Empörungswelle in Minneapolis erinnert an die diffamierende Israel-Berichterstattung

Die Empörungswelle startete noch bevor Einzelheiten zu dem Vorfall in Minneapolis bekannt geworden waren.© ROBERTO SCHMIDT / AFP

Was sich nach der tödlichen Schussabgabe eines ICE-Beamten in Minneapolis medial und politisch entfaltete, folgt einem Muster, das aus der Berichterstattung über Israel nur allzu vertraut ist: Ein tragischer Einzelfall wird in kürzester Zeit moralisch aufgeladen, vereinfacht und politisch instrumentalisiert. Wie im israelisch-„palästinensischen“ Konflikt treten Bilder, Emotionen und Vorverurteilungen an die Stelle von Kontext und Ursachenanalyse. Frauen und Kinder fungieren dabei als moralische Verstärker – ihr Leid wird nicht verhindert, sondern gezielt medial verwertet. Die Methoden der Empörungsproduktion in Minneapolis und im Umgang mit Israel sind erschreckend ähnlich. Die Mörder-Bande Hamas hat dieses Prinzip seit Jahren systematisch perfektioniert, um Israel international zu delegitimieren und zu dämonisieren. (JR)

Von Gerd Buurmann

Als ich die Bilder aus Minneapolis sah, jene Videos, in denen eine 37-jährige Frau von einem Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE erschossen wurde, und dann sah, wie schnell, massiv und voller Empörungswut und Zornbegeisterung die Bilder in sozialen Netzwerken und Medien verbreitet wurden, fühlte ich mich an Israel erinnert und daran, wie über dieses kleine Land berichtet wird.

Die Frau, die in Minneapolis erschossen wurde, hieß Renee Nicole Good. Sie war eine Mutter von drei Kindern. Sie war Nachbarin, Partnerin, Teil einer Familie. Sie starb mitten auf einer Straße, und schon wenige Augenblicke nach ihrem Tod kursierten in den sozialen Netzwerken Aufnahmen von diesem Ereignis, voller Empörung aufgenommen und mit der gleichen Inbrunst sofort geteilt. Was mir bei diesen Aufnahmen besonders auffiel, war der Ton in den Kommentarspalten. Dort fand ich eine Welle der Vorverurteilung und eine moralische Gewissheit, die schneller war als Fakten. Ich sah eine emotionale Aufladung, die Empörung vor Aufklärung setzte. In atemberaubender Geschwindigkeit wurde das Ereignis instrumentalisiert, und dabei verschwand das Individuum hinter einem Narrativ.

Dieser Mechanismus der Empörung, der mittlerweile zum Medienalltag gehört, erinnerte mich sofort an den israelisch-„palästinensischen“ Konflikt. Wer sich mit diesem Konflikt befasst, stößt ebenfalls unweigerlich auf diese Realität: Frauen und Kinder werden in diesem Konflikt bewusst hineingezogen. Nicht beiläufig, nicht zufällig, sondern systematisch. Sie werden sowohl als Schutzschilde im militärischen Sinn missbraucht als auch als emotionale Projektionsflächen und damit als Mittel zur Erzeugung von Empörung.

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