Was nun, Mr. President?

Mit dem Abkommen hat US-Präsident Donald Trump Israel faktisch außen vor gelassen.© ANDREW HARNIK / GETTY IMAGES NORTH AMERICA_GETTY IMAGES VIA AFP

Was nun als diplomatischer Durchbruch im Nahen Osten verkauft werden soll, ist in Wahrheit die suizidale Kapitulation vor dem mörderischen Mullah-Regime. Donald Trump, der einst Obamas katastrophalen Iran-Kurs beendete, läuft Gefahr, Teheran nun selbst Geld, Zeit und internationale Aufwertung zu verschaffen. Ein Regime, das Israel vernichten will, Terrorarme wie Hisbollah, Hamas und Huthi-Milizen finanziert und seine eigene Bevölkerung knechtet und abschlachtet, verhandelt nicht in gutem Glauben, sondern kauft sich die nächste Angriffswelle. Wer wegen Börsenkursen, Ölpreisen und der Straße von Hormus vor Teheran zurückweicht, zwingt das verbrecherische Mullah-Regime nicht in die Knie, sondern zeigt, wie Amerika einknickt. (JR)

Von Julian M. Plutz

Bereits der erste Satz des Abkommens kommt einer Farce gleich: „Die Vereinigten Staaten von Amerika und die Islamische Republik Iran haben sich gemeinsam in gutem Glauben auf das Folgende verständigt.“ Die Tatsache, dass man dem mörderischen Mullah-Regime „guten Glauben“ unterstellt – einem Regime, das Zehntausende seiner eigenen Bürger ermordete, weil sie in Freiheit leben wollten, und das Israel seit Jahrzehnten unverblümt mit der Vernichtung droht, um den antisemitischen Traum Adolf Hitlers von einer judenfreien Welt zu vollenden –, lässt sprachlos zurück.

Allein dieser Satz markiert aus zionistischer Sicht, aber auch aus der Perspektive des schlichten gesunden Menschenverstands eine nicht hinnehmbare Zäsur. Seit dem folgenschweren Atomabkommen unter Barack Obama hat kein amerikanischer Präsident das illegitime Mullah-Regime international derart aufgewertet. Ausgerechnet unter Donald Trump, der die Freundschaft zu Benjamin Netanjahu stets demonstrativ zur Schau stellte und dessen erste Amtszeit mit der Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem sowie den Abraham-Abkommen zu den israelfreundlichsten der amerikanischen Geschichte zählt, scheint sich der Kurs verändert zu haben. Mit den 14 Punkten des nun bekannt gewordenen Abkommens delegitimiert Washington nicht nur das militärische Vorgehen Israels gegen den Iran und seine Terrorproxys, sondern im Nachhinein auch den eigenen Einsatz der amerikanischen Streitkräfte.

Noch schwerer wiegt jedoch ein anderer Umstand. Über die Sicherheit Israels wird verhandelt, ohne dass Israel überhaupt am Verhandlungstisch sitzt. Ausgerechnet jener Staat, der seit Jahrzehnten Ziel iranischer Vernichtungsdrohungen ist, dessen Bevölkerung regelmäßig von iranisch finanzierten Terrororganisationen beschossen wird und der den größten militärischen Preis für die Eindämmung der Islamischen Republik bezahlt hat, spielt in diesem Abkommen lediglich die Rolle des Betroffenen – nicht aber die eines gleichberechtigten Verhandlungspartners.

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