Purim – der fröhlichste Tag im Jahr

Das Judentum ist reich an Feiertagen und es gibt nur wenige Monate im jüdischen Kalender, die über keinen Feiertag verfügen. Dennoch gibt es einen bestimmten Festtag, der sich vom üblichen „Style“ der anderen Feiertage unterscheidet und mit seinen Bräuchen auffällt: Richtig, Purim!

Zu Purim verkleidete Familie© AFP

Von Dovid Gernetz

Die Purim-Geschichte

Die Geschichte, die hinter diesem Feiertag steht, passierte während des persischen Exils, kurz vor der Erbauung des Zweiten Tempels und wird daher verständlicherweise in der Tora nicht erwähnt:

Haman, Nachkomme von Amalek und großer Antisemit, wird zum Berater und zur Rechten Hand des mächtigen Königs Achaschwerosch (wahrscheinlich Xerxes I. 486-465 v.d.Z.) ernannt. Er schaffte es, den König davon zu überzeugen das gesamte jüdische Volk, Männer, Frauen und Kinder gnadenlos zu vernichten. Das riesige Königreich von Achaschwerosch reichte „von Indien bis Äthiopien“ (Ester Kap.1, Vers 1), sodass dies ein wahrer Genozid werden sollte. Durch ein Los (auf Hebräisch „Pur“) wurde der 13. Adar als Datum für das große Gemetzel ausgewählt.

Doch G´tt ließ das jüdische Volk auch im Exil nicht im Stich und im Inkognito-Modus (daher wird der Name G´ttes in der gesamten Megilat Ester nicht erwähnt) führte er die Dinge so, dass letztendlich Haman und seine zehn Söhne am Galgen landeten „und beim jüdischen Volk Erleichterung, Freude und Jubel“ (siehe Ester Kap.8, Vers 16) herrschten:

Alles begann damit, dass Waschti, die First Lady des persischen Königreichs, wegen Ungehorsam gegenüber dem König in Ungnade fiel und aus dem Königshaus verbannt wurde (manche vermuten auch, dass sie hingerichtet wurde). Um einen geeigneten Ersatz für Waschti zu finden, ließ Achaschwerosch alle Jungfrauen seines Königreichs versammeln und jede bekam eine private Audienz beim König. Unter den Jungfrauen, die dem König präsentiert wurden, befand sich auch Ester, eine Waise, die von ihrem Onkel Mordechai adoptiert und gegen ihren Willen ins Königshaus verschleppt wurde.

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