Februar 8, 2016 – 29 Shevat 5776
Wer Christen verfolgt, der hasst auch Juden

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Fast alle christenverfolgenden Staaten sind für die Anerkennung „Palästinas“  

  • Februar 8, 2016 – 29 Shevat 5776
  • Politik, Welt
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Von Stefan Frank

Das überkonfessionelle christliche Hilfswerk „Open Doors“, das sich in rund 60 Ländern für verfolgte Christen einsetzt, hat den Weltverfolgungsindex 2016 veröffentlicht. Er stellt die Rangfolge der 50 Länder dar, in denen Christen aufgrund ihres Glaubens am stärksten verfolgt und benachteiligt werden.
Wieder auf Platz eins ist Nordkorea. Das ist berechtigt, denn die kommunistische „Volksrepublik“ ist der einzige Staat der Welt, in dem es herrschende Praxis ist, dass jemand, der beschuldigt wird, Christ zu sein, mitsamt seiner Familie (Eltern, Großeltern, Kinder und Enkel) in den Gulag deportiert wird. Die nordkoreanische Führerdiktatur, in der es ein vererbtes Kastenwesen gibt, ist auch sonst ein Fall für sich. Die meisten anderen Staaten, die Christen verfolgen, gehören der „Organisation für Islamische Zusammenarbeit“ (OIC) an. „In 35 der 50 Länder des Weltverfolgungsindex ist der islamische Extremismus die Haupttriebkraft der Verfolgung von Christen“, so Open Doors. Die Rangliste von Platz zwei bis zehn lautet: Irak, Eritrea, Afghanistan, Syrien, Pakistan, Somalia, Sudan, Iran, Libyen.

Die Palästinensergebiete stehen auf Platz 24 (Vorjahr: Platz 26). Besonders verfolgt würden dort Christen, die vormals Moslems waren, heißt es in dem Bericht. „Konvertiten aus dem Islam erfahren in ihrem Privatleben enormen Druck, besonders gefährlich ist ihre Lage in Gaza. Der kleinste Hinweis an ihr Umfeld, dass sie sich dem christlichen Glauben zugewandt haben, kann ernste Konsequenzen für sie haben.“

Auch im Westjordanland erlebten Konvertiten seitens ihrer Familien „starken Druck“, selbst ihre Kinder würden „schikaniert“, und Christen, die mit einem Moslem verheiratet waren und geschieden wurden, werde grundsätzlich das Sorgerecht für die Kinder entzogen. Für nicht registrierte protestantische Gemeinschaften im Westjordanland sei es „schwierig“, eine Baugenehmigung für ein Kirchengebäude zu erhalten, in Gaza „praktisch unmöglich“. Auch das Einführen von christlicher Literatur oder Bibeln in das Westjordanland könne „problematisch“ sein; in Gaza sei es gesetzlich verboten.

Nicht nur die Hamas, sondern auch die von Machmud Abbas geführte Palästinensische Autonomiebehörde – die aus schwer verständlichen Gründen von manchen christlichen Kirchen der Welt politisch unterstützt wird – beteiligt sich also an der Unterdrückung von Christen. Nicht einmal mehr der Geburtsort Jesu ist von der antichristlichen Hatz ausgenommen: „Die Organisation ‚Middle East Concern‘ berichtet von einem Vorfall in Bethlehem, bei dem der zuständige Gouverneur im Mai 2015 eine Versammlung [von Christen] unter freiem Himmel kurzfristig aufgrund von ‚erheblichem politischen und religiösen Druck’ absagen ließ“, heißt es in dem Bericht von Open Doors.
Auch Gewaltakte gegen Christen gebe es in den Palästinensergebieten, vor allem gegen solche moslemischer Herkunft:
„Die Täter kommen aus dem familiären oder gesellschaftlichen, gelegentlich auch aus dem behördlichen Umfeld. In Gaza ist der psychische Druck auf Christen, sich zum Islam zu bekehren, beständig hoch, vor allem während des Ramadan. Ihnen werden Arbeitsplätze, Häuser, Frauen und Studienabschlüsse versprochen, falls sie konvertieren. Mehrere Christen moslemischer Herkunft und andere Christen mussten deshalb aus Gaza fliehen und in das Westjordanland umsiedeln, aber auch innerhalb des Westjordanlandes mussten Christen umziehen.“ (...)

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