Rumänisches Parlament gedenkt des antijüdischen Pogroms von Iași

Nach 80 Jahren würdigt Rumänien die Opfer eines rumänischen Massakers gegen Juden erstmals mit einer Parlamentssitzung. Ebenso wie Rumänien suchen besonders osteuropäische Länder – im Gegensatz zu den westeuropäischen Mitgliedern der EU – verstärkt die Nähe des jüdischen Staates Israels (JR).

Rumänien (im Bild der rumäniendeutsche Präsident des Landes, Klaus Johannis) bekennt sich dazu, dass es im Bündnis mit NS-Deutschland ebenfalls zahlreiche Juden ermordet hat.© AFP

(Israelnetz) Erstmals hat das rumänische Parlament offiziell des Pogroms von Iaşi gedacht. Dieses forderte vor 80 Jahren mehr als 13.000 Todesopfer. In der Sondersitzung der beiden Kammern sprach am Mittwoch auch der israelische Botschafter in Bukarest, David Saranga.

Der Diplomat bekundete Wertschätzung für rumänische Bemühungen, Verantwortung für die Vergangenheit zu übernehmen und die Erinnerung an den Holocaust zu fördern. In diesem Zusammenhang lobte er Pläne, ein Nationales Museum für jüdische Geschichte und Holocaust einzurichten. Das Vorhaben wird mit staatlichen Geldern gefördert.

„Rumänien ist ein guter Freund des Staates Israel“, sagte Saranga in seiner Ansprache laut der rumänischen Nachichtenseite „Agerpres“. „Deshalb können wir die Geschichte, die uns verbindet, nicht leugnen, wenn wir diese schon starke Freundschaft weiter fördern wollen. Wir müssen sie ehrlich annehmen und Lehren daraus ziehen. Möge die Erinnerung an die Opfer zum Segen sein.“

Gleichzeitig würdigte der Botschafter Überlebende des Massakers: „Viele von ihnen kamen nach Israel und leisteten einen Beitrag zur Gründung unseres modernen Staates. Die Schaffung des Staates Israel ist die Antwort an diejenigen, die versucht haben, unser Volk und unsere Erinnerung auszulöschen.“

Lobend hob Saranga mit Blick auf die rumänische Politik auch hervor, dass das Amt eines Beauftragten für den Kampf gegen Antisemitismus und Fremdenhass eingeführt wurde. Derzeit hat Alexandru Muraru den Posten inne. Er sagte in der Sitzung: „Durch das Gedenken an dieses Massaker, das schlimmste in der modernen rumänischen Geschichte, legt das Parlament das Fundament für eine auf Wahrheit gegründete Versöhnung.“

 

Auszeichnung für drei Überlebende

Staatspräsident Klaus Johannis ehrte im Zusammenhang mit dem Jahrestag drei Überlebende des Pogroms: Cernea Musi-Mihail, Evron Jehuda und Moshe Yassur. Er hob ihre hohen Moralvorstellungen ebenso hervor wie die Bemühungen, die Erinnerung an die Opfer des Holocaust wachzuhalten. Dieser sei „eine Tragödie, die die Menschheit nie wieder erleben sollte“, hieß es aus dem Präsidialamt. Johannis verlieh den drei Juden den Nationalen Orden des treuen Dienstes, im Rang eines Ritters.

In der Parlamentssitzung sagte er: „Das Iaşi-Pogrom ist nicht nur die Tragödie der Juden von Iaşi, nach der Tragödie der Juden, die früher in jenem Jahr während der Rebellion der Legionäre getötet wurden. Es ist auch das Drama und die Verantwortung, mit denen unsere Nation seitdem konfrontiert war.“ Wenn die staatlichen Einrichtungen ihre Pflichten gegenüber den Bürgern nicht mehr erfüllten und sie gar diskriminierten, verfolgten und schonungslos töteten, beginne die Herrschaft des absoluten Bösen und der Willkür.

 

Verantwortung für Vergangenheit übernehmen

Premierminister Florin Cîțu (Nationalliberale Partei) betonte, dass Rumänien sich seiner Verantwortung stelle: „Heute gedenken wir dessen, was die Menschheit die dunkelste Zeit ihrer Existenz nannte. Gleichzeitig müssen wir als Nation offen Verantwortung dafür übernehmen, dass unsere Vergangenheit nicht immer ruhmreich war.“

Wie in so vielen anderen europäischen Ländern in Europa hätten auch in Rumänien die Entscheidungen derjenigen, die damals die politische und militärische Macht innehatten, den Staat verwandelt. Sie hätten ihn zu einer Maschinerie von Barbarei, unvorstellbarer Verfolgung und physischer Auslöschung von Volksgruppen wie Juden oder Roma gemacht, ergänzte der Regierungschef. „Die Erinnerung an die jüdische Gemeinschaft und die Opfer des Holocaust wachzuhalten, ist eine starke Form von Widerstandsfähigkeit gegenüber den Bedrohungen des Extremismus.“

Am 29. Juni 1941 waren in Iaşi im Nordosten Rumäniens unzählige Juden ins Hauptquartier der Polizei gebracht worden. Dort wurden sie verprügelt, gedemütigt und von Armeetruppen erschossen. Zudem wurden 7.000 bis 8.000 Menschen ohne Wasser in zwei „Todeszüge“ gesperrt. In den plombierten, überhitzten Güterwaggons erstickten die meisten von ihnen. Dem Pogrom fielen 13.266 Menschen zum Opfer. Fast ein Drittel der rumänischen Juden wurde ermordet.

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