Frankreich: Judenmord bleibt ungestraft

In Frankreich, das Deutschland in Sachen Islamisierung nur vorangeht, ist der Antisemitismus bereits systemisch – einen erneuten Beweis dafür liefert die empörende Nicht-Verurteilung des islamischen Mörders der Pariser Jüdin Sarah Halimi.

Demonstranten fordern Gerechtigkeit für Sarah Halimi© Apu GOMES / AFP

Von Ben Cohen (Audiatur / JNS)

In der Sammlung „Briefe an einen deutschen Freund“, die während der Nazi-Besatzung Frankreichs im Untergrund geschrieben wurde, führte der berühmte französische Schriftsteller und Widerstandskämpfer Albert Camus eine Debatte mit einem imaginären deutschen Korrespondenten, der inbrünstig daran glaubte, dass jede Handlung gerechtfertigt sei, wenn sie zu einer besseren Zukunft für seine Nation beitrage. „Ich habe Sie damals geliebt, aber an diesem Punkt haben wir uns auseinandergelebt“, schrieb Camus. „… Es gibt Mittel, die unentschuldbar sind. Und ich möchte in der Lage sein, mein Land zu lieben und gleichzeitig die Gerechtigkeit zu lieben.“

Wäre Camus fast 80 Jahre nach der Befreiung von Paris in der Lage, sowohl sein Land, Frankreich, als auch die Idee der Gerechtigkeit zu lieben, ohne einen Widerspruch zwischen den beiden wahrzunehmen? Sicherlich wäre ein Philosoph seiner Prägung bestrebt herauszufinden, ob die Gerechtigkeit universell auf alle Bürger angewandt wird, unabhängig von Konfession oder Herkunft, wie es in jeder demokratischen Republik der Fall sein sollte. Dabei dürfte ihm auffallen, dass während eines Großteils dieses Jahrhunderts ein stetiger Strom jüdischer Opfer antisemitischer Gewalt vom französischen Rechtssystem bestenfalls teilweise – oder schlimmstenfalls gar nicht – Gerechtigkeit erfahren hat. Es ist eine beschämende Bilanz für ein Land, dessen Ethik auf dem Dreiklang von „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ aufgebaut ist.

Auf der Liste der französischen Juden, die starben, weil sie Juden waren, stehen Sebastien Salem, ein Discjockey, der 2003 von einem muslimischen Jugendfreund ermordet wurde, Ilan Halimi, ein Mobiltelefonverkäufer, der 2006 von einer antisemitischen Verbrecherbande mit dem Namen „Gang of Barbarians“ entführt, gefoltert und ermordet wurde, Sarah Halimi (nicht verwandt mit Ilan), eine Kinderpsychologin, die 2017 von einem muslimischen Nachbarn zu Tode geprügelt und aus dem Fenster ihrer Wohnung geworfen wurde, und Mireille Knoll, eine Holocaust-Überlebende, die 2018 von zwei Jugendlichen, von denen sie einen seit seiner Kindheit kannte, in ihrem eigenen Haus ausgeraubt und dann verbrannt wurde. Dazu kommen die Opfer der islamistischen Terroranschläge auf eine jüdische Schule in Toulouse im Jahr 2012 und einen koscheren Supermarkt in Paris im Jahr 2015 – insgesamt acht, darunter drei kleine Kinder. Alle diese Leben wurden im Namen des Judenhasses ausgelöscht, in einem breiteren Kontext von wachsendem Antisemitismus. Und dennoch tut die französische Justiz so, als gäbe es weitaus wichtigere Probleme, um die man sich kümmern müsste.

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