Tischa beAw: Erinnerung an Tempelzerstörung, Exil und Verfolgung

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Tischa beAw, der 9. Tag des hebräischen Monats Aw (Juli), ist der zentrale Trauer- und Fasttag des jüdischen Kalenders. An ihm gedenkt das jüdische Volk der schwersten nationalen und religiösen Katastrophen seiner Geschichte. Im Mittelpunkt steht die Zerstörung der beiden Tempel in Jerusalem: des Ersten Tempels durch die Babylonier im 6. Jahrhundert v. u. Z. und des Zweiten Tempels durch die Römer im Jahr 70 n. u. Z. Mit dem Untergang des Tempels verlor das jüdische Volk nicht nur sein religiöses Zentrum, sondern auch den sichtbaren Mittelpunkt seiner nationalen Existenz. Tischa beAw steht damit für Verlust, Exil und Verfolgung, aber auch für die ungebrochene Hoffnung auf Trost, Wiederherstellung und Erlösung. (JR)

Von Chabad.org

Am 9. Aw (Tischa beAw) gedenken wir einer ganzen Liste so schlimmer Katastrophen die diesen Tag offensichtlich als verwünscht gelten lassen.

Chronologisch gestalten sich dies Katastrophen so: Im Jahre 1313 vor dem Anfang der Zählung des bürgerlichen Kalenders: Die Israeliten sind in der Wüste, unmittelbar, nachdem sie den wundersamen Ausgang aus Ägypten erlebt haben und nun bereit sind, ins Versprochene Land hineinzugehen. Doch vorerst senden sie eine Kundschafterdelegation, die ihnen bei der Planung einer sorgfältige Kampfstrategie helfen soll. Doch die Spione kehren am 8. Aw zurück mit der Meldung, dass das Land uneinnehmbar ist. In dieser Nacht des 9. Aw klagen die Israeliten, dass sie eher nach Ägypten zurückkehren als sich von den Kanaanitern abschlachten lassen würden. G-tt ist über diese öffentliche Misstrauensäußerung gegenüber Seiner Macht sehr unzufrieden und lässt infolgedessen jene Generation nie ins Land Israel hineingehen. Nur ihren Nachkommen wird dieses Privileg nach weiteren 38 Jahren Wüstenwanderung gewährt.

Im Jahre 423 vor Beginn des bürgerlichen Kalenders wurde am 9. Aw der Erste Tempel zerstört. Fünf Jahrhunderte später, im Jahre 69 nach Beginn des bürgerlichen Kalenders, näherten sich die Römer dem Zweiten Tempel und setzten ihn in Brand, - zum Entsetzen der Juden, als diese bemerkten, dass ihr Zweiter Heiliger Tempel am selben Tag wie der Erste Tempel zerstört worden war.

Als die Juden sich gegen das Römische Regime auflehnten, erhofften sie in ihrem Anführer, Simon bar Kochba, die Erfüllung ihrer messianischen Erwartungen. Doch ihre Hoffnungen zerschlugen sich im Jahre 133 nach Beginn des bürgerlichen Kalenders, als die Jüdischen Rebellen in der Schlacht von Bejtar grausam niedergemetzelt wurden. Das Datum dieses Massakers war natürlich der 9. Aw.

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