Tu BeAw - Liebe und Wiedererwachen

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Der 15. Aw, Tu BeAw (Abend des 28. Juli bis zum Sonnenuntergang am 29. Juli), gehört zu den stilleren, heute weniger bekannten Festtagen des jüdischen Kalenders. Nach den Tagen der Trauer um die Zerstörung des Tempels steht dieses Datum für Trost, Erneuerung und die heilige Ordnung jüdischen Lebens. Laut dem Talmud war es ein alter Brauch, dass die unverheirateten Frauen Jerusalems in weißen Kleidern in den Weinbergen tanzten, um von den Männern als Braut erwählt zu werden. Er gilt heute als jüdisches Äquivalent zum Valentinstag. (JR)

Von Dr. William Stern

Das alltägliche Niveau von Moral und der Mores unserer Zeit, wie es sich allzu oft in sehr hässlicher, abstoßender Weise abzeichnet, dürfte hinlänglich bekannt sein; tatsächlich sollte man ihm nicht einmal die „Ehre“ erweisen, es einer näheren Beschreibung zu würdigen. Der direkte Eindruck via Augen und Ohren, sowie auch die Überbetonung, die derlei Dinge in den Medien erfahren, dürften allein schon dazu angetan sein, den Stand der Dinge klar zu machen.

Gleichzeitig und ebenfalls sollte sich eine ständige Wiederholung der gegenteiligen Charaktermerkmale erübrigen, die sich daraus ergeben, dass das Judentum, als Religion und Weltanschauung, Sauberkeit und Anstand in allen Lagen und unter allen Umständen zur anzustrebenden Norm erhebt. Manchmal aber ist es gut, die Theorie durch ein konkretes Beispiel zu verdeutlichen. Eine solche Gelegenheit bietet sich augenblicklich, anlässlich des Datums des 15. Aw im jüdischen Kalender, eines in alten Zeiten hervorragenden Fest- und Feiertages, an dem ganz vorzüglich eine große Sittenreinheit, ja Heiligkeit im Verhältnis zwischen Frauen und Männern zum Ausdruck kommt.

Vielen wird die betreffende Quelle in Mischna und Talmud geläufig sein, wo Rabban Schimeon ben Gamliel die folgende Erklärung abgibt:

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