Israel will ausgestorbene Mammuts unter Artenschutz stellen

Die weitsichtige Initiative des jüdischen Staates klingt angesichts der bereits ausgestorbenen Art seltsam, soll aber den Raub und die Zerstörung archäologischer Funde verhindern

Prähistorische Elefanten auf einem Gemälde von Zdenek Burian.

Von Ulrich Sahm

Ausgestorben, ausgestorbener, am ausgestorbensten? Diese Steigerungsformen scheinen etwas skurril und ist vergleichbar mit tot und toter. In diesem Sinne klingt ein Vorschlag Israels bei der derzeit in Genf tagenden Weltartenschutz-Konferenz (Cites) ein wenig seltsam. Der prähistorische Elefantenverwandte ist schon seit 10.000 Jahren ausgestorben. Einige Restpopulationen sollen sich bis etwa 2.000 vor Christus gehalten haben. Die Israelis beantragen nun, das ausgestorbene Wollhaarmammut unter Artenschutz zu stellen.

Dabei stellt sich heraus, dass neben Israel auch Kenia einen ähnlichen Antrag schon im Januar angemeldet haben: im Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) Wollhaarmammuts auf die Liste geschützter Tiere zu setzen. Letztlich geht es darum, heute noch lebende Elefanten zu retten und dem Elfenbeinhandel endgültig einen Riegel vorzuschieben. Wie die Wiener Zeitung „Kurier“ berichtet, schmelzen durch die Erderwärmung immer mehr Permafrostböden und legen Wollmammutkadaver frei. Bis zu 150 Millionen Mammuts könnten unter der Tundra liegen. Das Elfenbein ihrer Stoßzähne darf legal gehandelt werden. Schließlich sind die Urzeittiere bereits ausgestorben. Aus diesem Grund reisen findige Händler im Sommer nach Sibirien, um dort nach den Kadavern zu graben. Ihre Fundstücke exportieren sie fast ausschließlich nach China.

 

In China heiß begehrt

In China ist Elfenbein heiß begehrt: Es wird zur Herstellung von traditionellen Schnitzkunstwerken verwendet. In der chinesischen Medizin wird dem Material zudem eine heilende Wirkung nachgesagt. Nachdem die Volksrepublik Ende 2017 den Elfenbeinmarkt zum größten Teil geschlossen hat, bietet Mammutelfenbein eine legale Alternative. Es wird geschätzt, dass rund 50 % des in China verkauften Elfenbeins von Mammuts stammen.

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