April 7, 2016 – 28 Adar B 5776
Wildleben in Israel

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Noch heute gibt es erstaunlich viele wilde Großtiere in Israel  

  • April 7, 2016 – 28 Adar B 5776
  • Israel
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Von Nikoline Hansen

Israel ist für seine Vielfalt bekannt – dafür steht nicht zuletzt das bunte Logo, das Touristen auf die vielfältigen Attraktionen, die unterschiedlichen Regionen und Landschaften und nicht zuletzt auf das bunte Leben in Tel Aviv aufmerksam macht. Weniger bekannt ist allerdings, dass Israel nicht nur Menschen unterschiedlichster Herkunft beherbergt, sondern auch eine Heimat für eine Vielzahl von Tierarten ist.

Dabei ging es den wildlebenden Tieren in Israel nicht anders, als den Tieren in den anderen Teilen der Welt auch: Viele wurden im Laufe der Jahrhunderte aus ihren angestammten Lebensbereichen vertrieben oder ausgerottet. Der Biblische Zoo in Jerusalem gibt einen Überblick darüber, welche Tierarten zur Zeit, als die Bibel entstand, in Israel vertreten waren – denn in der Bibel werden auch viele Tiere erwähnt – wobei sich die Forscher nicht immer einig sind, was für eine Tierart mit einem bestimmten Wort eigentlich gemeint ist.

Mit anderen Worten: Die Zoologie der Bibel und damit auch Israels ist eine Wissenschaft für sich. Als sicher gilt jedenfalls, dass es damals Bären, Krokodile und Löwen gab. Nilkrokodile wurden bis Anfang des 20. Jahrhunderts in der Natur in Israel gesichtet, ebenso wie Bären, die ebenfalls Anfang des 20. Jahrhunderts in der freien Wildbahn ausstarben. Die letzten lebenden Exemplare der sogenannten Syrischen Braunbären befinden sich im Zoo in Jerusalem und anderen Zoos der Welt. Die Löwen, die zu biblischer Zeit vermutlich ebenfalls häufiger in dieser Gegend anzutreffen waren, traf dieses Schicksal schon deutlich früher: gemeinhin wird davon ausgegangen, dass ihr Aussterben in der Gegend des heutigen Israels mit dem Vordringen der Kreuzfahrer in Verbindung steht, die gegen Ende des 12. Jahrhunderts gerne auf Löwenjagd gingen. Die Löwen überlebten das nicht, dafür eine andere Großkatzenart: Wenige Exemplare einer Leopardenart leben noch heute in der judäischen Wüste und im Negev.

Während man das Aussterben dieser Tierarten bedauert und versucht, in Israel selten gewordenen Tierarten in eigens geschaffenen Naturreservaten und Nationalparks wieder zu größeren Populationen zu verhelfen, lebt ein Wildtier in Israel, dessen Existenz nicht gefährdet ist und das immer wieder zu Kontroversen Anlass gibt, auch wenn sein Vorkommen in Israel in weiten Kreisen unbekannt ist: das Wildschwein.

Nun würde man Wildschweine aus zweierlei Gründen nicht in Israel vermuten: Wildschweine leben gerne im Wald, sie sind bei der Nahrungssuche auf üppige Vegetation angewiesen, da sie sich in der Hauptsache von Früchten und Pflanzen aber auch kleineren, besonders wirbellosen Tieren ernähren, die in erster Linie ebenfalls in Gebieten mit entsprechendem Pflanzenwuchs anzutreffen sind, und zum anderen sind sie ganz sicher nicht koscher!

Wobei die zweite Tatsache den Tieren wohl eher zum Vorteil gereicht, denn ihr größter natürlicher Feind, der Mensch, hat zumindest wenn er sich an die jüdischen und islamischen Speisegesetze hält, keinen Grund, das Wildschwein als Nahrungsquelle zu jagen. Sicher ist es in diesem Fall also eher ein glücklicher Umstand, dass sich nicht alle Israelis an die Kaschrut, die jüdischen Speisevorschriften halten und gerne auf Wildschweinjagd gehen, zumal die moderne Wissenschaft ja die Gefahr der Verbreitung von Krankheiten gebannt hat, die einst tatsächlich von Schweinefleisch ausging. (…)

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