Gegnerschaft um jeden Preis

Nur weil Trump es gesagt hat, heißt das nicht, dass es nicht wahr ist: Die Demokratische Partei ist langsam nicht mehr zu retten.

Die US-Abgeordneten Ilhan Omar (li) und Rashida Tlaib.© BRENDAN SMIALOWSKI, AFP

Liel Leibovitz (TabletMag.com)

Anfang dieser Woche schrieb meine Kollegin, die weise und einfühlsame Carly Pildis, einen nachdenklichen und kraftvollen Artikel über die politische Zukunft der amerikanischen Juden. Darin argumentiert sie, dass die Demokratische Partei trotz einer Handvoll problematischer und relativ unwichtiger Kongressabgeordneter immer noch der sicherste und einladendste Ort für Juden sei, während der Präsident sich einer Rhetorik schuldig mache, die geradezu antisemitisch sei.

Im Geiste von Carlys Aufruf zum Dialog, der nicht vor unangenehmen Behauptungen zurückschreckt, möchte ich zwei Bemerkungen zur politischen Zukunft der amerikanischen Juden machen.

Die erste hat mit dem einst undenkbaren Abstieg der Demokratischen Partei zu tun, die nicht nur blind für antijüdischen Fanatismus ist, sondern ein Motor des selbigen. Wir können darüber streiten, wann und wie das passiert ist — ich überlasse die ultimativen Zeitpläne den Historikern — aber um die Dinge einfach zu halten, verbinden wir nur die neuesten Punkte.

Kurz nachdem Trump gewählt wurde, ging die Linke in den Widerstandsmodus. Die Gefühle hier waren völlig verständlich – ich selbst fand Trumps Wahl zutiefst beunruhigend. Doch sehr schnell begann sich die Energie in Dinge und Äußerlichkeiten mit tiefen und klaren antisemitischen Assoziationen zu kanalisieren – darunter vor allem der Women’s March. Im Laufe von zwei Jahren sangen die Führer dieser Organisation Hosiannas für Louis Farrakhan, nutzten die „Nation of Islam“ offensiv als Sicherheitsorgan und nutzten ihren Einfluss, um Israel als den größten Staatsverbrecher der Welt neu zu definieren – eine wahre Meisterleistung, wenn man eine solche Katastrophe gleich nebenan erlebt. Juden drückten ihr Unbehagen aus, aber immer wieder wurden sie ignoriert – sogar von einigen ihrer eigenen Führung, von einigen unserer eigenen Rabbiner, die sagten, dass es egoistisch sei, wenn man wolle, dass Menschen in Gemeinschaftsräumen einfach keinen bösartigen Hass auf uns schüren, sondern das sei ein „auf-sich-selbst-zentrieren“.

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