Der größte Trost

Die Stärke eines Tzaddiks, Geld von G’tt und der ewige Bund in der Übersicht der Haftarot, die zu den jeweiligen Wochenabschnitten im August gelesen werden

© MENAHEM KAHANA , AFP

Von Rabbiner Elischa Portnoy

Nachdem im Juli zu den drei letzten Schabbosim drei „Haftarot der Anklage“ gelesen wurden, werden nach dem großen Fastentag Tischa beAw sieben Wochen lang (bis Rosch Haschana) spezielle „Haftarot des Trostes“ gelesen. Die ersten fünf davon werden wir an fünf Schabbosim im Monat August in den Synagogen hören, wenn sich die Situation mit der Corona-Pandemie nicht verschlechtert.

Normalerweise haben wir in jedem Monat einen guten Mix aus verschiedenen Propheten oder spannende Geschichten aus den Büchern „Richter“ oder „Könige“. In diesem Monat werden wir uns ausnahmsweise mit den Prophetien nur eines einzigen Propheten auseinandersetzen, und zwar denen vom Prophet Jesaia.

Jedoch wird uns mit diesen Haftarot keineswegs langweilig: es gibt sowohl gute Verheißungen für das jüdische Volk, als auch interessante Hintergründe und spannende Zusammenhänge. Und wie immer, werden wir viel für unser tagtägliches Leben daraus lernen können.

 

Heilige Wirkung

Als erste „Trost-Haftara“ werden die ersten 26 Verse des 40. Kapitels aus Jesaia vorgelesen. Gleich im ersten Satz wird dieses Thema angesprochen: „Tröstet, o tröstet mein Volk, spricht euer Gott“. Wir haben schon mehrmals gesehen, dass die Propheten ihre Worte sogfältig gewählt haben, und jedes einzelne dieser Worte kann auf etwas Spezielles hinweisen. Deshalb weisen unsere Weisen auf die doppelte Verwendung des Wortes „Nachamu“ (Tröste) am Anfang des Verses hin und erklären die Dopplung folgendermaßen: das erste „Tröste“ steht für den ersten, von den Persern zerstörten, Tempel, das zweite „Tröste“ für den zweiten, von den antiken Römern zerstörten Tempel.

Da es sich bei „tröstenden Prophetien“ um „besondere Haftarot“ handelt, muss es eigentlich keine Verbindung zu dem entsprechenden Wochenabschnitt geben. Jedoch gibt es hier eine interessante Verbindung von den zwei „Nachamu“ im ersten Vers der Haftara zum Wochenabschnitt „Woetchanan“, der zu diesem Schabbat vorgelesen wird. Zu Beginn von „Woetchanan“ erzählt Mosche, dass er mehrmals G’tt gebeten hat, Seine Verfügung aufzuheben und ihn doch ins Land Israel hineinzulassen. Das Wort „Woetchanan“ steht für wiederholtes und intensives Gebet.

Normalerweise hat G’tt die Gebete von Mosche stehts angenommen. So wurden zum Beispiel Juden nach der Sünde des Goldenen Kalbes vor der Vernichtung gerettet. In unserem Fall hielt G’tt Sein Wort und „lehnte“ die beharrlichen Gebete von Mosche ab. Unsere Weisen erklären im Midrasch den Grund dafür. G’tt wusste, dass sich die Juden, wenn sie nach Israel kommen, mit der Zeit von G’tt abwenden werden und alle möglichen Verbote der Thora übertreten werden. Das wird die Zerstörung des Tempels und das Exil zur Folge haben. Dabei wäre die Zerstörung des Tempels die Rettung des jüdischen Volkes selbst: „G’tt ließ seinen flammenden Zorn auf die Steine und Holz nieder, statt die Juden komplett zu vernichten“.

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