Februar 2, 2017 – 6 Shevat 5777
Zeugen vor Gericht und ein Kind zeugen

image

Wie Bräuche aus Abrahams Zeiten noch heute unsere Sprache prägen  

Haben Sie sich eigentlich schon einmal gefragt, warum Begriffe wie „Zeugen (vor Gericht)“ oder „(ein Kind) zeugen“ so ähnlich sind, obwohl sie inhaltlich nichts miteinander zu tun haben? Oder auch die englischen Begriffe „testicle“ (Hoden) und „testify“ (bezeugen)?

Des Rätsels Lösung findet man wie so oft in den alten Schriften:

Abraham verlangt im Alten Testament von seinem ältesten Knecht, dass er für seinen Sohn Isaak eine Braut aus seiner alten Heimat besorgt, denn der Sohnemann sollte keine aus Kanaan heiraten. Das verspricht der Knecht, er schwört es sogar. Doch worauf legte man damals seine Hand zum Schwur?

Wir lesen im 1. Buch Mose, Kapitel 24, ab Vers 2:

„Eines Tages sagte er (Abraham) zu seinem ältesten Knecht, der seinen ganzen Besitz verwaltete: ‚Leg deine Hand zwischen meine Beine und schwöre mir!’“

In anderen Übersetzungen ist vom Griff „unter die Hüfte“ die Rede. Eine sehr poetische Umschreibung der damaligen Schwurpraxis: Damals berührte man sein Gegenüber an den Geschlechtsteilen, um einen Eid abzulegen. Das männliche Zeugungsglied als „Quelle des Lebens“ war heilig.

Und aus dieser für heutige Ohren ungewöhnlichen Praxis erklärt sich der ähnliche Wortstamm vermeintlich nichts gemeinsam habender Begriffe.

Komplett zu lesen in der Druck- oder Onlineausgabe der Zeitung. Sie können die Zeitung „Jüdische Rundschau“ hier für 39 Euro im Papierform abonnieren oder hier ein Onlinezugang zu den 12 Ausgaben für 33 Euro kaufen.


Sie können auch diesen Artikel komplett lesen, wenn Sie die aktuelle Ausgabe der "Jüdischen Rundschau" hier online mit der Lieferung direkt an Sie per Post bestellen oder jetzt online für 3 Euro statt 3,70 Euro am Kiosk kaufen.

Brief an die Redaktion schreiben