Mai 11, 2016 – 3 Iyyar 5776
Zahal – Moral und Armee

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Kein anderes Land warnt Zivilisten vor Bombardements  

Von Michael Groys

Es gibt kaum ein Thema in Israel, wo die Eigenwahrnehmung und die Wahrnehmung der Außenwelt so weit auseinandergehen wie beim Ansehen der israelischen Armee als „moralischste Armee der Welt“.

Während der Staat Israel seit der ersten Stunde seiner Existenz ums Überleben kämpft und die Armee an der Speerspitze dieses Überlebenskampfes steht, wird gerne in der Welt jede Gelegenheit genutzt um Israel „Kriegsverbrechen“, wenn nicht sogar die Verübung eines Genozids an den „Palästinensern“ vorzuwerfen. Diese Auffassung wird gern mit großen Opferzahlen bei den israelischen Militäroperationen auf der „palästinensischen“ Seite untermauert. Andere fragen sich, wie man in dem dichtbesiedelten Gaza Bombardements machen kann. Man solle die Terroristen „abfangen“ und einem Gericht überstellen.

Dieses ganze Gerede ist begleitet von schrecklichen Bildern toter Kinder, kaputter Spielzeuge und weinender Müttern. Wer das sieht, hat auf den ersten Blick einen sehr klaren Schuldigen gefunden: Israel, den Staat der Juden, und seine Armee.

Jetzt wird sich der eine oder andere fragen, wie israelische Soldaten „unschuldige Zivilisten“ töten können und sich dann noch anmaßen „die moralischste Armee der Welt“ sein zu wollen. Ich denke, man sollte die Militäroperationen Israels in der Tat sehr genau unter die Lupe nehmen, was auch praktisch nach jeder größeren Militäroperation in Form eines Berichtes geschieht. Die Erkenntnisse aus diesen Berichten haben einen durchaus kritischen Charakter und schonen die Armee nicht im Geringsten. Der Fakt, dass so etwas überhaupt geschieht und dies auch seitens der Regierung nicht blockiert wird, zeugt von dem demokratischen Geist des Staates Israel.

Israel möge man einmal mit anderen demokratischen Staaten vergleichen, wie zum Beispiel den USA, in denen solche oder ähnliche Berichte nicht selten geheimgehalten werden oder lediglich unter sehr hohem medialen Druck an die Öffentlichkeit geraten. Selbst nichtoffizielle Berichte, wie der weltweit bekannten israelkritischen Nichtregierungsorganisation „Breaking the Silence“ finden eine enorme öffentliche Aufmerksamkeit und fördern die Debatte um die „moralistischste Armee der Welt.“
Doch die Frage, wieso die Gemüter ausgerechnet bei Israels Militäroperationen so hochkochen und bei Assads Säuberungen in Syrien eher wenig Interesse finden, bleibt unbeantwortet.
Zumindest hatte man in den letzten fünf Jahren des Bürgerkrieges keine vergleichbare Demonstration gegen Assad oder andere Diktatoren in der Region mitbekommen, wie gegen Israel und seine „Kindermörder“.

Die Weltgemeinschaft hat in ihrem Herzen nur Platz für die vermeintlichen Verbrechen eines Landes und nur einer Armee, die der Israelischen Verteidigungsarmee. Diese Extrabehandlung ist vermutlich nicht das Ergebnis eines besonderen Humanismus, sondern eines gravierenden Judenhasses zahlreicher UN-Mitglieder. Die Beschreibung der israelischen Soldaten als blutrünstige Mörder erfüllt alle alten antisemitischen Klischees. Dennoch sollen in diesem Artikel vor allem Argumente dafür beleuchtet werden, warum sich die IDF oft als die „moralischste Armee der Welt“ der Welt sieht, und dabei soll auch ehemaligen Soldaten der Zahal eine Stimme gegeben werden.

Nicht selten hört man selbst von israelfreundlichen Kritikern, dass die israelische Gesellschaft stark militarisiert und dies auch gleichzeitig eine Herausforderung für die Demokratie des Staates sei. Das mag auch im Kern eine richtige Kritik sein, nur vergessen die Kritiker den Punkt, dass diese starke Armee und die damit verbundene Militarisierung nicht zum Spaß besteht und es ohne die große Armee in diesem Landstrich wahrscheinlich gar keine Demokratie gäbe! (…)

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