Ruhen sollst du alle sieben Jahre

Die Bibel gebietet, den Feldern alle sieben Jahre Ruhe zu gönnen. Ökologie wurde im Judentum schon großgeschrieben als noch niemand dieses Wort kannte (JR).

Orthodoxe Juden ernten beim Mevo-Khoron-Kibbutz mit der Sichel.© MENAHEM KAHANA / AFP

Von Johannes Zang

Alle sieben Jahre könnte die Landwirtschaft ein zartes Band zwischen den Konfliktparteien knüpfen – zwischen israelischen Juden und „Palästinensern“. Der Grund: das Gebot des Brach- oder Schmitta-Jahres. Das biblische Buch Exodus (23,10 f.) gebietet: „Sechs Jahre sollst du dein Land besäen und seine Früchte einsammeln. Aber im siebenten Jahr sollst du es ruhen und brach liegen lassen, dass die Armen unter deinem Volk davon essen; und was übrigbleibt, mag das Wild auf dem Felde fressen. Ebenso sollst du es halten mit deinem Weinberg und deinen Ölbäumen.“ Auch in den Büchern Levitikus und Deuteronomium steht diese Mitzva, dieses hebräische Gebot.

Ein solches Schabbatjahr – nach jüdischer Zählung das Jahr 5782 – begann nun am Abend des 6. September mit dem Neujahrsfest Rosch HaSchanah. Der Begriff Schmitta kommt ebenfalls aus dem Hebräischen und meint in der Grundbedeutung „Loslassen“. Mit dem Schmitta-Jahr bricht für viele Juden auch das Ringen um eine gesetzeskonforme, halachische Regelung an. Klar ist: Nur die wenigsten Landwirte wollen auf ihre Ernte und die damit verbundenen Erlöse verzichten.

 

Gelehrte Auswege

Rabbiner sind daher spätestens seit der Staatsgründung Israels 1948 auf der Suche nach koscheren Lösungen. Die Buchautorin Dvora Waysman schrieb kürzlich in der Zeitung „Jerusalem Post“:

„Gelehrte Rabbiner wie der verstorbene Rabbi Abraham Isaak Kook stimmten einem ‚Heter‘ – einer Dispens, einer Befreiung – zu, das Land während des Schabbatjahres an Nicht-Juden zu verkaufen, um es weiterbearbeiten zu können.“ Zudem seien mittlerweile andere Methoden, einen „Heter“ anzuwenden, perfektioniert worden. Dazu gehören vorzeitiges Säen vor dem Schmitta-Jahr, Anbau mittels Hydrokulturen oder Systemen, die ohne Erde auskommen und stattdessen Kies und Schotter verwenden.

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