März 4, 2016 – 24 Adar A 5776
Wie die Juden ein trockenes Land grün machten

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Entsalzen, Schläuche, Limane und Wasser-Recycling in Israel  

Von Nikoline Hansen

Wer träumt nicht davon die Wüste grün zu machen? Eine Herausforderung der ganz besonderen Art. In Israel wird seit langem an diesem Projekt gearbeitet. Schon die jüdischen Einwanderer Anfang des 20. Jahrhunderts begannen mit der Anpflanzung von Bäumen. Dies hatte seinerzeit ganz pragmatische Gründe: Nach dem osmanischen Bodengesetz reichte der Erwerb von Landbesitz alleine nicht aus, um einen Anspruch auf das Land durchzusetzen, sondern die erworbenen Gebiete mussten auch so gekennzeichnet werden, dass sie schon von Weitem erkennbar waren. Die Anpflanzung von Bäumen war also die Wahl der Stunde zur Markierung des erworbenen Gebietes – weshalb nach wie vor der Begriff „Grüne Linie“ verwendet wird, wenn es um die Grenzen des Staates Israel geht.

Allerdings war das Anpflanzen der Bäume unter den gegebenen Bedingungen nicht so einfach – bei einer der ersten großen Pflanzaktionen im Jahr 1908 überlebten von 12.000 Setzlingen nur 3.000. Das zeigt: Aufforstung in Gebieten, in denen das Wasser knapp ist, erfordert nicht nur Expertenwissen, sondern auch kreative Denkansätze und Innovationsfreude. Fortan wurden also nicht nur geeignetere Baumarten für die Bepflanzung ausgewählt und eine gezielte Aufforstung in den für die Landwirtschaft weniger geeigneten Gebieten betrieben, sondern es wurden auch alte Methoden der Aufforstung wieder entdeckt und mit neuen, durch den technologischen Fortschritt möglich gewordenen Maßnahmen kombiniert. So erfolgte eine kontinuierliche Entwicklung. 1935 waren schon 1,7 Millionen Bäume gepflanzt, 1950 waren es bereits acht Millionen und inzwischen liegt die Zahl der in Israel gepflanzten Bäume im dreistelligen Millionenbereich. Damit dies so bleibt und der Wald weiter wächst, wird nicht nur gepflanzt, sondern es wird auch in die grundlegende wissenschaftliche Forschung investiert. Das betrifft nicht nur die biologischen Aspekte und die fortschreitende Entwicklung resistenter Pflanzen und ökologischer Lebensräume, sondern ganz besonders auch die Wasserwirtschaft.

Heute sind Wälder und Blumen ein gewohntes Bild im israelischen Alltag. In jeder Stadt wachsen üppige Blumenrabatten, die von einem ausgeklügelten Bewässerungssystem am Leben erhalten werden: ein typisches Bild sind die braunen Schläuche, die sich durch die Rabatten schlängeln und mit recyceltem oder speziell aufbereitetem Wasser die teilweise üppige Vegetation ermöglichen und am Leben erhalten. Auch viele Stadtbäume in den zahlreichen Parks werden auf diese Art im Wachstum unterstützt, denn nicht alle Bäume können mit ihren Wurzeln von vornherein vom Grundwasser profitieren, das zumal in den Küstenregionen oft selbst in hohem Maße salzhaltig ist. Ein künstliches Bewässerungssystem trägt also wesentlich dazu bei, in den besiedelten Gebieten grüne Oasen zu schaffen. Auch extensive Landwirtschaft wie sie in Israel nicht nur zur Ernährung der eigenen Bevölkerung besonders mit frischem Gemüse, Obst und Kräutern sondern auch zum Export (etwa der berühmten Zitrusfrüchte) betrieben wird, benötigt viel Wasser. Israel ist im nachhaltigen Umgang mit Wasser deshalb inzwischen weltweit führend. (…)

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