Hamburg bekommt eine neue Synagoge

Die 1938 zerstörte Synagoge am Bornplatz soll mehr als 80 Jahre nach der Zerstörung wieder aufgebaut werden. Ein Interview mit dem Gemeindevorsitzenden Philipp Stricharz.

Die alte Synagoge am Bornplatz vor 1938

Die Jüdische Gemeinde Hamburg kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Die ersten Juden, die nach Hamburg kamen, waren Sepharden und siedelten sich im Zuge der Reconquista und der damit einhergehenden Vertreibung von der iberischen Halbinsel Ende des 16. Jahrhunderts über Umwege in Hamburg an. Die einstige Hauptsynagoge der jüdischen Gemeinde – damals noch unter dem Namen Deutsch-Israelitische Gemeinde – in der Hansestadt Hamburg im Grindelviertel bot einst Platz für mehr als 1.200 Gläubige. Das Schicksal in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 nicht angezündet zu werden, verdankte sie dem Umstand, dass die Nationalsozialisten befürchteten, dass ein Feuer auf die umliegenden Häuser übergreifen würde. Dem Schicksal einer Plünderung und Verwüstung, das auch viele andere jüdische Gotteshäuser und Geschäfte, ereilte, entkam sie jedoch nicht, wurde dabei schwer beschädigt und später auf Kosten der jüdischen Gemeinde abgerissen. Hamburg plant den Wiederaufbau der 1939 zerstörten Synagoge.

Der gebürtige Hamburger Philipp Stricharz ist Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Hamburg, und empfängt zum Gespräch auf dem Bornplatz.

 

JÜDISCHE RUNDSCHAU: Der Bund bewilligt 600.000 Euro, um eine Machbarkeitsstudie für den Wiederaufbau der Synagoge am Bornplatz zu finanzieren. Was umfasst diese Machbarkeitsstudie?

Philipp Stricharz: Im Wesentlichen geht es darum, welche Optionen für einen Wiederaufbau bestehen, welche Varianten am ehesten realistisch und sinnvoll sind und vor allem, was das Ganze kostet. Die Synagoge soll im Inneren so ausgestaltet sein, dass sie heutigen und künftigen Ansprüchen an die Nutzung entspricht. Die Details stimmen wir aktuell noch intern und mit dem Rathaus ab.

JÜDISCHE RUNDSCHAU: Welche Fragen stellen sich hierbei zu Beginn?

Philipp Stricharz: Die entscheidende Frage zu Beginn ist sicherlich, wie genau wir die Synagoge nutzen wollen. Dafür muss man sich gut überlegen, was unser Bedarf ist und im Blick haben, dass auf und um den Bornplatz das Zentrum der gesamten Gemeinde entstehen soll.

JÜDISCHE RUNDSCHAU: Wann geht es los?

Philipp Stricharz: Wir hoffen, dass die Machbarkeitsstudie im Laufe des kommenden Jahres alle wesentlichen Fragen soweit klären kann, dass dann kurzfristig die eigentliche Umsetzung erfolgen kann.

JÜDISCHE RUNDSCHAU: Wie viel Zeit ist für den Wiederaufbau angesetzt?

Philipp Stricharz: Das ist aktuell noch schwer zu sagen. Fünf Jahre sind eine Erwartungshaltung, die ich von einigen Seiten gehört habe und selbst für realistisch halte.

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