Hyam Maccoby: Aufklärung über die Wurzeln des christlichen Judenhasses

Der britisch-jüdische Gelehrte Hyam Maccoby stellte mit seinem Werk „Jesus und der jüdische Freiheitskampf“ eine der zentralen Erzählungen des Christentums radikal infrage: Nicht der jüdische Jesus, sondern Paulus habe die neue Religion geschaffen und den judäischen Freiheitskämpfer in eine hellenistische Erlöserfigur verwandelt. Um die neue Religion im Römischen Reich anschlussfähig zu machen, wurden die römischen Täter entlastet und die Juden zu Schuldigen am Tod Jesu erklärt – mit mörderischen Folgen über nahezu zwei Jahrtausende. Aus dieser Lüge von der jüdischen Schuld am Tod Jesu erwuchsen christlicher Judenhass, Pogrome, Vertreibung und schließlich jener antisemitische Vernichtungswahn, der im Holocaust seinen grauenvollen Höhepunkt fand. (JR)
Macht eine Auseinandersetzung mit dem Christentum, eine Diskussion über die katholische Kirche mit ihren 1.500 Mitgliedern, überhaupt Sinn in der Mongolei oder ist diese Religion mit ihren verschiedenen Ausrichtungen nicht eher ein Phänomen, oder sagen wir ein Problem, des Westens? Im September 2023 war der Papst zum ersten Mal in der Geschichte des Landes zu Besuch. Der Katholizismus und der Papst haben einen universellen Anspruch auf Wahrheit und wollen mit diesem Anspruch die ganze Welt bekehren. Deshalb halte ich es für wichtig, sich mit dieser Religion auch in der Mongolei auseinanderzusetzen, ihre Geschichte und ihren Inhalt zu kennen, wenn man nicht von ihr überrumpelt werden möchte.
Vor sieben Jahren habe ich zusammen mit Bayarsaikhan Publishing in Ulan Bator Karlheinz Deschners wegweisendes Buch „Mit Gott und den Faschisten“ herausgebracht, das die enge Zusammenarbeit von Papst Pius XI. und Papst Pius XII. mit Mussolini, Hitler und anderen Faschisten zum Thema hat und zeigt, dass der Faschismus in Europa nur mit der Unterstützung der katholischen Kirche entstehen konnte und dass der Vatikanstaat – der 1870 bei der Gründung des italienischen Nationalstaates aufgelöst wurde – erst durch den Faschisten Mussolini und die Lateranverträge 1929 wieder auf der historischen Bildfläche erschien.
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