Der neue Alltag im Haus der Sonne „Bet Shemesh“

Die Menschen in Bet Shemesh wissen, dass der Frieden zerbrechlich ist.
In Bet Shemesh arbeiteten bis zum Angriff am Simchat Torah viele Araber. Durch die neue Sicherheitslage hat sich dies geändert. Ein Teil der israelischen Araber ist trotz ihrer bürgerlichen Gleichstellung nicht loyal und seinen jüdischen Mitbürgern nicht wohlgesonnen. Es kommt immer wieder zu Angriffen auf Juden. Auf der anderen Seite dienen patriotische Drusen in der israelischen Armee. Fakt ist, dass die israelischen Araber in Israel mehr Bürgerrechte genießen als in den meisten arabischen Ländern. (JR)
Die Situation in den Schulen
Unsere drei Mädchen gehen in die erste, zweite und vierte Klasse, während unser großer Teenager schon in der zehnten ist. Ich bin sehr dankbar dafür, dass die Schulen in Bet Shemesh normal funktionieren und die Kinder einen geregelten Tagesablauf haben, so dass auch wir Eltern einen geregelten Tagesablauf haben können.
Im gesamten Land versucht man den Kindern ein normales Leben zu ermöglichen, was größtenteils auch funktioniert. Die israelischen Familien, die aus dem Norden und Süden geflohen sind, leben in Hotels oder bei Familienangehörigen und auch ihre Kinder wurden so gut wie möglich in die jeweiligen Schulen ihrer neuen Umgebung integriert.
In Bet Shemesh ist es sehr ruhig, aber dies könnte sich auch ändern. Ich dachte, dass Bet Shemesh kein Ziel von Raketenangriffen ist, weil es hier keine Industrie, keine Regierungseinrichtung oder ähnliches gibt, das unsere Feinde zerstören wollen. Vor einigen Tagen habe ich jedoch gehört, dass es hier doch etwas gibt, dass unsere Nachbarn sehr gerne zerstören würden: Raketensilos!
Ich darf nicht verraten, welche Sprengköpfe die Raketen angeblich geladen haben. Meine inoffizielle Quelle erzählte mir, dass etwa zehn Minuten von Bet Shemesh, gleich hinter dem Berg mit dem Steinbruch, eine Militäranlage in einen Berg gehauen wurde, in dem Raketen gelagert sind, die bereit stehen, im schlimmsten Fall abgefeuert zu werden. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber die Quelle erklärte, dass diese Anlage mit einer Luftverteidigung umgeben ist, die alles abschießt, dass in unsere Richtung fliegt und wir deswegen niemals von einer Rakete getroffen wurden und werden.
Die Situation in den Supermärkten
Viele arabische Arbeiter sind seit dem 7. Oktober aus dem gesamten Land verschwunden. Das ist natürlich eine richtige und wichtige Maßnahme, wie der Terroranschlag vor einiger Zeit in Raanana zeigte. Dort waren es zwei Araber, die illegal in Israel gearbeitet haben, die eine Frau getötet und 16 Menschen verletzt haben. Sie haben zwar illegal im Land gearbeitet, aber ein israelischer Arbeitgeber hat sie eingestellt und das sollte man nicht tun.
Es ist schwer für Israel ohne die Araber, die die körperliche Arbeit machen, die wir nicht selbst tun wollen. Sie fehlen in Supermärkten, auf Baustellen und vielen anderen Branchen. Als ich kürzlich in Jerusalem war, sah ich auf einer Baustelle asiatische Arbeiter und ich habe gehört, dass tausende Arbeiter aus Sri Lanka ins Land geholt werden sollen, hoffentlich bald.
In unserem Supermarkt arbeiteten bis zum Angriff am Simchat Torah arabische Jugendliche, Männer und Frauen, die vor allem Produkte in die Regale stapelten. Es kam zwar nie zu einem Vorfall, aber es war schon immer etwas ungemütlich mit ihnen. Jetzt arbeiten russischsprachige Arbeiter in unserem Supermarkt, die viel sympathischer sind.

Ein einziger Balagan.
Zwischendurch hatte der Supermarkt wieder arabische Frauen eingestellt, aber einige Anwohner hatten daraufhin vor dem Eingang demonstriert und die Araber waren sofort wieder weg. Es ist verständlich, dass Unternehmen Araber einstellen, sie sind günstiger als Juden und arbeiten zumeist hart. Ein Freund, der als Ingenieur oft auf Baustellen arbeitet, erzählte mir, dass ein arabischer Bauarbeiter den gesamten Tag Beton mischen kann, was sehr anstrengend ist, während ein jüdischer Arbeiter regelmäßige Pausen braucht und bei weitem nicht so produktiv ist.
Diese Situation ist ein Faktor dafür, dass die Preise in Israel seit dem Krieg deutlich gestiegen sind. Israel war bereits vor dem Krieg das teuerste OECD-Land und jetzt ist es wahrscheinlich das mit Abstand teuerste Land der Welt.
Die Situation mit den israelischen Arabern
Über 2 Millionen Bürger des Landes sind Araber mit vollen Rechten, aber mit weniger Pflichten (wie dem Militärdienst). Zu diesen Arabern gehören auch Drusen, Christen und Armenier, die uns nicht feindlich gesinnt sind, oder zumindest weniger.
Zu Beginn des Krieges fürchtete man im Land, dass auch diese moslemischen Araber Ärger machen würden, wie es im Mai 2021 der Fall war, als der letzte Konflikt in Gaza geführt wurde. Damals steckten arabische Randalierer 10 Synagogen und 112 jüdische Wohnhäuser in Brand, plünderten 386 jüdische Häuser und beschädigten weitere 673, und setzten 849 Autos von Juden in Brand. Außerdem wurden 5.018 Fälle von Angriffen durch Steinwürfe auf Juden registriert. Drei Juden wurden ermordet und mehr als 600 wurden verletzt. Über 300 Polizeibeamte wurden bei Ausschreitungen an über 90 Orten im ganzen Land verletzt.
Diese Angriffe blieben bisher aus, vielleicht weil die israelische Polizei Vorsichtsmaßnahmen ergriff, aber auch vielleicht weil Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir sofort nach Beginn des Krieges eine Null-Toleranz-Politik für Ausschreitungen solcher Art angekündigt hatte. Weiterhin hat es Ben-Gvir den Bürgern erleichtert, Waffen zu erhalten, was unsere lieben Nachbarn wahrscheinlich abschreckt. Aber auch alleine die Tatsache, dass wir einen Sicherheitsminister haben, der keinen Zweifel daran lässt, auf welcher Seite er ist, ist schon eine Abschreckung, denn das war nicht immer so.
Man muss jedoch auch erwähnen, dass die drusischen Araber große Helden in unserer Armee sind, die genau wie wir Juden an vorderster Front im Gazastreifen kämpfen und Verluste erleiden. Sie sind patriotischer als viele High-Tech-Juden aus Tel Aviv und verstehen, welch ein gutes Leben ihnen Israel ermöglicht.
Auch einige arabische Christen, wie Joseph Hadad, haben sich auf die Seite ihrer jüdischen Nachbarn geschlagen, während sich einige christliche Geistliche gegen Israel wenden.
Die feindliche moslemische Minderheit in Israel ist ein großes Problem, denn obwohl die Araber in Israel ein besseres Leben haben, als sie es in jedem arabischen Land hätten, hassen uns viele und wir können ihnen nicht vertrauen.
Es wird in der Politik die Möglichkeit einer freiwilligen Emigration diskutiert, was das Problem etwas lindern würde. Aber das ist ein längeres Thema für einen eigenen Beitrag.
Dieser Artikel erschien zuerst bei michaelselutin.com
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