Schweigen ist Gleichgültigkeit und Duldung

Israelische Diplomaten nehmen in Ostasien den Internationalen Holocaust-Gedenktag zum Anlass den einheimischen Schülern erstmals von den Gräueltaten der Nationalsozialisten zu erzählen.

Kinder legen am 26. Januar 2020 Blumen am Holocaust-Mahnmal von Thessaloniki nieder.© Sakis MITROLIDIS, AFP

(Israelnetz) Die Vereinten Nationen haben am Montag in New York mit einer besonderen Vollversammlung an den Holocaust erinnert. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte in seiner Rede Antisemitismus und ergänzte: „Heute vor 75 Jahren, als Soldaten nach Auschwitz kamen, waren sie erschüttert von den Anblicken. Es ist unsere Pflicht, von Neuem die Lektionen des Holocaust zu lernen und zu lehren, damit er sich niemals wiederholt.“

Der israelische Botschafter Danny Danon wies darauf hin, dass eine direkte Erinnerung an die Schoah bald nicht mehr möglich sein werde: „Wir sind die letzte Generation, die das Vorrecht hat, über die Schoah von denen zu lernen, die gezwungen wurden, die Schrecken zu durchleben. Wenn die Erinnerung zu schwinden beginnt, schwindet auch die Möglichkeit, zu glauben, dass ein Ereignis wie die Schoah wirklich passiert ist.“ Wie in den 1930er Jahren reiche es auch heute nicht aus, dass die Weltöffentlichkeit Antisemitismus verurteilt. „Es ist Zeit für Taten.“

Bei der Veranstaltung zum Internationalen Holocaust-Gedenktag kamen auch Überlebende zu Wort. Einer von ihnen war der ehemalige Richter am UN-Kriegstribunal Theodor Meron, der neun Jahre alt war, als die Nazis seine Heimat Polen überfielen. Er sagte, die Ereignisse des Holocaust seien für viele weit weg, abgetrennt durch „Jahrzehnte des Fortschritts“. Doch: „Für diejenigen, die sie durchlebt haben, wie ich als Junge im besetzten Polen, sind sie nur allzu wirklich.“ Der größte Teil seiner Familie sei dem Holocaust zum Opfer gefallen.

Meron erinnerte daran, dass nicht nur ein Drittel der Juden ausgelöscht worden sei. „Oft wird vergessen, dass Millionen Russen und Polen ebenfalls der Mordmaschinerie der Nazis zum Opfer fielen.“ Zudem würdigte der israelisch-amerikanische Jurist Menschen, die für die Rettung von Juden ihr Leben riskiert hatten.

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