Die kurze israelische Zeit auf der ägyptischen Halbinsel von 1967-1982  

  • Mai 11, 2016 – 3 Iyyar 5776
  • Israel
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Von Monika Winter

Als es 1967 unter der Führung von Ägypten zum Sechstagekrieg kam, und Hauptziel – wie sollte es auch anders gewesen sein – die Vernichtung Israels war, konnte Israel die Luftwaffe der Feinde Syrien, Jordanien und Ägypten in einem Präventivschlag in 6 Stunden noch am Boden zerstören. Israel überlebte und eroberte sogar noch Judäa und Samaria zurück, obendrein Gaza, Golan und die Sinai-Halbinsel.

Überliefert ist dazu eine Anekdote von dem Millionenmörder Mao Tse Tung, der dem ägyptischen Staatschef Nasser einen Schlachtplan gegen die Israelis vorschlägt. Dieser solle den israelischen Feind „in die Tiefe locken“. Nasser lehnt diese „geniale“ Idee dankend ab: „Wir können keinen Befreiungskrieg für die Menschen im Sinai führen, weil es dort keine Menschen gibt.“

Sinai. In einem kurzen Zeitraum von nur 10 Jahren verwandeln jüdische Siedler auch die neu eroberten Wüstenlandschaften in Felder und Plantagen, sie bauten Fabriken und erweiterten Ferienanlagen. Die Israelis sorgten während ihrer Anwesenheit dafür, dass sich der wirtschaftliche Wert des Sinai insgesamt erhöht. Sie bauen die Infrastruktur aus, schaffen die Voraussetzungen für einen funktionierenden Fremdenverkehr, kümmern sich um Naturschutz.

Auch die auf dem Sinai lebenden Beduinen wurden nicht vergessen, sie erhielten eigene Zentren. Straßen werden für vorerst militärische Zwecke gebaut, aber auch für eine zukünftige friedliche Erschließung der Wüste. Der Ausbau militärischer Einrichtungen begann sogleich 1967, eine Marine-Basis und drei Flugplätze werden errichtet, als Schutz vor Angriffen.

Die Anwesenheit der Israelis legte auch den Grundstein für die touristische Erschließung der Sinai-Halbinsel. 1972 begann der Bau der Küstenstraße von Eilat. Entlang der Küstenstraße wurden beispielsweise bei Nuweiba und Dahab zwei Moschawim, also landwirtschaftliche Genossenschaftssiedlungen, errichtet. Gearbeitet und gelebt wird im Moschaw gemeinsam, die Gewinne sind nicht, wie etwa im Kibbuz, gemeinsames Eigentum, um dann gerecht aufgeteilt zu werden, sondern jede Person, jede Familie erwirtschaftet auch das, was sie erarbeitet hat.

Nahe dem Katharinen-Kloster entstanden verschiedene neue Hotels. Während der israelischen Feiertage kamen hauptsächlich jüdische Besucher. Aber auch deutsche und amerikanische Taucher nutzten die Hotels und erkundeten die Korallenriffe entlang der Küste des Golfes von Akaba. Zusätzlich wurden Dahab und Nuweiba begehrte Orte für Rucksacktouristen.

In Taba entstand zwischen 1979 und 1982 das Sonesta Hotel, später Hilton Taba & Nelson Village, sechs Kilometer entfernt von Eilat und neben Kfar Nelson gelegen. Erbauer war Eliyahu Paposchado. Das Hotel war sehr beliebt bei israelischen Touristen, bis es 2004 gezielt von Terroristen angegriffen wurde. Wir erinnern uns – es gab zahlreiche Tote und Verwundete.

Am Golf von Suez bei Abu Rudeis und Alam wurden sogar neue Erdölfelder erschlossen. Schnell entstanden neue jüdische Siedlungen auf dem Sinai. Yamit wurde 1974 im Nord-Osten der Sinai-Halbinsel (ganz nahe der Grenze zu Israel) erbaut und war neben Avshalom, Dikla, Holit, Netiv HaAsara, Sufa, Talmei Yosef eine der Siedlungs-Blöcke. Bilder der Siedlung sind leider sehr rar. Für die Anlage der Siedlung Yamit gab es zwei wichtige Gründe. Erstens sollte die Wüste bewirtschaftet werden und zweitens sollte gleichzeitig ein Schutzring geschaffen werden, um das israelische Kernland vor einem neuen ägyptischen Angriff schützen. Israelische Siedler taten das, was sie am besten können: sie rangen dem ohnehin sehr kargen Boden Tomaten- und Gurkenbeete ab.

Die in hellem Weiß strahlende Stadt Yamit mit zuletzt etwa 1.200 Einwohnern war auch ein Lieblingsprojekt von Mosche Dajan. Hier sollten auch ein Tiefseehafen und ein modernes Verwaltungsgebäude entstehen. Mosche Dajan prophezeite eine Bevölkerungsanzahl von 250.000 Bürgern in der Region, wozu es dann aber nicht mehr kam. (…)

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