März 5, 2015 – 14 Adar 5775
Wo die Grauen Wölfe heulen

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Türkische Nazis in Deutschland und 100 Jahre Armenier-Völkermord 

von Güner Balci und Ali Yildiz

In einer der berühmtesten Straßen Berlins, im Herzen Kreuzbergs befindet sich seit Jahrzehnten ein türkisches Herrencafé. An sich nichts Besonderes. Die kleinen Ladenlokale, mal ganz offen, mal mit Milchglas oder zugezogenen Vorhänge, mit LIG-TV im Angebot (einem türkischen Sportkanal), oft ein Schild an der Tür mit der Aufschrift: „Nur für Mitglieder”, sind heute typisch für viele Migrantenviertel in Deutschland.

In Berlin sind sie die muslimische Antwort auf die Berliner Eckkneipen-Kultur. Doch dieses Café, oder besser gesagt Vereinshaus, ist anders. Es befindet sich im Quergebäude eines Altbaus in einer der oberen Etagen. Man kann es über die Treppen oder mit einem Lastenaufzug erreichen, vorausgesetzt, man ist geladener Gast. Nachmittags und abends trifft man in dem Club sunnitische, türkischstämmige Männer. Andere, also Kurden, Alewiten, Aramäer, Araber, Jesiden, etc. trifft man hier nie an. Während die üblichen türkischen Teehäuser der Stadt in den letzten Jahrzehnten einen Wandel durchlebten und mittlerweile ein Ort des Zusammenkommens vieler verschiedener kultureller Minderheiten aus dem türkischen, dem arabischen und auch dem Balkan-Raum geworden sind, bleibt man hier, im Ülkücü Ocagi e.V. gleich unter der dazugehörigen Yayla Sportschule, lieber unter sich. Kein Wunder. Sitzt doch in einem kleinen Büro des Vereins, hinter einer massiven Stahltür ein Mann, dessen politische Gesinnung einem von den Dekorationen an den Wänden entgegenspringt. Auf Postern, Wimpeln und Fotos. Überall drei rote Halbmonde mit heulendem Wolf, das Symbol der türkischen Nationalisten. Daneben sorgfältig, in güldenen Rahmen aufgereiht ihre „Führer“ – so nennen diese Herren ihre ideologischen Vorbilder. Am äußeren Erscheinungsbild erkennt man einen bekennenden Grauen Wolf oft daran, dass er einen Oberlippenbart trägt, der entlang der Mundwinkel bis meist zum Kinn verläuft. Der Schnurrbart ist quasi die Glatze des türkischen Nazis.

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