Wein aus Israel: Von der biblischen Tradition zum wettbewerbsfähigen Qualitätsprodukt

Lange war der Wein aus dem jüdischen Staat verkannt – doch nun findet er immer mehr Anerkennung

Weinkellerei in Israel

Von Dr. Stefan Winckler

Der Wein erfreue des Menschen Herz.

(Psalm 104,15)

 

Während Wein aus der Neuen Welt seit über zwei Jahrzehnten in den Lebensmittelmärkten angeboten wird – gemeint sind die Herkunftsländer Chile, Argentinien, Australien, Kalifornien – ist Qualitätswein aus einem Kernland der Alten Welt, Israel, hierzulande noch wenig bekannt. Das liegt nicht zuletzt an der geringen Rebfläche von rund 7.000 Hektar (zum Vergleich: die Weinanbaufläche in Franken beläuft sich im Jahre 2021 auf 6.304 Hektar), die zur Hälfte zum Anbau von Tafeltrauben dient.

 

Weinprobe auf dem Golan

Der Verfasser besuchte im Januar 2020 ein Weingut auf den relativ niederschlagsreichen, durch Vulkanböden gekennzeichneten Golanhöhen. Es war möglich, ohne Anmeldung zu erscheinen, fünf verschiedene Sorten zu probieren und in der Produktionshalle zu fotografieren.

Die Weißweine der Sorten Chardonnay und Sauvignon Blanc waren schmackhaft. Und die Roten?

Der eine war ein sehr überzeugender Malbec, der den besten argentinischen Gewächsen in nichts nachstand.

Über den anderen, Hermon Cabernet Sauvignon (Hersteller: Golan Heights Winery), Jahrgang 2017, schrieb die Fachzeitschrift „Falstaff“ am 26. November 2019:

„Mittleres Karmingranat, Ockerreflexe, breitere Randaufhellung. Mit einem Hauch von Nougat unterlegtes rotes Waldbeerkonfit, frische Orangenzesten. Mittlere Komplexität, rote Beerenfrucht, dezente Tannine, frisch und mit feiner Schokoladenote im Abgang ausgestattet, schlanker, aber zugänglicher Stil“.

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