Ein Fluch, der zum Segen wurde

Folgenreiche Streitereien, gefährliche Lebensphasen, Segnungen, Flüche und Trennung für Frieden in der Übersicht der Wochenabschnitte der Thora im Monat Juli

Thora-Lesen im Gottesdienst© BEHROUZ MEHRI, AFP

Von Rabbiner Elischa Portnoy

Im Monat Juli werden wohl die spannendsten und abenteuerlichsten Wochenabschnitte nicht nur des Buchs „Bamidbar“, sondern der ganzen Thora gelesen. Die Parschijot „Korach“, „Chukat“ (Satzung), „Balak“ und „Pinchas“ sind so ereignisvoll und spannend, dass sie jeden Triller überbieten können.

 

Epischer Fall

Im 1. Wochenabschnitt des Julis „Korach“ wird über den Aufstand von Korach ben Jitzar erzählt. Korach ist nicht nur einer der Adeligen des Stammes Levi, sondern einer der reichsten Männer in der Geschichte der Menschheit. Laut der Überlieferung war er in Ägypten vor dem Auszug Finanzminister und hat ein Drittel des versteckten Vermögens von Josef gefunden. Auf diese Weise hatte Korach, wie die Midraschim berichten, alleine mehrere Esel mit den Truhen, die mit den Schlüsseln von Truhen mit dem Gold und Silber gefüllt waren!

Jedoch ist Geld bekanntlich nicht alles im Leben. Korach wollte auch Ehre und hohe Posten. Allerdings blieb ihm das verwehrt: zu seiner großen Überraschung und Enttäuschung wurde zum Fürsten der Geschlechter Kehati nicht er, sondern Elizafan ben Usiel ernannt. Nach der Stammeshierarchie wäre eigentlich Korach dran gewesen, jedoch entschied sich G’tt für seinen jüngeren Cousin Elizafan.

In einem prophetischen Traum sah Korach, dass sein Nachkomme Schmuel zum großen Anführer des jüdischen Volkes wird. Das war ein Zeichen für Korach, dass er Besseres verdient und eventuell unberechtigt ohne wichtigen Posten gelassen würde. Er wartete auf eine passende Gelegenheit und begann einen großen Streit mit Mosche und Aharon.

Korach war jedoch ein kluger Mensch und verstand, dass er noch Mitstreiter von anderen Stämmen gewinnen musste, um möglichst breite Unterstützung zu haben. Mosche war ziemlich beliebt und gegen ihn zu rebellieren war gefährlich.

Als Korach durch Redekunst und Populismus doch eine breite Koalition gegen Mosche schmieden konnte, musste Mosche handeln. Da Zweifel aufkamen, dass nicht G’tt, sondern Mosche selbst Entscheidungen getroffen hat, stand die Zukunft des jüdischen Volkes und sein Glaube an G’tt auf dem Spiel.

Mosche bat G’tt um einen eindrucksvollen Beweis „Daran sollt ihr merken, dass der Ewige mich gesandt hat, alle diese Werke zu tun, und dass sie nicht aus meinem Herzen kommen: werden diese sterben, wie alle Menschen sterben, und gestraft werden mit einer Strafe, wie sie alle Menschen trifft, so hat der Ewige mich nicht gesandt; wird aber der Ewige etwas Neues schaffen, dass die Erde ihren Mund auftut und sie verschlingt mit allem, was sie haben, dass sie lebendig hinunterfahren ins Totenreich, so werdet ihr erkennen, dass diese Leute den Ewigen gelästert haben!“.

 

Gott tötet Korach und seine Gefolgsleute auf Bitten von Mosche

Und G’tt beantwortete diese Bitte: „Und es geschah, als er alle diese Worte ausgeredet hatte, da zerriss die Erde unter ihnen; und die Erde tat ihren Mund auf und verschlang sie samt ihren Häusern und samt allen Menschen, die bei Korach waren, und mit aller ihrer Habe“.

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