Gedenktage als Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart: Yom HaShoah , Yom HaSikaron und Yom Hatzmaut

© JOHN WESSELS/AFP

Am 13. April begeht Israel Yom HaShoah, den Tag des Gedenkens an die sechs Millionen von den Nationalsozialisten ermordeten Juden. Punkt 10 Uhr heulen landesweit die Sirenen, das Leben steht für zwei Minuten still.Diese Tage folgen in Israel einer einzigartigen inneren Dramaturgie: Auf die Trauer von Yom HaShoah folgt mit Yom HaZikaron das Gedenken an die gefallenen Soldaten und Opfer des Terrors. Unmittelbar darauf beginnt Yom HaAtzmaut – der Unabhängigkeitstag. Auf Trauer und Erinnerung folgt Freude. Doch diese Freude ist keine unbeschwerte. Gerade in diesem Jahr stehen die Gedenktage im Schatten eines erneuten Kampfes um Israels Existenz gegen den eliminatorischen Judenhass seiner Feinde. Der Preis für Freiheit und Selbstbestimmung ist nicht Vergangenheit, sondern Gegenwart. Yom HaAtzmaut, der in diesem Jahr vom 21. bis 22. April begangen wird, bleibt untrennbar mit Yom HaZikaron verbunden. Die Freude über den jüdischen Staat erwächst aus Trauer, Erinnerung – und dem fortwährenden Willen, ihn zu verteidigen. (JR)

Von Simone Schermann

Jüdische Feiertage beginnen mit dem Sonnenuntergang, gehen tags darauf weiter, somit gleitet das eine in das andere über, Freude und Leid werden somit eins. Denn vom 19. auf den 20. April 2026 wird mit Yom haZikaron der gefallenen Soldaten aus allen Kriegen gedacht. Ähnlich wie ein paar Tage zuvor, an Yom haShoa, wird ein Sirenenton landesweit ertönen, der zum Innehalten mahnt.

An dem nationalen Trauer-Tag erinnern sich die Israelis an die Opfer durch Terror und an die gefallenen Soldaten und Soldatinnen. Ob Soldaten oder Terroropfer, es sind immer Söhne und Töchter, Nichten und Neffen, Onkel und Tanten, Enkel und Geschwisterkinder. Familien gehen auf Friedhöfe, israelische Flaggen wehen auf Halbmast, man geht zur Kottel, bittere Tränen werden fließen, denn die Gräber sind seit dem 7. Oktober ja noch frisch, ebenso der Schmerz. Viele israelische Familien werden ihre ermordeten Mütter, Väter, Söhne und Töchter dieses Jahr auf ihren Gräbern besuchen.

 

Ein existenzieller Unabhängigkeitskrieg

Die Wiedergeburt des Staates Israel 1948, die Feier vom 20. auf den 21. April 2026, wird dieses Jahr inmitten eines erneuten, seit Monaten andauernden, existentiellen Unabhängigkeitskrieges stattfinden. Einer, der mit dem Oktoberpogrom 2023 begann und einer, der einen Tag vor Beginn der Passach-Ferien in Israel, in der Nacht auf den 14. April 2024, in einem mehrgleisigen und direkten Angriff des Irans auf Israel kulminierte. Der diesjährige Yom HaAtzmaut wird etwa zwei Monate nach dem Beginn des aktuellen Iran-Kriegs gefeiert werden.

Bei dem Angriffskrieg 2024, erstmals in der Geschichte direkt ausgehend von der Islamischen Republik Iran, feuerte Teheran rund 170 Kamikaze-Dronen, rund 130 ballistische Raketen und mehr als 30 Cruise Missiles in Richtung Israel. Der Umfang der Attacke machte ihn zum massivsten Angriff dieser Art, den jemals ein Land auf ein anderes gestartet hat. Eine Luftabwehr-Allianz, bestehend aus der Royal Air Force, französischen, jordanischen und US- Kampfjets, sämtlichen israelischen Verteidigungssystemen der IDF, inklusive dem Arrow-3-System, David`s Sling, Israels Jericho-Raketen 1-2-3 und dem Abwehrsystem Iron-Beam, sowie Saudi-Arabien, das seinen Luftraum zur Verfügung stellte.

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