Grüne Kompetenz zum Anhören: Baerbock im peinlichen ZDF-Sommerinterview

Die Co-Vorsitzende der Grünen hat dem ZDF ein denkwürdiges Interview gegeben. Nach „Kobold“ und der Speicherung des Stroms in den Netzen lieferte sie erneut Belege ihrer Ignoranz.

Die Bundesvorsitzende der Grünen, Annalena Baerbock© INA FASSBENDER, AFP

Von Ferdinand Knauss (Tichys Einblick)

Beim Betrachten und vor allem Hören dieses Interviews kann man durchaus peinlich berührt sein, fast Mitleid bekommen angesichts der offenkundigen Überforderung von Annalena Baerbock. Da sitzt eine Frau, die eine Partei führt, die von weiten Teilen der deutschen Öffentlichkeit für die Krone des Politikbetriebes gehalten und von der Kanzlerin zum Wunschkoalitionspartner erklärt wird, und sagt diesen Satz: „Wenn alle so bei 25 Prozent stehen, dann ist das nicht mehr so große Koalition wie zu anderen Zeiten, die haben alle miteinander so 75 Prozent im Bund oder sogar ‘ne Zweidrittelmehrheit.“ Nach dem „Kobold“ und dem im Netz gespeicherten Strom, liefert Baerbock also erneut ein geflügeltes Wort, mit dem sie endgültig zum Inbegriff grüner Kompetenz wird: 75 Prozent oder sogar eine Zwei-Drittel-Mehrheit! Rechnen und Zahlen sind so nicht ihre Sache; Bruchrechnung ist nur etwas für Mathematik-Studenten. Da werden Erinnerungen wach an Fußballer-Interviews aus Zeiten vor der Erfindung des Kommunikationstrainings (zum Beispiel Andi Möller: „Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien“). Aber die Fußballer, die diese Dummheiten von sich gaben, wollten auch nur Fußball spielen und glaubten nicht, dass sie die größte Herausforderung unserer Zeit bewältigen und ein Land regieren oder sogar die Welt retten könnten.

Aber wir haben vorgegriffen. Als Baerbock diesen Andi-Möller-mäßigen Satz sagt, ist das Interview mit ZDF-Journalistin Shakuntala Banerjee schon fast am Ende. Also hören wir noch ein bisschen rein in das, was Baerbock und Banerjee in den knapp 20 Minuten zu sagen hatten.

„Harmonie statt Flügelkämpfe und Pragmatismus statt Idealismus“ – so charakterisiert Banerjee die aktuellen Grünen in der Einleitung. Aber schon bald wird deutlich, dass es zumindest an der Spitze der Partei wohl vor allem Ahnungslosigkeit und Unbedarftheit bei gleichzeitiger Überzeugtheit von der eigenen Bedeutung die Hauptmerkmale der Partei sind.

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