Unerträglicher linker Antisemitismus und dümmliche „Palästina“-Verklärung an den Universitäten der westlichen Welt

Die einschlägig bekannte extrem israelfeindliche US-amerikanische Professorin Jasbir Puar ist ein Musterbeispiel für das Versagen der akademischen Welt im Kampf gegen den Antisemitismus

Von Victor Rosenthal (JNS)


Jasbir Puar, Professorin an der Rutgers-Universität (New Jersey), wurde von der Vereinigung „Students for Justice in Palestine“ und mehreren Instituten des kalifornischen Scripps College für einen Vortrag eingeladen.

Puar ist eine der bösartigsten Antisemiten und Misozionisten* in Amerika. Sie ist auch eine sehr produktive „Gelehrte“, die ihre giftigen Erfindungen in Form von kaum durchdringlichem akademischen Jargon präsentiert. Als Kostprobe dieses Jargons mögen Mitschnitte ihrer Vorträge dienen, die sie z.B. an der American University of Beirut hielt. Um einen Eindruck von ihrer kreativen Wiederauflage mittelalterlicher Ritualmordlegenden zu bekommen, empfehlen sich Auszüge aus einer Rede, die sie 2016 an der Vassar-Universität hielt.

Unter anderem wirft Jasbir Puar der IDF vor, die „Palästinenser“ absichtlich niederzuhalten, ja zu „verstümmeln“, um ihren Widerstand zu unterbinden. Israel würde sie töten, so argumentiert sie, aber dann würden wir unserem Anspruch, die primären Völkermordopfer in der Geschichte zu sein, schaden. Und wenn wir sie töten, würden wir ihre Organe für die wissenschaftliche Forschung nutzen. Natürlich behauptet Puar, dass wir darauf aus sind, „palästinensische“ Kinder zu verletzen – sie greift die antijudaistische Legende von Simon von Trient wieder auf, um uns zu beschuldigen, Kinder zu Opfern zu machen.
Die Wahrheit ist, dass die IDF ihr Bestes tut, um Kollateralschäden zu vermeiden – die „Palästinenser“ hingegen Kindersoldaten beschäftigen und der „palästinensische“ Terrorismus unverhältnismäßig oft Jugendliche zum Ziel hat – man denke an das Massaker von Ma‘alot, das Küstenstraßen-Massaker, die Bombenanschläge auf die Delfinarium-Disko und das Pizzarestaurant Sbarro, um nur einige zu nennen.

 

Aber Puar ist erfinderisch und weiß das, was andere für moralisches Verhalten halten, in Beispiele für israelische Verderbtheit zu verwandeln. So soll „Pinkwashing“ eine Taktik Israels sein, seine Toleranz gegenüber Homosexuellen mit arabischer und muslimischer Homophobie – die oft zu Mord führt – zu kontrastieren, um „die Besatzung zu beschönigen“.

 

Uminterpretation von Israels Großherzigkeit
Sie stellt auch Israels Versuche, Kollateralschäden zu reduzieren und sich gleichzeitig gegen Terrorismus und Raketenangriffe zu verteidigen, als eine in Wirklichkeit bewusste Politik dar, die „Palästinenser“ „verstümmeln“ soll, anstatt sie zu töten. Die „Klopfen aufs Dach“-Technik der IDF, die sie in Gaza anwendet, um Zivilisten vor der bevorstehenden Zerstörung eines Gebäudes zu warnen, wird als verlogen dargestellt; Puar behauptet auch fälschlicherweise, dass die Zeit zwischen dem „Klopfen“ und der Zerstörung eines Gebäudes nur 60 Sekunden beträgt, obwohl sie normalerweise eher 15 Minuten beträgt, wie Aufnahmen auch belegen. Laut Puar sind Telefonanrufe, die die Bewohner vor kommenden Angriffen warnen, eine Form der psychologischen Kriegsführung, „eine Erinnerung daran, wie machtlos sie sind“, und keine praktische Lösung, um die Zahl der Verletzungen und Todesfälle unter der Zivilbevölkerung zu reduzieren.


Nicht-tödliche Methoden zur Kontrolle von Unruhen, zur Abschreckung vor Übergriffen über die Grenze zum Gazastreifen und zum Schutz von Versuchen, die Sicherheitsbarriere zu beschädigen, werden von ihr als Methoden der Folter oder Verstümmelung der „Palästinenser“ beschrieben, statt als Versuche, Israelis zu schützen, ohne ihre Angreifer zu töten. Puar meint, Israel wolle den Kampfgeist der „Palästinenser“ brechen, sie aber am Leben erhalten, um sie wirtschaftlich ausbeuten zu können.


Ihre zwanghafte Zuschreibung der bösartigsten Motive für jegliche Handlung der Israelis, um sich gegen einen Feind zu schützen, der sie immerhin töten will, ist von der Realität abgekoppelt – ich würde dafür das Wort fanatisch verwenden. Sie befürwortet sowohl BDS als auch den „bewaffneten Widerstand“.


Puars abstruse Anti-Israel-Polemik ist untrennbar verbunden mit ihrer Erörterung von Geschlecht und Gender, dem sozialen Geschlecht also, von „Queer-Theorie“, Rasse, Behinderung und anderen Themen, die für das heutige postmoderne akademische Milieu typisch sind. Sie scheint das Konzept des „Homonationalismus“ erfunden zu haben, das erklärt, „wie Homosexualität – und insbesondere Homonormativität, die Übernahme heteronormativer Werte durch die ‚queere‘ Gemeinschaft – als Teil nationalistischer und geopolitischer Interventionen instrumentalisiert wird.“


Warum interessiert mich das?
Weil es seit dem großen Schwindler Edward Said nie ein besseres zeitgenössisches Beispiel als Jasbir Puar für die Verzerrung des akademischen Strebens nach Wahrheit, gegeben hat. Auch wenn es akademische Aktivisten wie Ward Churchill und Steven Salaita gibt, im Gegensatz zu ihnen ist Puar ein akademischer Star. Sie ist ordentliche Professorin für Frauen- und Geschlechterstudien an der Rutgers-Universität, wo sie seit 2000 unterrichtet. Sie wurde in Ethnologie promoviert und verfügt über eine umfangreiche Publikationsliste, wenn sie auch in eher unbedeutenden Zeitschriften veröffentlichte, hält Vorträge und erhält Forschungsstipendien und andere akademische Auszeichnungen. Sie hat drei Bücher bei Duke University Press veröffentlicht, bekannt für eine beunruhigende anti-israelische Tendenz.
Doch trotz ihrer realitätsverzerrenden Besessenheit ist Puar an Orten wie dem Scripps College als Rednerin willkommen. Sie erhält weiterhin Stipendien und Förderungen – allerdings steht zu vermuten, dass sie mit dem „Palestinian American Research Council Fellowship“, das sie 2018 erhielt, einfach nur für ihren politischen Aktivismus entlohnt wurde.

Tatsache ist, dass die westliche akademische Welt – insbesondere der Teil, der sich „Ethnic and Gender Studies“ nennt – so gründlich mit Misozionismus indoktriniert ist, dass sie an ihren Ideen nichts Falsches sieht. Was für mich wie verschwörerische Phantasien aussieht, die auf psychische Erkrankungen hindeuten, erscheint ihnen als ganz normaler akademischer Diskurs. Vermutlich gilt dies für die meisten Universitäten in den Vereinigten Staaten, im Vereinigten Königreich und in Kanada – und zu einem gewissen Maß auch für  bestimmte Einrichtungen sogar in Israel. Offenbar hält man beim Scripps College Puars Ideen für wichtig und meint, dass sie gehört werden sollten. Sollte aber eine pro-israelische Gruppe von Studenten jemanden wie mich einladen wollen, um über den „palästinensischen“ Terrorismus gegen israelische Kinder zu sprechen (unvergessen zum Beispiel Ahlam Tamimi, die Terroristin, die keinerlei Reue zeigte), würde eine solche Veranstaltung wohl nicht stattfinden.

 

Araber und Iraner spenden westlichen Universitäten
Ein Teil des Problems, zumindest außerhalb Israels, besteht darin, dass die arabischen Länder und auch der Iran seit Jahren große Summen an akademische Einrichtungen gespendet, Stipendien an einzelne Akademiker vergeben und einschlägige Institute, in der Regel für Nahost-Studien, an wichtigen Hochschulen und Universitäten aufgebaut haben. In Verbindung mit der traditionell linken Ausrichtung vieler Akademiker und dem starken Engagement in der Wissenschaft für „Redefreiheit“ und „akademische Freiheit“ – solange diese Rede- oder Freiheit in die richtige Richtung geht –, hat dies eine Atmosphäre geschaffen, in der Jasbir Puar nicht als Extremistin angesehen wird.

Die Universitäten und Hochschulen sollen Leuchttürme der Wissenschaft sein, die die humanistischen Ideale von Gerechtigkeit und Fairness für alle Völker hochhalten sollen. Stattdessen haben sie den  bequemen, profitablen und feigen Weg eingeschlagen, sich den dunklen Kräften des Judenhasses anzuschließen und sich gleichzeitig mit der Förderung „sozialer Gerechtigkeit“ zu brüsten.

* Misozionie (im Englischen Misoziony, ausgesprochen „mis-OZ-yoni“) ist der extreme, irrationale und zwanghafte Hass auf den jüdischen Staat. Es ist Antisemitismus, um einen Abstraktionsgrad erhoben. Obwohl er nicht mit Antisemitismus identisch ist, hassen die meisten Misozionisten auch Juden als Individuen und das jüdische Volk als Gruppe.

Victor Rosenthal wurde in Brooklyn, NY, geboren, lebte in den 1980er Jahren in einem Kibbuz und kehrte nach 26 Jahren in Kalifornien 2014 nach Israel zurück. Er schreibt auf dem Abu-Yehuda-Blog. Eine Version dieses Artikels wurde dort zuerst veröffentlicht.

Übersetzung aus dem Englischen von Andrée Möhling

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