Mai 11, 2016 – 3 Iyyar 5776
Was macht das Kamel in der Großstadt?

image

Von Estelle Rapaport

Wimmelbildbücher gibt es viele; bereits seit den 1960er Jahren werden die beliebten Bücher verlegt. Sie regen zum Austausch zwischen Eltern und Kindern an und das gemeinsame Betrachten gilt als pädagogisch wertvoll. Die bekanntesten Bücher dieser Art kommen von dem deutschen Maler Ali Mitgutsch und aus der Serie „Wo ist Walter?“ des britischen Illustrators Martin Handford, in denen der Weltenbummler Walter um die Welt zieht. In Israel war Walter nie; doch dafür gibt es jetzt ein Wimmelbildbuch über Israel ohne ihn.

Die Illustratorin Rachel Shalev, die an der „Bezalel Academy of Art and Design“ in Jerusalem studiert hat, hat ein charmantes Israel-Wimmelbildbuch gestaltet. Auf handgezeichneten, großformatigen Doppelseiten führt sie uns auf eine Reise quer durchs Land ganz ohne politisches Dogma. Zu den Stationen gehören unter anderem Tel Aviv mit seinem regen Treiben auf den breiten Straßen, Jerusalems religiöse Stätten und sein bunter, multi-kultureller Markt. In der Wüste Negev finden wir Beduinen, Kamele und das Tote Meer, bevor wir in Eilat mit seinem regen Strandleben ankommen.

Die Bilder sind so liebevoll und detailreich gestaltet, dass es sowohl für Kinder als auch für Erwachsene ein Vergnügen ist, das Buch durchzublättern und dabei über Israel zu sprechen. Auf der ersten Doppelseite werden verschiedene Charaktere vorgestellt, die uns durch das Buch begleiten. Darunter sind beispielsweise eine äthiopische Einwandererin mit ihrer Tochter, eine Musikerin, eine Kinderfußballmannschaft und eine Beduinenfamilie. Dazu gibt uns die Autorin kleine Aufgaben, denn ihre Charaktere begegnen uns in den folgenden Szenen immer wieder, so dass wir gleichzeitig viele einzelne Geschichten verfolgen können: Wir helfen der Flötistin nach und nach ihre Kollegen einzusammeln, so dass die komplette Band am Ende in Eilat auf einem Schiff Jazz spielen kann und halten Ausschau nach den Hunden, die der Hundesitterin verloren gegangen sind. Wir beobachten Familie Teitelbaum bei weltlichen, genauso wie bei religiösen Beschäftigungen: Sie gehen spazieren, wohnen einer Hochzeit bei und kaufen einen Lulav für Sukkot. Der Geschäftsmann rennt mit seinem Aktenkoffer hektisch durch die Stadt, bevor seine wichtigen Unterlagen schließlich von einem Kamel gefressen werden. Auch abseits der hervorgehobenen Figuren und gestellten Aufgaben gibt es viel zu entdecken, wie die Friedenstaube oder Ben Gurion, der am Strand ohne Leibwächter Kopfstand macht.

Das Buch macht auf eine ganz unkomplizierte Art Lust, nach Israel zu reisen, Liebgewonnenes wiederzusehen und Neues zu entdecken. Wer keine Kinder hat, wünscht sich welche; schon allein, um ihnen die vielen lustigen Details erklären zu können. So wird es zum perfekten Geschenk für Kinder und ihre Eltern. Die einzige Gefahr besteht darin, dass man es gar nicht mehr hergeben will, sobald man es einmal in Händen hält.

Das Israel-Wimmelbuch von Rachel Shalev ist im Ariella-Verlag erschienen. Wir verlosen zwei der Bücher. Wenn Sie gewinnen möchten, nennen Sie uns den Namen des Wasserfalls im abgebildeten Bild. Bitte senden Sie die Lösung an: redaktion@juedische-rundschau.de

Komplett zu lesen in der Druck- oder Onlineausgabe der Zeitung. Sie können die Zeitung „Jüdische Rundschau“ hier für 39 Euro im Papierform abonnieren oder hier ein Onlinezugang zu den 12 Ausgaben für 33 Euro kaufen.


Sie können auch diesen Artikel komplett lesen, wenn Sie die aktuelle Ausgabe der "Jüdischen Rundschau" hier online mit der Lieferung direkt an Sie per Post bestellen oder jetzt online für 3 Euro statt 3,70 Euro am Kiosk kaufen.

Brief an die Redaktion schreiben