Taktloser Abstecher von Yad Vashem zu Holocaust-Relativierer Abbas

Regierungschefs wie Emmanuel Macron machten im Zuge der Holocaust-Gedenkfeiern in Israel auch „Palästinenser“-Führer Abbas ihre Aufwartung – eine Pietätlosigkeit angesichts dessen Verharmlosung des Holocausts in seiner Doktorarbeit.

Abbas empfängt Macron am 22. Januar 2020© PPO , AFP

Von Ron Agam (Algemeiner)

Die Nachricht, dass 46 führende Persönlichkeiten der Welt – darunter Präsidenten, Premierminister und der US-Vizepräsident Mike Pence – zum Weltholocaust-Forum in Yad Vashem in Jerusalem zusammenkommen werden, um den 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz zu begehen, ist angesichts des weltweit zunehmenden Antisemitismus eine ermutigende Nachricht.

Nicht ermutigend ist die Nachricht, dass der russische Präsident Wladimir Putin, der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Prinz Charles die Gelegenheit nutzen wollen, während ihres Israel-Besuchs auch mit dem Präsidenten der «Palästinensischen Autonomiebehörde», Machmud Abbas, zusammenzutreffen.

Es ist in der Tat beschämend, unerträglich und unvorstellbar respektlos, dass sie dies während einer Veranstaltung zum Gedenken an den Holocaust tun, denn Abbas ist einer der prominentesten Holocaust-Leugner der arabischen Welt.

In einem Artikel im «The Tower» analysierte der israelische Wissenschaftler Edy Cohen Abbas’ Buch «The Other Face of the Secret Connections Between Nazism and the Leadership of the Zionist Movement» und kam zum Schluss, dass es beweist, dass «Antisemitismus und Holocaust-Leugnung in Palästina von ganz oben kommen».

 

Abbas’ unseriöse Quellen

Cohen weist darauf hin, dass Abbas keinen Hehl daraus macht, dass er glaubt, der Holocaust sei entweder gar nicht geschehen oder stark übertrieben worden.

Cohen weist darauf hin, dass Abbas in seinem Buch schreibt: «Die Zahl der jüdischen Opfer soll sechs Millionen betragen. Aber sie war wahrscheinlich viel geringer, vielleicht weniger als eine Million.»

An einem anderen Punkt behauptete Abbas: «Viele Forscher haben die Frage der Zahl der Toten – sechs Millionen – beurteilt und kamen zu außergewöhnlichen Schlussfolgerungen, wonach die Zahl der jüdischen Opfer in die Hunderttausende geht.»

In Bezug auf die Gaskammern behandelt Abbas die Behauptungen eines der berühmtesten Holocaust-Leugner der Welt als Tatsache und schreibt: «Diese Räume sollen zur Tötung von Juden bestimmt gewesen sein. Die vom französischen Professor Robert Faurisson veröffentlichte wissenschaftliche Forschung weist [die Behauptung] zurück, dass diese Kammern für die gerüchtehaften Zwecke, d.h. für die Ermordung lebender Menschen, benutzt wurden, und behauptet, dass sie nur für die Verbrennung von Leichen bestimmt waren, da man befürchtete, dass sich Krankheiten in der Umgebung verbreiten könnten.

Dass Abbas Faurisson als legitime Quelle zitiert und seine Behauptungen als «wissenschaftliche Forschung» bezeichnet, sagt alles. Tatsächlich war Faurisson ein Holocaust-Leugner, der so giftig war, dass die französischen Behörden ihn schließlich wegen rassistischer Aufstachelung strafrechtlich verfolgten und verurteilten. Doch Abbas betreibt genau die gleiche Aufhetzung, indem er Faurisson selbst zitiert, ohne jede Konsequenz.

Die führenden Politiker der Welt, die sich derzeit in Scharen mit Abbas treffen, würden zweifellos sagen, dass sein Buch eine Art jugendliche Indiskretion ist, und der «Palästinenser»-Führer sei mittlerweile ein vertrauenswürdiger Gemäßigter.

Aber Abbas hat bis heute weiterhin bösartig antisemitische Äußerungen über den Holocaust gemacht.

 

Juden selbst schuld?

In einer Rede im Mai 2018 zum Beispiel gab Abbas eine, wie er es nannte, «Geschichtsstunde», in der er sagte, der Holocaust sei durch das «soziale Verhalten der Juden, Zinsen [zu verlangen] und finanzielle Angelegenheiten» verursacht worden.

Ausgerechnet während einer Holocaust-Gedenkfeier mit Abbas zusammenzutreffen, ist daher erstaunlich respektlos gegenüber den Opfern und Überlebenden des Holocaust sowie dem gesamten Staat Israel. Es kommt einer Art säkularer Blasphemie gleich, die impliziert, dass das Gedenken an den Holocaust und die Leugnung des Holocaust irgendwie gleich legitim sind, und mit gleichem Respekt behandelt werden sollten.

Wäre er ein französischer Professor, würde Abbas wahrscheinlich das gleiche Schicksal ereilen wie Faurisson. Stattdessen darf er nicht nur weiterhin seinen rassistischen Hass ausspucken, sondern er darf auch von einigen der mächtigsten Führer der Welt mit Ehre und Respekt behandelt werden.

Dies ist eine inakzeptable Situation, und Israel sollte offiziell bei den Regierungen protestieren, die dies zugelassen haben. Alles andere wäre ein Verrat an den Opfern des Holocausts, derer die Staatsführer angeblich gedenken wollten.

 

Ron Agam ist ein führender französisch-israelischer Künstler und Aktivist.

 

Übersetzung aus dem Englischen von Daniel Heiniger

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