Wie die Araber in den 1960er Jahren das Wort „Palästinenser“ stahlen

Eine Lektion Realpolitik für die faktenresistente EU

Amtliche Verkündung des „Münchener Abkommens“ von 1938.

Von Lothar Klein (Vorsitzender der Sächsischen Israelfreunde e.V.)

Dass Federica Mogherini stoisch am alteingefahrenen EU-Kurs festhält, muss niemanden verwundern. Hat sie doch schon als italienische Jungkommunistin auf Arafats Schoß gesessen. In den Oslo-Verträgen ist an keiner einzigen Stelle von einer „Zwei-Staaten-Lösung“ die Rede, doch das jahrelange Wiederholen dieser Phrase hat dazu geführt, dass sie inzwischen von vielen Politikern für die Wahrheit gehalten wird.

Dort steht, dass Israel im Zuge des Friedensprozesses „Gebiete“ und nicht „die Gebiete“ abgibt. Das ist jedoch mit dem Gaza-Jericho-Abkommen, dem freiwilligen Israels Abzug aus dem Gazastreifen und weiteren Gebietsabgaben schon geschehen. Bei den Oslo-Verhandlungen wollte Jassir Arafat sicherstellen, dass in den „palästinensischen“ Autonomiestädten keine israelischen Soldaten patrouillieren und hat deswegen darauf gedrungen, dass Israel für seine Siedlungen eigene Erschließungsstraßen baut. Dies kann man als De-facto-Anerkennung der Siedlungen ansehen. Im Übrigen hat das von den Europäern verfolgte Prinzip „Land für Frieden“ schon 1938 beim Münchner Abkommen zwischen Hitler, Mussolini, Chamberlain und Daladiér nicht funktioniert, sondern Begehrlichkeiten geweckt, die geradewegs in den Zweiten Weltkrieg führten. Der ehemalige Botschafter Israels in den USA, Zalman Shoval, sagte einmal: „Land für Frieden ist wie Geld für Liebe – das älteste Gewerbe der Welt.“ Oder möchten die EU-Außenbeauftragte, die deutsche Bundeskanzlerin und ihr UN-Botschafter die Stadt Hebron, wo die Erzväter und -mütter des jüdischen Volkes ihre letzte Ruhestätte haben, tatsächlich erneut „judenrein“, wie schon einmal nach dem Massaker von 1929, als es weder einen Staat Israel noch eine Besatzung gab?

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini© AFPr

„Die Palästinenser“ als Volk hat Jassir Arafat übrigens erst 1968 erfunden, wie Walter Ulbricht 1949 das „Volk der DDR“ erfand. Heute leben viele „Palästinenser“ in Judäa und Samaria in guter Nachbarschaft mit den sogenannten jüdischen Siedlern, die in ihren Kommunen Infrastruktur und Arbeitsplätze auch für die arabischen Familienväter geschaffen haben, die durch EU-Boykotte und -Kennzeichnungswahnsinn infrage gestellt werden. Die Hälfte der Studenten an der Universität der Stadt Ariel in Samaria sind Araber aus den Städten und Dörfern des Westjordanlandes. Da lernt, arbeitet und feiert man gemeinsam mit den „bösen Siedlern“ und hat eine Perspektive für seine Kinder. Nach israelischem Recht ist es übrigens verboten, Häuser auf Land zu errichten, das einem nicht gehört. Bei Zuwiderhandlung erfolgt Abriss! Auch wenn es immer mal wieder Extremisten auf beiden Seiten gibt, lebt man längst den Frieden, den „Palästinenser“-Führer, UN-, US- und EU-Politiker in Jahrzehnten nicht zustande gebracht haben und dies darum auch nicht wahrhaben wollen – bis auf die US-Regierung.

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