Bei der Anschlagsserie in der indischen Metropole wurden 2008 gezielt jüdische Einrichtungen angegriffen.  

Dezember 7, 2018 – 29 Kislev 5779
Vor 10 Jahren: Islamischer Terror in Mumbai fordert 174 Tote – darunter viele Juden

Israelnetz

Am 26. November 2008 versetzte ein pakistanisches Terrorkommando die indische Finanzmetropole Mumbai in Angst und Schrecken. An zehn Orten kam es innerhalb kurzer Zeit zu 17 Explosionen. Unter anderen wurden das Luxushotel Taj Mahal, das Hotel Oberoi, das bei Touristen beliebte Café Leopold sowie das jüdische Chabadhaus Schauplätze des Terrors. Mehr als 170 Menschen starben, darunter auch drei Deutsche und fünf Israelis. Zu den Toten zählten der jüdische Rabbi Gavriel Noach Holtzberg und seine Frau Rivka. Ihr damals zwei Jahre alter Sohn Mosche überlebte. Zehn Jahre später ist das Chabadhaus wieder ein beliebter Treffpunkt jüdischer Touristen.

Es ist Freitagnachmittag, in weniger als zwei Stunden beginnt der jüdische Ruhetag. In der Küche des Chabadhauses in Mumbai geht es emsig zu. Der Tisch im Nachbarzimmer ist schon gedeckt. In einem weiteren Nachbarraum bereitet sich Rabbi Israel Kozlovsky auf den Abend vor. Rund 30 Gäste werden an diesem Freitag zur wöchentlichen Schabbatfeier erwartet. Es duftet nach frischem, selbstgebackenem Schabbatbrot. Auch Ralphy Jhirad kommt freitags gern hierher, um für seine Familie zwei Schabbatbrote mitzunehmen.

„Es ist einer von zwei Orten in ganz Mumbai, wo du diese Brote bekommst“, erzählt der Ingenieur. Er muss es wissen. Der Jude ist in der 20-Millionen-Metropole geboren und aufgewachsen. Er habe innerhalb der Gemeinde schon alle Funktionen gehabt, erzählt er. Doch jetzt habe er die schönste Aufgabe von allen. Seit einigen Jahren führt er Touristen aus aller Welt durch Mumbai, zeigt Ihnen die Spuren jüdischen Lebens in der Stadt. Außerdem will er ein Zentrum errichten, das an die über 2.000-jährige Geschichte der Juden in Mumbai erinnert. Heute leben etwa 3.000 Juden in der Metropole. Nach der Unabhängigkeit Indiens 1947 waren es noch rund 35.000 Juden, erzählt Ralphy.

Gedenktafel soll an Opfer erinnern
Auf dem Dach des Chabadhauses wird noch fleißig gearbeitet. Zum 10. Jahrestag der Anschläge von Mumbai soll hier eine Gedenktafel angebracht werden. „Es wird das erste Denkmal in der ganzen Stadt, das alle Namen der Opfer der Anschläge aufgelistet hat“, erzählt – darunter auch die Namen von Rabbi Gavriel Holtzberg und seiner Frau Rivka. Lediglich ihr damals zweijähriger Sohn Mosche habe überlebt. Wie das geschah, sei bis heute eines der ungelösten Rätsel, erzählt Ralphy Jhirad. Das Kind wurde am nächsten Morgen von seinem indischen Kindermädchen Sandra Samuel im ersten Stock neben den leblosen Körpern seiner Eltern gefunden. Dabei hatte das Kindermädchen den kleinen Jungen am Abend zuvor, bevor die Terroristen kamen, in sein Bett im fünften Stock gebracht.

Kaum war der kleine Junge im Bett, seien die Terroristen gekommen. Die Hausangestellte konnte sich zusammen mit dem Koch verstecken. (…)

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