Wie kann man nach dem Holocaust noch glauben?

Wie kann ein Jude nach Auschwitz noch an G-tt glauben? Über sechs Millionen Menschen mussten deshalb sterben, weil sie Juden waren. Der begrenzte menschliche Verstand vermag den Ratschluss des Ewigen nicht zu erfassen, doch weder Gaskammern noch Krematorien konnten die jüdische Seele vernichten. Die angemessene Antwort auf Hitlers Vernichtungswerk ist deshalb nicht die Abkehr von G-tt, sondern der entschlossene Wiederaufbau jüdischen Lebens durch Tora, Mizwot, Vertrauen und Freude. (JR)
Nach über 80 Jahren stellen die Menschen immer noch dieselben Fragen: Wo war G-tt während des Holocausts? Wie können wir nach dem Holocaust noch an G-tt glauben? Wenn G-tt gerecht ist, wie konnte Er dann den Holocaust zulassen? Warum hat G-tt keine Wunder während des Holocausts vollbracht?
Wer stellt diese Fragen?
Diese Fragen können nur von einem Gläubigen gestellt werden. Gäbe es nämlich keinen G-tt (G-tt bewahre), brauchte niemand diese Fragen zu stellen. Ohne G-tt hat die Welt kein Ziel, keinen Sinn und keinen Zweck. Die Menschen könnten nach eigenem Gutdünken handeln, da von ihnen keine Rechenschaft gefordert würde. Es wäre denkbar, Superrassen zu entwickeln, wo nur die Kräftigsten überleben. In einer G-ttlosen Welt ist der Holocaust keine theologische Frage, sondern vielmehr eine Aussage darüber, wie tief der Mensch sinken kann. Die Frage ist dann rein rhetorisch und sollte nicht lauten: „Wo war G-tt während des Holocausts?“, sondern vielmehr: „Wo war der Mensch während des Holocausts?“
Die Tatsache, dass sogar die „Nichtgläubigen“ ständig fragen: „Wo war G-tt?“, ist der beste Beweis, dass sie tief im Herzen an G-tt glauben und sich nach einer Antwort sehnen. Milder ausgedrückt: „Tatsächlich möchten sie an G-tt glauben. Aber wegen des Holocausts haben sie das Gefühl, dass sie nicht glauben können.“
Für einen wahren Gläubigen sollte es keine Fragen geben. Er zitiert den Vers (Deuteronomius 32:4-5): „Der Fels! Sein Werk ist perfekt, denn alle Seine Wege sind gerecht; ein G-tt des Glaubens, ohne Fehler, Er ist gerecht”. Der Glaube eines Menschen wird nicht dadurch herausgefordert, dass er den Ewigen nicht versteht, denn welcher Sterbliche kann den Allmächtigen wirklich verstehen?
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