Syrien – Der Dschihadist, der sich als Präsident verkleidet

Der syrische „Übergangspräsident“ Ahmad al-Scharaa war Gründer der al-Nusra-Front und Anführer der dschihadistischen HTS-Milizen.© IZETTIN KASIM / ANADOLU / ANADOLU VIA AFP

Ahmad al-Scharaa dürfte alles anderes sein als ein geläuterter Staatsmann, sondern vielmehr ein einschlägiger Dschihadist mit biografischer Kontinuität. Als einstiger Gründer der al-Nusra-Front und Anführer der radikal-islamischen HTS-Milizen hat er den bewaffneten islamischen Terror nicht hinter sich gelassen, sondern lediglich das Erscheinungsbild gewechselt. Der Anzug ersetzt den Kampfanzug, die Rhetorik der Übergangsregierung die offene Gewalt – das Ziel jedoch bleibt Machterhalt ohne Rücksicht auf Minderheiten oder demokratische Prinzipien. Wer diesen Mann heute als Stabilitätsfaktor hofiert, ignoriert bewusst seine dschihadistische Vergangenheit und legt den Grundstein für den nächsten syrischen Exodus. (JR)

Von Marco Gallina

In Syrien bestätigt sich das, wovor viele gewarnt haben: Machthaber Ahmad al-Scharaa hält wenig von Demokratie und Minderheitenschutz. Jetzt geht er gegen die Kurden vor. Die Grünen, die mit Annalena Baerbock den Sturz von Assad begrüßt hatten, gerieren sich nunmehr als Kritiker der zögerlichen Bundesregierung.

Ahmad al-Scharaa kommt nicht nach Deutschland. Dabei war sein Besuch für Mitte Januar von Politik, Medien und Öffentlichkeit mit großem Interesse erwartet worden – denn Syrien ist für Deutschland ein Schlüsselland. Dass es dem Bundeskanzler dabei in erster Linie um Abkommen zur langfristigen Rückführung von syrischen Migranten gehen sollte, war ein offenes Geheimnis. Noch klarer war dagegen, dass al-Scharaa sich dieses Vorgehen vergolden lassen würde.

Offiziell wurde das Treffen abgesagt, weil es zu einer neuen Eskalation in Nordsyrien gekommen war. Das ist euphemistisch ausgedrückt. Bereits seit Jahresende lieferten sich Regierungstruppen und kurdische Milizen der Syrian Democratic Forces (SDF) heftige Gefechte. In Aleppo, so berichtet Christian Solidarity International (CSI), kamen auch Christen zwischen die Fronten. Die Stadt war nach dem Sturz von Baschar al-Assad aufgeteilt worden. Die Kurden dominierten bis dahin zwei Viertel, von dem eines auch von der verbliebenen christlichen Minderheit bewohnt wurde.

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