Vance, der Iran und der Verrat am Verbündeten Israel

US-Vizepräsident JD Vance.© AARON SCHWARTZ / AFP
Der US-Vizepräsident wollte sich als außenpolitischer Stratege der Trump-Regierung profilieren – und legte stattdessen einen diplomatischen Fehlstart hin, der von gefährlicher außenpolitischer Naivität zeugt. Sein Versuch, den Krieg gegen das iranische Mullah-Regime durch ein faules Abkommen zu beenden, stärkt die israelfeindlichen Mullahs in Teheran, lässt deren Raketenprogramm unangetastet und verschafft den Terrorhelfern der Hamas und Hisbollah neuen Spielraum. Besonders skandalös ist Vances herablassender Ton gegenüber Israel, das er wie einen abhängigen Vasallen behandelt, während der jüdische Staat seit dem 7. Oktober 2023 gegen die mörderischen Handlanger des Iran um das Überleben seiner Frauen, Kinder und Männer kämpft. Sollte dieser Kurs Bestand haben, wäre Trumps Iran-Politik nicht die Korrektur Obamas, sondern ihre toxische und brandgefährliche Neuauflage. (JR)
Nachdem JD Vance monatelang im Hintergrund geblieben war, während US-Außenminister Marco Rubio bei mehreren außenpolitischen Initiativen die Führung übernahm – darunter auch im Krieg gegen den Iran –, trat der US-Vizepräsident nun aus dem Schatten. Vance hatte den Krieg von Beginn an abgelehnt. Als Trump zunehmend frustriert darüber war, dass Iran trotz der schweren Militärschläge nicht kapitulierte, wuchs Vances Ansehen innerhalb der Trump-Anhängerschaft.
Als die Vereinigten Staaten und Iran schließlich eine Absichtserklärung vereinbarten, bei der Israel außen vor blieb, war es Vance, der im Weißen Haus die Fragen dazu beantwortete. Danach wurde er in die Schweiz geschickt, um ein Kriegsende auszuhandeln. Dieses sollte offenbar mehrere Ziele zugleich erfüllen: die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus sichern, die Benzinpreise senken und zugleich doch noch das ursprüngliche Hauptziel des Krieges erreichen – die Beseitigung der Bedrohung durch das iranische Atomprogramm.
Für Vance war das ein erheblicher politischer Erfolg. Er hatte Trump offenbar dazu gebracht, den erfahrenen und hochkompetenten Marco Rubio an den Rand zu drängen. Zugleich erhielt er freie Hand, Amerikas israelische Verbündete zu übergehen und öffentlich zu brüskieren. Dass Vance nun an die Spitze der amerikanischen Außenpolitik rückte, bedeutete einen Sieg für den neo-isolationistischen und israelkritischen Flügel innerhalb der Regierung und der Republikanischen Partei. Vorläufig stärkte dies auch seine Stellung als möglicher Favorit für die Nachfolge Trumps im Jahr 2028.
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