Israels neue Seidenstraße: Mit Trump, Modi und den Golfstaaten auf dem Weg zur wirtschaftlichen Vormacht

Benjamin Netanjahu, Narendra Modi und Mohammed Bin Salman wollen gemeinsam an einem Wirtschaftskorridor arbeiten. 
© YAIR SAGI POOL AFP; MONEY SHARMA AFP; NATHAN HOWARD POOL AFP

Während Europa sich in kultureller Selbstverleugnung und suizidaler Migrationspolitik übt, schmiedet Israel gemeinsam mit Indien, Saudi-Arabien und den Emiraten eine neue kooperative Ordnung im Nahen Osten. Der geplante Wirtschaftskorridor IMEC soll nicht nur den Handel sichern – er könnte zur geostrategischen Lebensader gegen das Terror-Syndikat Iran werden. Dass ausgerechnet die brillante israelische Militärleistung gegen die Mörder-Bande Hamas das Ansehen Jerusalems in der Region gestärkt hat, zeigt, wie sehr Stärke und Entschlossenheit im Orient zählen. Ein Verteidigungsbündnis zwischen Israel und den Golfstaaten rückt in greifbare Nähe – zum Ärger Pekings und zur Verzweiflung der Unterstützer der sogenannten „Palästinenser“. (JR)

Von Joseph Puder/JNS.org

Bei dem jüngsten Treffen zwischen Präsident Donald Trump und dem indischen Premierminister Narendra Modi im Weißen Haus konzentrierten sich die beiden Staatschefs darauf, wie die Initiative für einen Wirtschaftskorridor zwischen Indien, dem Nahen Osten und Europa (IMEC) verwirklicht werden kann. Zu den diskutierten Themen gehörten zwar bilaterale Fragen wie Sicherheitskooperation, Spitzentechnologie, Energie und Handel, doch das zentrale Thema, das Israel in dieser schwierigen Zeit am meisten beschäftigt, war die vielversprechende Idee eines Wirtschaftskorridors, der sich von Indien bis zu einem der israelischen Mittelmeerhäfen, entweder Ashdod oder Haifa, und dann weiter nach Europa erstrecken soll.

Die Idee des Wirtschaftskorridors wurde erstmals im September 2023 während des G-20-Gipfels in Indien aufgebracht und fand überwältigende Unterstützung durch die Vereinigten Staaten, die Europäische Union, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien. Diese Länder unterzeichneten zusammen mit Deutschland, Italien, Frankreich und Indien die Erklärung. Der Plan sieht zwei Handelskorridore vor: einen Seekorridor von Indien zu den VAE und einen Landkorridor per Eisenbahn von den VAE über Saudi-Arabien und Jordanien nach Israel und weiter nach Europa. Der Plan sieht den Ausbau der Unterwasserkommunikation und der Gaspipelines, die Verbesserung der Energienetze und Telekommunikationsleitungen, die Förderung sauberer Energietechnologien und die Verbesserung des Internetzugangs vor, um Stabilität und Sicherheit zwischen den verschiedenen Regionen zu gewährleisten.

 

Regionale Lieferketten

Der erklärte Zweck des Wirtschaftskorridors Indien-Naher Osten-Europa ist die Entwicklung eines kostengünstigen, grenzüberschreitenden Transitnetzes für den Schiffs- und Schienenverkehr, das die bestehenden See- und Straßenverkehrswege ergänzen soll. Güter und Dienstleistungen sollen zwischen Indien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Jordanien, Israel und Europa transportiert werden, mit dem Ziel, regionale Lieferketten und den Zugang zum Handel zu sichern.

Israel soll das Tor zu Europa sein. Obwohl Israel und Jordanien die Erklärung nicht offiziell unterzeichnet haben, liegt die Bedeutung Israels nicht nur in seiner geostrategischen Lage, sondern auch in seiner fortschrittlichen technologischen Kompetenz. Die Fähigkeiten, die Israel einbringen würde, sind für den Erfolg des IMEC-Projekts und für die beteiligten Länder von entscheidender Bedeutung.

Für Israel ist die Idee einer regionalen Wirtschafts- und Sicherheitsallianz nicht neu. Israel Katz, damals israelischer Verkehrsminister und heute Verteidigungsminister, entwickelte 2017 einen Plan mit dem Titel „Tracks for Regional Peace“ (Wege zum regionalen Frieden). Er stellte sich eine Verbindung zwischen Saudi-Arabien, Jordanien und Israel mit Europa vor. Seine Nachfolgerin als Verkehrsministerin, Miri Regev, verfolgte ähnliche Überlegungen und nannte das Projekt 2021 „From Gulf to Gulf“ (Vom Golf zum Golf).

 

Prozess der Normalisierung

Was diese Vision zu mehr als einem Traum machte, waren die Abraham-Abkommen und die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Marokko. Neue Denkweisen trugen maßgeblich zu einem schrittweisen Prozess der Normalisierung der Beziehungen zu Saudi-Arabien bei. Ein Beispiel dafür war die Erlaubnis der Saudis für israelische Verkehrsflugzeuge, ihr Hoheitsgebiet zu überfliegen, wodurch die Fluggesellschaften wertvollen Treibstoff einsparen und die Flugzeit von Israel nach Afrika und in den Fernen Osten verkürzen konnten. Es fanden auch regelmäßige Treffen zwischen israelischen und saudischen Beamten statt, darunter ein „nicht ganz so geheimer“ Besuch des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu bei Kronprinz Mohammad Bin Salman (bekannt als MBS). Diese Vorbereitungen führten zu ersten Schritten der Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit und Handel. Die von der Hamas angeführten Terroranschläge im Süden Israels am 7. Oktober 2023 und der darauffolgende Krieg gegen die Hamas unterbrachen die Bemühungen um die Verwirklichung des Wirtschaftskorridors.

Indien trieb jedoch einen Plan voran und unternahm große Anstrengungen, um Europa, insbesondere Italien, Frankreich und Griechenland, mit seinen Partnern im Nahen Osten, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, zu verbinden.

Die brillante militärische Leistung Israels gegen die Hamas, die Hisbollah und den Iran hat das Ansehen Jerusalems in den Augen der moderaten arabischen Golfstaaten erhöht. Diese Stärke hat in Verbindung mit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus die Möglichkeit einer Normalisierung zwischen Israel und Saudi-Arabien erhöht. Darüber hinaus ließen sich Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain trotz des brutalen Krieges und der arabischen Solidarität mit den „Palästinensern“ in Gaza nicht abschrecken und arbeiteten weiterhin eng mit Israel zusammen. Damit sind die Aussichten für die Verwirklichung des interregionalen Wirtschaftskorridors konkreter geworden.

 

Neugestaltung des Nahen Ostens

Die engen Beziehungen der Trump-Regierung zu Israel und die persönliche Freundschaft zwischen Netanjahu und Indiens Premierminister Modi bieten dem jüdischen Staat eine Chance, sich an dem Wirtschaftskorridor zu beteiligen. Noch wichtiger ist, dass sich damit die Möglichkeit einer Neugestaltung des Nahen Ostens eröffnet. Dies würde Israels politische und wirtschaftliche Position inmitten eines andauernden Krieges stärken.

Israel muss einen Dialog mit Trump und Modi initiieren und ihnen einen Fahrplan für die Rolle Israels in der IMEC-Initiative vorlegen. Teil der Strategie wäre beispielsweise die Modernisierung der Grenzübergänge zwischen Israel und Jordanien und die Vereinheitlichung der Eisenbahnsysteme zwischen den beiden Ländern. Israel könnte insbesondere bei der Sicherung der Informations- und Cyberverbindungen eine wichtige Rolle spielen, die ein entscheidendes Element der Konnektivität des Plans sein werden.

Eine interregionale Wirtschaftskorridor-Initiative würde Chinas kostspielige „Belt and Road Initiative“ direkt herausfordern, die darauf abzielt, Handels- und Infrastrukturnetzwerke zwischen Asien, Europa und Afrika aufzubauen. China wäre sicherlich unzufrieden mit der IMEC-Initiative und würde wahrscheinlich versuchen, sie zu stören.

Angesichts der Rivalität zwischen China und den Vereinigten Staaten – und der Zunahme von Angriffen auf Unterseekabel – wird die Sicherung dieser Leitungen für den Erfolg der regionalen Konnektivität von entscheidender Bedeutung sein. Israel kann seinerseits seinen Teil des Mittelmeers sichern.

Schließlich ist für Israel die Sicherheitsdimension des Wirtschaftskorridors Indien-Naher Osten-Europa von größtem Wert. Er wird zwangsläufig zu einem militärischen Verteidigungsbündnis zwischen Israel und Saudi-Arabien führen, das als Bollwerk gegen die Machenschaften der Islamischen Republik Iran dienen soll.

 

Joseph Puder ist Gründer und Direktor der Interfaith Taskforce for America and Israel (ITAI).

Sehr geehrte Leser!

Die alte Website unserer Zeitung mit allen alten Abos finden Sie hier:

alte Website der Zeitung.


Und hier können Sie:

unsere Zeitung abonnieren,
die aktuelle oder alte Ausgaben bestellen
sowie eine Probeausgabe bekommen

in der Druck- oder Onlineform

Unterstützen Sie die einzige unabhängige jüdische Zeitung in Deutschland mit Ihrer Spende!

Werbung


Alle Artikel
Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr dazu..
Verstanden