Was Sie über die Ausstellung „Frieden ist möglich – auch in Palästina“ wissen sollten.  

  • November 9, 2018 – 1 Kislev 5779
  • Deutschland
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Von Gerd Buurmann

Der Pfarrer an der Kölner Lutherkirche, Hans Mörtter, wollte im Oktober 2018 zusammen mit dem Städtepartnerschaftsverein Köln-Bethlehem und dem „Café Palestine Colonia“ die Ausstellung „Frieden ist möglich – auch in Palästina“ öffentlich in seiner Kirche ausstellen. Am 10. Oktober 2018 jedoch teilte der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Mitte, Rolf Domning, mit, die Ausstellung könne dort nicht in stattfinden, weil „im Vorfeld nicht die entsprechenden Gremien der Gemeinde und des Kirchenkreises in die Entscheidungsfindung einbezogen worden sind“.

Stattdessen wurde die Ausstellung öffentlich auf dem Kölner Chlodwigplatz aufgestellt, übrigens in auffallender Abwesenheit von „Palästinensern“. Es geht den Ausstellenden nicht um „Palästinenser“. Es geht ihnen um Israel und vor allem darum, dass Israel heute mindestens so böse sein soll wie Luther einst sagte, dass es die Juden seien.

Worum handelt es sich bei dieser Ausstellung?
Im September 2018 wurde die Ausstellung schon mal in einer Evangelischen Jugendbildungsstätte präsentiert und von dem Vorsitzendem des „Ausschusses für gesellschaftliche Verantwortung“ im evangelischen Kirchenkreis Tecklenburg, Pfarrer Dr. Reinhold Hemker, eröffnet. Dieser Pfarrer erklärte, vor allem Schulklassen einzuladen, um sich bei einem Ausstellungsbesuch mit dem Konflikt intensiver und vor allem in seinem Sinne auseinandersetzen zu können.

Nachdem die evangelische Kirche in der Vergangenheit bereits eifrig bei der Verfolgung der Juden als Religion (Antijudaismus) und als Volk (Antisemitismus) mitgemacht hat, ist sie nun auch in Form von Pfarrer Mörtter und Pfarrer Hemker bei der Verfolgung der Juden als Staat (Antizionismus) dabei. Dr. Martin Luther wäre stolz auf die beiden Pfarrer und würde singen: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“

Wie gut die Indoktrinierung dieser Ausstellung funktioniert, wird anhand der „Westfälischen Nachrichten“ klar. Für dieses Blatt nämlich besuchte Dieter Klein die Ausstellung und erklärte, was man dort auf Schautafeln zu sehen bekommt:

„Von der zionistischen Besiedlung, der ersten Vertreibung der Palästinenser, der Gründung des Staates Israel, der Besetzung Palästinas, der Abriegelung von Gaza bis zu den Ergebnissen aus den Irrtümern westlicher Politik. 1947 teilte die UNO Palästina auf. Sie sprach den Juden 56 Prozent des Landes zu. Eine Fläche, die die Israelis– so zeigen es die Dokumente – später durch Eroberung um weitere 22 Prozent erweiterten.“

Mehr Einseitigkeit geht nicht. Daher versuche ich nun, der Einseitigkeit etwas mehr Ausgewogenheit hinzuzufügen. Zunächst einmal, Dieter Klein spricht von der Vertreibung der „Palästinenser“.

Wer sind diese „Palästinenser“ überhaupt?
Zunächst fällt auf, dass der Begriff „Palästinenser“ heute oft als Abgrenzung gegenüber Juden benutzt wird. Das war nicht immer so. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Beispiel wurden fast ausschließlich Juden als „Palästinenser“ bezeichnet. Palästinensische Juden gibt es schon in der Antike, zu einer Zeit, als es noch keinen Islam und noch kein Christentum gab.

Der Begriff „Palästina“ hat einen hebräischen Ursprung. Die erste bekannte Schriftquelle zu „Palästina“ ist die Septuaginta. Hier wird der Begriff als Ableitung von dem hebräischen Begriff „Pleschet“ verwendet. Nach der Zerschlagung des jüdischen Volkes im Jahr 135 durch das Römische Reich, nannten die Römer das Gebiet „Palästina“, um jeglichen Bezug zum jüdischen Volk zu verwischen. Das Gebiet „Palästina“ ist somit eine Erfindung des antiken Roms.

Der Begriff Palästina ist somit lediglich eine Gebietsbeschreibung und keine Volksbeschreibung. Es gibt keine „palästinensische“ Sprache, keine unabhängige „palästinensische“ Kultur, aber dafür eine Menge Menschen verschiedenster Glaubensrichtungen und Nationalitäten, die durch den Umstand vereint werden, dass sie in einem Gebiet leben, das Palästina genannt wird. Der mit Abstand größte Teil Palästinas liegt im heutigen Jordanien. Hat jemand schon mal gehört, Jordanien halte Palästina besetzt? Nein! Woran das wohl liegen mag? Natürlich an den Juden, denen schon Dr. Luther wenig traute, ebenso wie sein Glaubensgenossen Hemker und Mörtter. (…)

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