„Antisemitismus ist nicht nur eine jüdische Angelegenheit“

Ein Interview mit der Niederländerin Dr. Emilie Noteboom von der christlichen Lobbyorganisation „European Coalition for Israel“

JÜDISCHE RUNDSCHAU: Wären Sie so freundlich, unseren Lesern die ECI kurz vorzustellen?

Noteboom: Die Europäische Koalition für Israel (ECI) ist eine europaweite christliche Gruppe, die vor 17 Jahren als Antwort auf Elie Wiesels historische Frage „Wo waren alle anderen?“ gegründet wurde. Diejenigen, die im Kampf gegen den Antisemitismus an vorderster Front stehen, insbesondere in den Machthallen der Vereinten Nationen und der EU, sind hauptsächlich jüdische Gemeinschaftsorganisationen, viele israelische oder amerikanische, oft mit einer explizit jüdischen Identität. Antisemitismus ist jedoch nicht nur eine jüdische Angelegenheit, und dieser Kampf sollte nicht nur von der jüdischen Gemeinde geführt werden müssen. Jeder, der europäische Werte schätzt, sollte an der Bekämpfung dieses besonderen Übels beteiligt sein. Besonders europäische Christen, die im Laufe der Jahrhunderte oft das jüdische Leid ausgelöst haben, müssen in einer Zeit, in der der Antisemitismus sich oft als Antiisraelismus ausprägt, für das jüdische Volk einstehen. ECI ist eine christliche Initiative, die darauf abzielt, eine Stimme für das jüdische Volk und den jüdischen Staat auf höchster diplomatischer Ebene zu sein. Es ist eine der ältesten pro-israelischen Organisationen, die bei der EU akkreditiert sind, und seit vielen Jahren bei den Vereinten Nationen aktiv.

JÜDISCHE RUNDSCHAU: Der Antisemitismus nimmt wieder zu: Was würden Sie als Hauptursache(n) für diesen Trend in Europa sehen?

Noteboom: Die vielen Studien, die zu dieser Frage durchgeführt wurden, machen deutlich, dass es einen gefährlichen Cocktail aus rechtsextremem und linkem Antisemitismus gibt, sowie radikalen Judenhass von moslemischer Seite. Die Tatsache, dass der Hass auf das jüdische Volk die gemeinsame Ursache aller drei dieser extremen Bewegungen ist, ist für ECI von großer Bedeutung. Darüber hinaus spielen zwei weitere Faktoren eine Rolle: Der erste ist eine wachsende Korrelation zwischen dem Geschehen im Nahen Osten und der Behandlung lokaler europäischer Juden. Dieser „neue Antisemitismus“ macht jüdische Europäer für Handlungen des Staates Israel verantwortlich. Der zweite ist der „alte Antisemitismus“, der die jüdische Gemeinde für jede große Krise der Gesellschaft verantwortlich macht, sei es in wirtschaftlicher, gesundheitlicher oder sonstiger Hinsicht. Das Judentum als diese Art des Sündenbocks geht auf das Mittelalter zurück, als die jüdische Gemeinde für die Pest verantwortlich gemacht wurde. Heute macht der gleiche Sündenbock die jüdische Gemeinde für die Corona-Pandemie verantwortlich.

JÜDISCHE RUNDSCHAU: Deutschland mit seiner besonderen Geschichte war anfällig für rassistisch inspirierten Antisemitismus. Heute behaupten viele, der Antisemitismus sei bekämpft worden, doch die Haltung des Antiisraelismus bleibt bestehen. Können Sie das erklären?

Noteboom: Als Organisation, die mit dem jüdischen Volk zusammenarbeitet, haben wir „Israel“ nicht aus unserem Namen herausgelassen. Dies liegt daran, dass Antisemitismus und Antiisraelismus miteinander verbunden sind. Die meisten Deutschen verstehen den Staat Israel unter dem Prisma des Holocaust, was aus offensichtlichen und auch richtigen Gründen eine Fixierung in Deutschland ist. Dies bedeutet, dass die Deutschen Israel im Allgemeinen als Entschädigung betrachten, die die westlichen Nationen den Juden für ihr Leiden im Zweiten Weltkrieg gewährt haben. Dies ist jedoch eine falsche Schlussfolgerung, die die historischen und völkerrechtlichen Grundlagen des Staates Israel nicht berücksichtigt. Der rechtliche Grundstein für Israel wurde nach dem Ersten, und nicht nach dem Zweiten Weltkrieg gelegt:

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