Der Bau eines Hauses bekommt mehr internationale Aufmerksamkeit als ganze Völkermorde  

Von Daniel Greenfield

Obwohl der Artikel bereits am 25. Oktober 2016 auf Englisch und noch unter der Präsidentschaft von Barack Obama erschien, hat er nichts an Aktualität eingebüßt.

Es gibt nur wenige Waffen, die so gefährlich sind wie ein israelisches Haus. Sobald seine Ziegel mit Mörtel verbunden sind, wird das Haus – ganz egal, ob es nun bescheiden einstöckig auf einer Hügelkuppe steht oder ein fünfstöckiges Apartmentgebäude mit fließend Kalt- und Warmwasser ist – entschieden gefährlicher, als alles, was grün und glühend aus iranischen Zentrifugen kommt.

Vergessen Sie Splitterbomben und Minen, Giftgas-Granaten und sogar designte Viren. Der Iran kann sich seine Atombomben schenken. Damit beeindruckt er niemanden in Europa oder Washington D.C. Wer denkt noch an Völkermorde in Afrika angesichts der furchtbaren Waffe des Schreckens in Gestalt einer vierköpfigen israelischen Familie, die in eine neue Wohnung zieht?

Der Sudan könnte sogar einen kleinen Berg aus afrikanischen Leichen errichten, und doch könnte er niemals die volle und ungeteilte Aufmerksamkeit der Welt erwarten, bis er nicht etwas derart Unerhörtes tut, wie ein Haus zu bauen und es mit Juden zu füllen.

Da mittlerweile die sudanesischen Juden ebenso verschwunden sind wie die Juden Ägyptens, des Iraks, Syriens und jene aus dem guten alten Afghanistan, stehen die Chancen für Baschir, den Schlachter, diesen Streich zustande zu bringen, eher schlecht.

Infolge der Kurzsichtigkeit der muslimischen Welt, ihre Juden aus Kairo, Aleppo und Bagdad nach Jerusalem zu vertreiben, wird die ultimative Waffe in internationalen Angelegenheiten vollständig vom jüdischen Staat kontrolliert.
Der Vorrat des jüdischen Staates an Juden sollte die internationale Gemeinschaft weit mehr besorgen als ein hypothetischer Vorrat an Nuklear-Waffen.

Niemand außer Israel und wahrscheinlich Saudi-Arabien kümmert sich viel um die iranische Bombe. Aber wenn Israel Häuser baut, hüpft die internationale Gemeinschaft aus dem Korsett, droht ihre Botschafter zurückzurufen und israelische Pfirsiche zu boykottieren.

Man kann auf die Teppiche des Weißen Hauses spucken und jedes unserer Geheimnisse stehlen. Man kann unsere Städte bombardieren und unsere Datenbanken hacken. Man kann alles in die Luft sprengen, was man will und bedrohen, wen man will; aber lieber sollte man kein Loch in der Nähe von Gilgal graben, wo Joschua und ein paar Millionen entkommener hebräischer Sklaven einst ihr Lager aufschlugen.

Manche glauben, dass Völkermorde oder Atomwaffen die ultimativen Waffen seien, aber wie wir immer wieder sehen, besteht die ultimative Waffe aus einem Hammer und ein paar Nägeln in einer jüdischen Hand.

Jeder hat seine Standards. Sogar die internationale Gemeinschaft. Es gibt Dinge, die niemand ausstehen kann. Und die eine Sache, gegen die sich jeder erheben bzw. Widerstand leisten wird, ist das israelische Haus.
Beamte des Weißen Hauses bestehen wieder einmal darauf, dass Netanjahu Obama mit der Absegnung des Baus von 98 Häuserkomplexen beleidigt hätte. Dies ist das schwerste israelische Verbrechen seit der Zeit, als die Stadt Jerusalem ein paar Häuser eine Hürde in einem mehrstufigen Genehmigungs-Prozess nehmen ließ, während Biden zu Besuch kam.

Hillary nannte dies eine Beleidigung und verbrachte zwei Stunden damit, Netanjahu über das Telefon anzuschreien. Präsidenten-Berater Axelrod erklärte die Tat zu einem Affront. Biden war so wütend, dass er sich eine Stunde lang weigerte, runter zum Abendessen zu kommen. Wochenlang heulten die Medien, dass Netanjahu Obama mittels der heimtückischen Tat gedemütigt hätte, einem der Bürgermeister des Landes zu erlauben, den Wohnungsbau zu befürworten, während seine Heiligkeit Joseph Robinette Biden Jr. den israelischen Luftraum durchkreuzte.

Während China den USA einen Krieg androhen und Nordkorea seine Atombomben testen kann, hat es bisher nur Israel geschafft, offizielle Aufmerksamkeit für die „Beleidigung“ Obamas zu erhalten, noch dazu ohne große Mühe. Das beweist einmal mehr, dass die jüdische Rasse so talentiert ist, dass sie Dinge erreicht, von denen andere nur träumen können und die Juden merken es noch nicht einmal.

Laut „New York Times“, die sich niemals irrt, macht der anhaltende Hausbau den Frieden unmöglich. Der Frieden, welcher natürlich in keinster Weise von Raketen, Selbstmordattentaten, einseitigen Geboten der Eigenstaatlichkeit und Kriegserklärungen behindert wird, stößt nur gegen ein Hindernis: Die robuste, unnachgiebige Mauer eines israelischen Hauses.

Man kann israelische Häuser aushöhlen, sie bombardieren und in sie einbrechen, um die Menschen, die darin leben, zu massakrieren. Doch am Ende macht Israel einfach weiter und baut noch mehr dieser verdammten Dinger.
Und das ist nun mal nicht gut für den Frieden.

Darum kümmert sich auch niemand großartig um Raketen der Hamas, die ja bloß Israelis töten, die es ja sowieso verdient haben, wie jeder vernünftige Mensch in London, Paris und Brüssel weiß. Dafür schäumt man vor Wut angesichts eines israelischen Hauses. Israelis zu töten war noch nie ein Friedenshindernis. Das zwanzigjährige Töten von Israelis hat bisher keine einzige israelische Regierung davon abgebracht, sich mit den Terroristen an einen Tisch zu setzen und zu feilschen. Aber eine israelische Familie, die in einem Haus lebt, besetzt dieses Gebiet ja bloß, damit es den Terroristen schwerer gemacht wird, das Land zu übernehmen.
Das Problem ist alt. Der Pharao plagte sich damit. Hitler auch. Und nun die Hamas. Was macht man nur, wenn zu viele Juden leben? Die Antwort liegt auf der Hand.

Israels Friedenspartner versuchten sich auf die altehrwürdige ägyptische Tradition, alle Juden ins Meer zu werfen, zu besinnen. Doch trotz eines ganzen Offizierskorps, das vorübergehend von den bewaffneten Truppen Großbritanniens „beurlaubt“ wurde, kamen sie nur bis zur Mitte Jerusalems, wo sie jede Synagoge in die Luft sprengten, und nahmen Israels Westjordanland ein – oder wie die fremden zionistischen Angreifer, die keinerlei Wurzeln in dieser Region haben, sagen – Judäa und Samaria.

19 Jahre später hatten Israels Friedenspartner ihr britisches Offizierskorps gegen ein russisches eingetauscht, welches Jerusalem, das Westjordanland und Gaza verlor. Damit bewiesen sie, dass die Kommunisten, wenn es um‘s Töten von Juden geht, am besten sind, wenn diese nicht zurückschießen. Seit jener Zeit drängt die Welt oder besser gesagt der Teil von ihr, der vollständig von Diplomaten und höheren Journalisten bevölkert wird, darauf, dass Israel das Land einem erfundenen Staat zurückgibt.

Dieser Friedensplan, der genauso gut funktionierte, wie Feuer mit Benzin zu bekämpfen, wird seit zwei Jahrzehnten des Terrors nicht einmal ansatzweise in Frage gestellt, aber jedes Mal in seinen Grundfesten erschüttert, wenn in der Umgebung Jerusalems ein israelischer Hammer auf einen israelischen Nagel trifft. Dieses Land muss nämlich zurückgegeben werden, damit von dort aus Raketen nach Israel geschossen werden können, damit Israel einfallen und es zurückerobern kann. Danach wird es wieder Friedensverhandlungen geben, in deren Folge das Land von Israel zurückgegeben wird, damit dort wieder Raketen stationiert werden können, es wieder zurückerobert und anschließend zurückgegeben wird … für den Frieden.

Und israelische Häuser gefährden diesen Kreislauf von Frieden und Gewalt. Sie gefährden ihn, da sie „auf dem Boden unumstößliche Tatsachen schaffen“, eine pikante Formulierung, so wie sie nur zu Häusern voller Juden passt.

Muslimische Häuser schaffen natürlich keine unumstößlichen Tatsachen, obwohl sie aus demselben Material gebaut und ebenfalls mit Menschen gefüllt sind. Oder vielleicht sorgen sie ja für gute unumstößliche Tatsachen. Solche von der Sorte eines Vorkaufsrechtes für Verhandlungen, was die beruflichen Friedensstifter gutheißen.

Aber es ist schwer zu wissen, was die Friedensstifter eigentlich befürworten, weil sich ihre Argumente und Definitionen ständig ändern. Alles, was wir wissen, ist, dass sie israelische Häuser ablehnen.

UNO-Chef Ban Ki-moon verkündete, die israelischen Häuser seien ein „nahezu fataler Schlag“ für den Friedensprozess. Es ist natürlich nur ein „nahezu fataler Schlag“, weil der Friedensprozess nicht getötet werden kann, ähnlich wie Dracula. Israelische Häuser, so furchteinflößend sie auch sein mögen mit ihren Balkonen und schlechten Heizungen im Winter, reichen trotzdem nicht ganz aus, um ihn zu töten.

Wie das Monster in einem Horrorfilm, kommt der Friedensprozess immer wieder zurück und egal wie viele Hiebe ihm das israelische Haus versetzt, ein Jahr später erscheint eine Fortsetzung, in welcher das israelische Haus erneut vom Friedensprozess-Monster heimgesucht wird.

Die Armee der todbringenden israelischen Häuser wirkt respekteinflößend auf dem Zeitungspapier der „New York Times“ und den schrillen Themen-Talks der CNN-Sprecher. Aber ihr eigentliches Vermögen ist beschränkt auf das Beherbergen jüdischer Familien und darauf internationale Diplomaten und Journalisten zur Weißglut zu bringen.

Europa ist wütend, Obama kocht, die UNO steht unter Spannung und irgendwo in Teheran streicht sich der Staatsführer des Iran die Pomade aus dem Bart und fragt sich, was er nur tun könnte, um so viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Er kritzelt kurz ein paar Gedanken auf eine Serviette, doch dann verwirft er sie, weil sie ihm zu unplausibel erscheinen. Soviel Aufmerksamkeit seine Idee auf der Welt auch bekommen würde, es gibt einfach keine Möglichkeit für den Iran, Wohnungen in Israel zu errichten.

Daniel Greenfield ist Kolumnist und Blogger. Er wurde in Israel geboren und lebt heute in New York. Seine Artikel erscheinen regelmäßig in „Family Security Matters“, „The Jewish Press”, „Times of Israel”, „Act for America” und bei „Canada Free Press”. Seine Kolumnen erschienen bereits in der „New York Sun”, „The Jewish Press” sowie bei „FOX Nation”.
Unter www.sultanknish.blogspot.com ist sein persönlicher Blog zu erreichen.

Aus dem Englischen übersetzt von Ulrike Stockmann

Komplett zu lesen in der Druck- oder Onlineausgabe der Zeitung. Sie können die Zeitung „Jüdische Rundschau“ hier für 39 Euro im Papierform abonnieren oder hier ein Onlinezugang zu den 12 Ausgaben für 33 Euro kaufen.


Sie können auch diesen Artikel komplett lesen, wenn Sie die aktuelle Ausgabe der "Jüdischen Rundschau" hier online mit der Lieferung direkt an Sie per Post bestellen oder jetzt online für 3 Euro statt 3,70 Euro am Kiosk kaufen.

Brief an die Redaktion schreiben