Der Tod eines Terroristen

Ohne General Soleimani ist der Nahe Osten besser dran. Die Appeasement-Phrasendrescher in den deutschen Redaktionsstuben vergleichen die Tötung des Mörders Soleimanis mit der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand.

General Soleimani© HO/KHAMRNRI.IR, AFP

Von Laila Mirzo

Mit der Unart des systematischen Framings deutscher Medienhäuser kann man in der Zwischenzeit von einer bewussten und strukturellen Manipulation der Bevölkerung sprechen. Gerade wenn es um die Berichterstattung zu Israel, Russland oder den USA geht, sucht man vergebens nach journalistischer Neutralität. So verhält es sich auch mit dem „Zeit“-Artikel des Journalisten Michael Thumann über die militärische Intervention der USA im Irak, bei der der iranische General Kasim Soleimani gezielt getötet wurde. Soleimani war Oberbefehlshaber der Al-Quds-Brigaden, die für Auslandseinsätze des Mullah-Regimes zuständig waren – ein iranischer Staatsterrorist, der diverse „Spezialeinsätze“ im Nahen Osten befehligte und mit der Ausweitung des Einflusses der schiitischen Diktatur in der Region beauftragt war. Ziel ist die Errichtung eines „schiitischen Halbmondes“, eine Terrorstraße von Teheran über Bagdad und Damaskus bis nach Beirut.

Bei der präzisen Operation mit der „Sensenmann“-Drohne wurde auch seine rechte Hand, der irakische Milizen-Anführer Ibrahimi (auch bekannt unter seinem Kampfnamen Abu Mahdi al-Muhandis) ausgeschaltet. Der Begründer der Kataib Hisbollah, die u.a. Raketenangriffe auf amerikanische Stützpunkte durchführte, bei denen zuletzt ein US-Militärberater getötet worden war, war auch Kommandant der irakischen Volksmobilisierungstruppen. Beide werden direkt vom Iran bezahlt. Etwa 150.000 Milizionäre kämpfen im Irak unter iranischer Flagge.

Soleimani oder der „iranische Rommel“, wie ihn britische und amerikanische Militärs nannten, war verantwortlich für eine Vielzahl von Attentaten und Terroranschlägen, die Tausende von Menschen das Leben kosteten – darunter auch amerikanische Soldaten.

Die gezielte Tötung dieses Kriegsverbrechers beschreibt der „Zeit“-Journalist Thumann nun als „Attentat“ und „Kriegserklärung“ durch Donald Trump. Der amerikanische Präsident hätte sich seine Handlungsoptionen im Nahen Osten „extrem verengt“, sein Militärschlag könnte sich als „große Dummheit herausstellen“. Beim Lesen des Artikels „Das Attentat ist eine Kriegserklärung“ erscheint jedoch eher die Einschätzung Michael Thumanns als „große Dummheit“. Ein Attentat, egal ob politisch oder religiös motiviert, gilt gemeinhin als heimtückischer Mord. Die Bekämpfung verbrecherischer Demagogen, an deren Händen das Blut tausender Menschen klebt und von denen weiterhin eine akute Gefahr für Menschenleben ausgeht, als „Attentat“ zu bezeichnen, wirft Fragen zur ideologischen Heimat des Autors auf.

Thumann vergleicht mit einer beispiellosen Theatralik die Tötung des Milizgenerals mit dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger im Jahr 1914 in Sarajevo und stellt sich damit selbst ein Armutszeugnis in Geschichte aus. Es offenbart eklatante Defizite im Verständnis geopolitischer Zusammenhänge. Der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine ebenfalls ermordete Frau waren keine Terroristen.

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