Januar 6, 2017 – 8 Tevet 5777
Wenn Köln in Israel wäre

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Eine Glosse zu den Polizei-Kontrollen am 1. Januar 2017 in Köln  

Von Gerd Buurmann

Am 1. Januar 2017 erklärten die Stadt Köln, sowie die Landes- und Bundespolizei bei einer Pressekonferenz, in der Silvesternacht zum 1. Januar 2017 knapp 1700 Identitätsfestellungen, 29 Gewahrsamnahmen und 6 Festnahmen durchgeführt, sowie 900 Platzverweise ausgesprochen zu haben. Polizeipräsident Mathies erklärte in einer Pressekonferenz kurz vor Mitternacht:

„Am Hauptbahnhof steht eine Gruppe von rund Tausend Personen, die dem nordafrikanischen Hintergrund zuzuordnen sind. Unsere Kollegen nehmen ihre Personalien auf. Am Bahnhof Deutz/Messe wurde ein Zug gestoppt. Da werden gerade etwa 300 Personen kontrolliert.“

An dem Hauptbahnhof zur Domseite gab es zwei Türen. Die Polizei nutzen diese Türen, um die ankommenden Gäste zu selektieren. Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet:

„Die Polizei hat eine Gasse am Eingang gebildet, sortiert ganze Gruppen arabisch aussehender junger Männer und Jugendlichen aus. Anwesende Polizisten sprechen von ‚selektieren‘. Durch die Polizeimaßnahme entsteht ein Stau am Eingang zur Bahnhofshalle (…) Am kleinen Ausgang des Hauptbahnhofs zur Domseite ist eine der Türen für Nordafrikaner reserviert (…) Vereinzelte Personen werden direkt in Züge aus der Stadt heraus gesetzt.“

Wenn Köln in Israel wäre, dann gäbe es jetzt diese Schlagzeilen:

„Apartheid in Köln! Vor dem Kölner Dom werden Menschen nach ihrer Hautfarbe und Herkunft selektiert! Oberbürgermeisterin Reker spricht von ‚richtiger Einschätzung‘.“

„Nach den jüngsten Ereignissen in Köln fordert der deutsche Außenminister alle Seiten auf, Zurückhaltung zu üben, um eine weitere Eskalation zu verhindern.“

„Der Deutschlandkritiker Jochen Hodentöter postet auf seiner Facebookseite: ‚Die Apartheidsbügermeisterin Henriette Reker selektiert unschuldige Menschen. Ist das der richtige Umgang mit verzweifelten Jugendlichen? Es droht ein Flächenbrand! Eins ist klar, mit Reker kann es keinen Frieden geben. JH’“

„Die Parteivorsitzende der Partei rät der rheinischen Gesellschaft, das Problem der Apartheid in Köln anzugehen, das junge Menschen überhaupt erst zu solchen Verzweiflungstaten treibt.“

„Die Vereinten Nationen fordern Deutschland in einer Resolution dazu auf, sich auf eine Grenze in Köln zu verständigen, so dass beide Konfliktparteien friedlich Seite an Seite leben und feiern können.“

„Deutschland braucht eine Zwei-Staaten-Lösung. Das hat schon mal funktioniert!“

„Deutsche Polizei macht Jagd auf arabische Migranten!“

„Das ist Rassismus, nichts weiter!“

Es würde nicht lange dauern und dieses Flugblatt machte die Runde:

Um es gleich vorweg zu sagen, wir haben nichts gegen Deutsche, einige unserer besten Freunde sind Deutsche, aber was in Köln passiert ist, muss deutlich kritisiert werden. Gerade unter Freunden muss Kritik erlaubt sein!

Vor dem Kölner Dom wurden Menschen nach ihrer Hautfarbe und Herkunft selektiert und in Züge gesetzt. Sie mussten die Stadt verlassen. Das ist Apartheid! Das ist Rassismus!

Wer die deutsche Regierung kritisiert, sagt damit noch nichts über das deutsche Volk aus und schon gar nichts über alle Deutsche. Wir bejahen das Existenzrecht von Deutschland, müssen jedoch gestehen, dass die Vierteilung Deutschlands nach 1945 ein Schritt in die richtige Richtung war. Wir sagen ganz bewusst als Nachfahren von Deutschen, die den Krieg überlebt haben: Wir fordern ein Deutschland in den Grenzen von 1987, eine Zwei-Staaten-Lösung! Das wird man ja wohl noch mal sagen dürfen! (…)

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