Ein zweiter Israeli im All

Die Weiten des Weltraums verlocken zur Erkundung. Nach Ilan Ramon tritt nun ein zweiter Israeli diese exklusive Reise an.

© / AFP

(Israelnetz) Im kommenden Jahr plant mit Etan Stibbe der zweite Israeli einen Flug ins All. Der frühere Kampfpilot soll Ende 2021 mit dem privaten Raumfahrtunternehmen Axiom Space etwas mehr als eine Woche um die Erde kreisen und dabei auch auf die Internationale Raumstation (ISS) kommen. Bei einer Pressekonferenz stellte Staatspräsident Reuven Rivlin die Personalie vor.

Rivlin sprach dabei von einem „Tag der nationalen Freude und des großen Stolzes“. Er ergänzte: „Ein israelischer Pilot mit der blau-weißen Flagge auf seiner Schulter wird einmal mehr beweisen, was wir hier seit 72 Jahren zeigen: Nicht einmal der Himmel ist die Grenze.“

 

In den Fußstapfen Ramons

Mit 62 Jahren wird Stibbe einer der ältesten Menschen im All sein; den Altersrekord hält der Amerikaner John Glenn, der 1998 mit 77 Jahren die Reise antrat. Als Millionär finanziert Stibbe die Reise selbst. Im Weltraum will er eine Reihe von Experimenten für israelische Technologie und Wissenschaft durchführen; Interessenten können sich hier in den kommenden Wochen melden. Außerdem ist ein Programm für Kinder geplant.

Rivlin sieht Stibbe damit als „israelischen Vertreter der menschlichen Bemühung, die wunderhaften Mechanismen zu verstehen, die das Leben auf der Erde ermöglichen, und die Geheimnisse des Universums zu entschlüsseln“.

Bei der Pressekonferenz anwesend war auch der Sohn des ersten Israelis im All, Tal Ramon. Dessen Vater Ilan kam 2003 beim Absturz der Raumfähre Columbia ums Leben. Die Ramon-Stiftung zum Gedenken an den verunglückten Astronauten hat daran mitgewirkt, dass ein Israeli an der Mission teilnimmt. Ilan Ramon war einst der Kommandeur von Stibbe in der israelischen Luftwaffe und ein enger Freund.

 

Tragische Familiengeschichte

Rivlin würdigte bei seiner Ansprache insbesondere die Ramon-Familie. Diese sei „eine Quelle israelischer Inspiration“. Der Präsident erinnerte auch an Ramons Sohn Assaf, der 2009 als Kampfpilot tödlich verunglückte. Der damals 21-Jährige hatte auch vor, ins All zu fliegen. Die Mutter Rona starb vor zwei Jahren an Krebs. Der 2019 in Betrieb genommene Flughafen bei Eilat ist nach Ilan und Assaf Ramon benannt.

Stibbe war 43 Jahre lang als Kampfpilot tätig. Er studierte Mathematik und Computerwissenschaft an der Bar-Ilan-Universität. Er ist Gründer und Chef der Kapitalbeteiligungsgesellschaft Vital Capital Fund. Für die Vorbereitung auf den Einsatz im All wird er in den USA, Deutschland und Russland trainieren. Mit ihm werden zwei weitere Astronauten ins All fliegen.

Sehr geehrte Leser!

Die alte Website unserer Zeitung mit allen alten Abos finden Sie hier:

alte Website der Zeitung.


Und hier können Sie:

unsere Zeitung abonnieren,
die aktuelle oder alte Ausgaben bestellen
sowie eine Probeausgabe bekommen

in der Druck- oder Onlineform

Unterstützen Sie die einzige unabhängige jüdische Zeitung in Deutschland mit Ihrer Spende!

Werbung


Koscherer Familienurlaub in Deutschland

Koscherer Familienurlaub in Deutschland

Wie eine kinderreiche jüdische Familie einen Urlaub in Deutschland nach den Regeln des Judentums organisieren kann.

Der Dienst der 400.000: Freiwillige kehren in die Kibbuzim zurück

Der Dienst der 400.000: Freiwillige kehren in die Kibbuzim zurück

Volontäre dürfen wieder nach Israel einreisen

Wege zurück ins jüdische Görlitz

Wege zurück ins jüdische Görlitz

Die in Deutschland lebende Amerikanerin Lauren Leiderman bringt jüdische Ex-Görlitzer aus aller Welt per Facebook zusammen. Selbst Anne Frank hatte eine besondere Verbindung zu der Stadt an der Neiße.

Schutz für die wichtigsten Steine der Welt

Schutz für die wichtigsten Steine der Welt

Die Klagemauer mit ihren rund 2.000 Jahre alten Steinen bedarf der besonderen Pflege. Die Restaurierungsarbeiten dienen auch dem Schutz der Besucher. Gleichzeitig leisten sie einen Beitrag zum Erhalt der historischen Steine.

George Washingtons einzige koschere Mahlzeit

George Washingtons einzige koschere Mahlzeit

Warum der erste US-Präsident für die Juden ein Held ist

Purim – der fröhlichste Tag im Jahr

Purim – der fröhlichste Tag im Jahr

Das Judentum ist reich an Feiertagen und es gibt nur wenige Monate im jüdischen Kalender, die über keinen Feiertag verfügen. Dennoch gibt es einen bestimmten Festtag, der sich vom üblichen „Style“ der anderen Feiertage unterscheidet und mit seinen Bräuchen auffällt: Richtig, Purim!

Tu BiSchwat - Der über 2000 Jahre alte jüdische Tag des Umweltschutzes und der Bäume

Tu BiSchwat - Der über 2000 Jahre alte jüdische Tag des Umweltschutzes und der Bäume

Die Juden bedurften nicht der Grünen, um die Umwelt zu schützen. Im modernen Israel ist Tu BiSchwat ein nationaler Feiertag: Schulkinder, Jugendliche und Erwachsene pflanzen neue Baumsetzlinge im ganzen Land.

Mendl‘s Bar Mitzwah

Mendl‘s Bar Mitzwah

Dattelpalmen aus 2.000 Jahre alten Samen tragen erstmals Früchte

Dattelpalmen aus 2.000 Jahre alten Samen tragen erstmals Früchte

Sie zählen zu den ältesten Kernen, die jemals zum Keimen gebracht wurden: Israelischen Forscherinnen ist es gelungen, aus altertümlichen Dattelsamen Pflanzen zu ziehen. Nun verkosten sie die ersten Früchte. Es ist eine geschmackliche Reise 2.000 Jahre in die Vergangenheit.

Israelische Jugendliche finden Goldschatz

Israelische Jugendliche finden Goldschatz

Während einer Ausgrabung der israelischen Altertumsbehörde in Zentralisrael wurde ein Schatz von 425 Münzen reinen Goldes entdeckt, die aus dem späten neunten Jahrhundert stammen, als das Kalifat der Abbasiden von Persien Eretz Israel besetzt hielt.

Das Land von Milch, Honig und Cannabis

Das Land von Milch, Honig und Cannabis

In seinem Umgang mit Cannabis gilt Israel als liberal, und in der Forschung des medizinischen Cannabis ist das kleine Land führend. Die Regierung möchte die Grundlagen dafür legen, dass Cannabis-Medikamente künftig so normal sind wie Kopfschmerztabletten.

Fische bewachen Israels Trinkwassersystem

Fische bewachen Israels Trinkwassersystem

Was der Kanarienvogel früher für Bergleute war, sind heute Fische für den Schutz von Israels Trinkwasser. In Be’er Scheva werden sie erfolgreich zur Erkennung von Hacker-Angriffen auf die Wasser-Infrastruktur eingesetzt.

Werbung

Alle Artikel
Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr dazu..
Verstanden