Was ist „Daf Yomi“?

Seit 1923 gibt es auf Anregung des Rabbi Meir Shapira aus Lublin die spirituelle Bewegung täglich zwei Seiten des Talmuds zu lernen. An dieser beachtlichen jüdischen Lern-Initiative beteiligen sich mittlerweile mit großem Erfolg zehntausende jüdische Gläubige auf der ganzen Welt.

Rabbi Meir Shapira, der Initiator des Projektes© WIKIPEDIA

Von Patrick Casiano

Die Initiative „Daf Yomi“ geht zurück auf Rabbi Meir Shapira aus Lublin. Dieser schlug 1923 die Festlegung eines Lernzyklus vor, in dem man jeden Tag ein Blatt (zwei Seiten) des babylonischen Talmuds lernt und diesen somit in siebeneinhalb Jahren einmal komplett durchgelernt hat, bevor man zwecks Wiederholung wieder von vorne beginnt. Die Beschränkung auf nur ein Blatt bedeutet, dass sich diese Initiative nicht an Berufsrabbiner richtet, sondern an durchschnittliche Juden. Und die Etablierung eines festen Zyklus führt dazu, dass jeder Jude überall auf der Welt als Teil einer Gemeinschaft dasselbe Blatt lernt. Heute befinden wir uns im 14. Zyklus und die Jüdische Rundschau stellt etwas vom Inhalt des Talmuds dar, der in die Tage der jeweiligen Ausgabe fällt.

 

Eines der aktuellen Blätter

4. Januar 2021 (Megilla 23): Die besagte Stelle zählt verschiedene Gebote auf, die nur in Anwesenheit eines Minjan durchgeführt werden können. Ein Minjan ist ein Quorum von zehn religionsgesetzlich erwachsenen, jüdischen Männern, wobei man mit 13 Jahren erwachsen ist. Aufgezählt werden zum Beispiel die laute Wiederholung des Hauptgebets („Schoma Esre“ oder „Amida“) durch einen Vorbeter, nachdem bereits jeder Einzelne für sich leise gebetet hat. Weiterhin das Erheben der Hände durch die Cohanim (Nachfahren von Aharon dem Priester) zwecks Segnung der Anwesenden, das Vorlesen aus der Tora-Rolle, das Vorlesen der Maftir-Lesung aus den Büchern der Propheten, verschiedene Trauerbräuche, Segenssprüche bei einer Hochzeit, die Einfügung des Namen Gottes beim Dankgebet über Brot, etc. Für das Kaddisch-Gebet gilt bekanntlich dasselbe, auch wenn es an dieser Stelle nicht aufgeführt ist.

In der kurzen Stelle werden zwei Charakteristika talmudischer Diskussionen deutlich, die beide für den Talmud sehr typisch sind.

Sie können diesen Artikel vollständig in der gedruckten oder elektronischen Ausgabe der Zeitung «Jüdische Rundschau» lesen.

Vollversion des Artikels

€ 0,75 inkl. MwSt.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Hier können Sie

die Zeitung abonnieren,
die aktuelle Ausgabe oder frühere Ausgaben kaufen
oder eine Probeausgabe der Zeitung bestellen,

in gedruckter oder elektronischer Form.

Vollversion des Artikels

€ 0,75 inkl. MwSt.
Zugang erhalten

Sehr geehrte Leser!

Die alte Website unserer Zeitung mit allen alten Abos finden Sie hier:

alte Website der Zeitung.


Und hier können Sie:

unsere Zeitung abonnieren,
die aktuelle oder alte Ausgaben bestellen
sowie eine Probeausgabe bekommen

in der Druck- oder Onlineform

Unterstützen Sie die einzige unabhängige jüdische Zeitung in Deutschland mit Ihrer Spende!

Werbung


Rosch Haschana: Der kurze Weg zum Segen

Rosch Haschana: Der kurze Weg zum Segen

Es ist der Jahrestag der Schöpfung der Menschheit, der uns an die spezielle Beziehung zu G-tt erinnern soll. Am Neujahrsfest sollen wir besonders innig beten und die in Honig getauchten Äpfel nicht vergessen: Ein Zeichen dafür, dass selbst in schwerster Zeit, der jüdische, lebensbejahende Optimismus nie versiegt. (JR)

Daf Yomi – Stellen aus dem Talmud

Daf Yomi – Stellen aus dem Talmud

11923 hat Rabbi Meir Shapira aus Lublin die Initiative „Daf Yomi“ angeregt. Heute befinden wir uns im 14. Zyklus. Als Teil davon können Juden überall auf der Welt dasselbe Blatt aus dem Talmud lernen. Der Beitrag stellt eine Fortsetzung der in der Jüdischen Rundschau im Januar 2022 begonnenen jüdischen Lern-Initiative dar. (JR)

Leben in Israel?

Leben in Israel?

Welche Beziehung haben wir zu Israel? Erwartet G’tt von uns, dass wir alle im „Gelobten Land“ leben?

Reine Nervensache

Reine Nervensache

Paar- und Familientherapeut Rabbi David Kraus erklärt uns mit alltäglichen Geschichten aus dem Leben, wie wir, auch in herausfordernden Zeiten, Mut und Zuversicht schöpfen können.

Daf Yomi – Stellen aus dem Talmud

Daf Yomi – Stellen aus dem Talmud

In der Ausgabe vom Januar 2022 hat die Jüdische Rundschau damit begonnen, auszugsweise Stellen aus dem Talmud darzulegen und zu erörtern. Die Auswahl der Stellen erfolgt dabei anhand des festgelegten Lesezyklus, der als „Daf Yomi“ bezeichnet wird. Vgl. die Informationen in der genannten Ausgabe. Folgendes stellt eine Fortsetzung dar.

Warum das jüdische Volk immer  existieren wird

Warum das jüdische Volk immer existieren wird

Eine Replik auf das allzu resignative und kleingläubige Menetekel von Michael Wolffsohn zum Untergang des jüdischen Volkes. (JR)

Daf Yomi – Stellen aus dem Talmud

Daf Yomi – Stellen aus dem Talmud

11923 hat Rabbi Meir Shapira aus Lublin die Initiative „Daf Yomi“ angeregt. Heute befinden wir uns im 14. Zyklus. Als Teil davon können Juden überall auf der Welt dasselbe Blatt aus dem Talmud lernen. Der Beitrag stellt eine Fortsetzung der in der Jüdischen Rundschau im Januar 2022 begonnenen jüdischen Lern-Initiative dar. (JR)

Schawuot: Die Tradition der „Lernnacht“

Schawuot: Die Tradition der „Lernnacht“

Daf Yomi – Stellen aus dem Talmud

Daf Yomi – Stellen aus dem Talmud

Die Feier der Geheimnisse

Die Feier der Geheimnisse

Pessach Scheni: Die zweite Chance

Pessach Scheni: Die zweite Chance

Daf Yomi – Stellen aus dem Talmud

Daf Yomi – Stellen aus dem Talmud

Alle Artikel
Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr dazu..
Verstanden