„Mama, Papa, ich möchte euch etwas sagen“, sagt er.
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