Dattelpalmen aus 2.000 Jahre alten Samen tragen erstmals Früchte

Sie zählen zu den ältesten Kernen, die jemals zum Keimen gebracht wurden: Israelischen Forscherinnen ist es gelungen, aus altertümlichen Dattelsamen Pflanzen zu ziehen. Nun verkosten sie die ersten Früchte. Es ist eine geschmackliche Reise 2.000 Jahre in die Vergangenheit.

© By Mmcknight4 https://commons.wikimedia

(Israelnetz) Ein großer Forschungserfolg: Am Freitag haben israelische Wissenschaftler die ersten Datteln von Palmen verkostet, die sie aus 2.000 Jahre alten Kernen züchteten. Auf einem Hügel mit Blick auf die Jerusalemer Altstadt sprachen sie das Schehechejanu-Gebet zur Feier des besonderen Ereignisses und hielten die traditionelle jüdische Zeremonie zur Darbringung des Zehnten. Das Gebet „Der uns am Leben erhalten hat“ sprechen Juden unter anderem, wenn sie Früchte essen, die sie nur zu einer bestimmten Jahreszeit erhalten.

Seit 15 Jahren widmen sich Sarah Sallon vom Zentrum für Naturmedizinforschung der Hadassah-Universität und Elaine Solowey vom Zentrum für Nachhaltige Landwirtschaft des Arava-Instituts für Umweltforschung der Wiederbelebung der Judäischen Dattel. Als Grundlage dienen ihnen Kerne, die bei archäologischen Ausgrabungen entdeckt wurden. Von Dutzenden Fundstücken konnten bisher sieben zum Keimen gebracht werden. Die Pflanzen gedeihen in der Aravasenke.

Die etwa 100 geernteten Früchte stammen von einer Palme, der die Forscherinnen den Namen Hanna gaben. Sie keimte vor zehn Jahren. Bestäubt wurde sie mit Pollen von „Methusalem“, einer männlichen Palme, die vor 15 Jahren das Licht der Welt erblickte. Hanna wuchs aus einem Samen aus Qumran, einer Stätte am Toten Meer, an der auch die Qumran-Rollen gefunden wurden. Methusalem spross aus einem Kern, der bei Ausgrabungen in Masada entdeckt wurde. Untersuchungen mit der Radiokarbon-Methode ergaben, dass beide Samen mehr als 2.000 Jahre alt sind.

 

Geschmack nah am Original

Die Dattelsorte erhielt den wissenschaftlichen Namen Phoenix Dactylifera. Im Altertum pries man sie insbesondere für ihre Größe, den süßen Geschmack und die Möglichkeit, sie lange einzulagern. Bei der Verkostung bescheinigten Experten ihr eine leicht trockene Konsistenz und einen Geschmack wie von Naturhonig. Form und Geschmack erinnern an die zeitgenössische Zahidi-Dattel, die als irakische Sorte gilt.

Laut Sallon dürfte der Geschmack der geernteten Früchte zwar nicht exakt, aber nahezu identisch mit dem der Datteln des Altertums sein. Damals benutzte man für deren Züchtung die besten Stecklinge der Bäume, nicht die Kerne. Allgemein gibt es zwei Gruppen von Dattelsorten: Eine östliche und eine westliche. Zur östlichen zählen Palmen, die auf dem Gebiet des alten Mesopotamiens und der arabischen Halbinsel wachsen, zur westlichen die aus Nordafrika. In Israel, wo die Handelsrouten ineinanderliefen, kamen beide zusammen.

Während die übrigen Zöglinge westliche Züge tragen, weise die DNA von Methusalem und Hanna eher östliche Merkmale auf. Sallons Theorie lautet: „Wir wissen aus dem Talmud, dass exilierte Juden in Babylonien Datteln züchteten. Es ist möglich, dass sie die Samen mitbrachten, als sie nach Zion zurückkehrten.“

Die Zeitung „New York Times“ berichtet von Witzeleien nach der Verkostung in Sallons Institut: Nun könne die neue alte Dattelsorte in Massenproduktion gehen. Vermarkten werde man sie als „die Dattel, die Jesus aß“ und die Einnahmen für weitere Forschung nutzen.

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