Wie unser Staat zusehends auch mit vermeintlich „friedlichen“ Mitteln islamisiert wird  

Von Jaklin Chatschadorian

„Den Islam“ gibt es nicht. Der moderne, differenzierende Demokrat verkündet, es gäbe Facetten des Islam, ebenso wie jeder anderen Religion, und es gäbe ihren Missbrauch. Das mag so sein. Nun wäre es jedoch absurd, durch die Kulisse von Facetten einer Religion dieser die gemeinsame, identitätsstiftende Funktion zu nehmen.

Das Bekenntnis zu einer bestimmten Religion ist der öffentliche Ausdruck des persönlichen Glaubens ebenso wie die Einordnung der eigenen Person zu dem dazugehörigen Kollektiv der Gleichgläubigen.
Mit ihnen teilt man die zentralen Glaubensinhalte, übt die gleichen Zeremonien und Riten aus, feiert die gemeinsamen Glaubensfeste und grenzt sich damit zu anderen Religionen ab. Innerhalb einer Religion gibt es selbstverständlich immer verschiedene Meinungen darüber, wie bestimmte Einzelfragen der Heiligen Schriften ausgelegt und verstanden werden sollen. Diese vielfältigen Untergruppen innerhalb einer Religion, die Konfessionenvielfalt, ist nicht nur dem Islam eigen, sondern auch dem Christen- und Judentum.

Anders als bei den Glaubensgemeinschaften der Juden und Christen, werden im Islam bestimmte muslimische Einzelpersonen oder Organisationen von einzelnen Mitgliedern der Umma, vorzugsweise in politischen Diskussionen, formfrei und ohne den Anspruch von den Betreffenden oder von anerkannten Institutionen oder hohen Geistlichen gehört zu werden, exkommuniziert.

Die eigentliche Chuzpe liegt hier weniger in der Akzeptanz einer systemstabilisierenden Selbstjustiz (Vigilantismus). Erstaunlich ist vielmehr Umstand, dass gerade jene Gläubigen, die eine strenge, wörtliche Auslegung der eigenen, heiligen Schrift bevorzugen, die Orthodoxen, von denen, die selbst diese Regeln weniger streng befolgen, der sog. friedlichen Mitte der Umma, politisch exkommuniziert werden.

Ein guter Grund sich diese sogenannte „friedliche Mitte“ inmitten unserer Gesellschaft und den bei uns gelebten Islam näher anzuschauen.
Hier gibt es in einem ersten Schritt zwei zu differenzierende Lager: Die politische Vertretung des Islams in Deutschland und die einfache Bevölkerung muslimischen Glaubens.

Der Islam hat kein Oberhaupt und damit keinen Ansprechpartner
Der Islam hat kein führendes geistliches Oberhaupt und damit auch keine einzelne feste Autorität als Ansprechpartner für Muslime oder Außenstehende. Es existieren Theologen, die man um Rat fragen kann und bestimmte anerkannte Rechtsschulen, denen unverbindlich ein bestimmter Geltungskreis zugesprochen wird.

Zweifel und konstruktive Kritik sind im Islam unerwünscht
Dieser strategische Schachzug kommt dem Absolutheitsanspruch der Religion zugute und bedarf aufgrund seines politischen Konzeptes auch keines spirituellen Anspruchs auf Führung.
Die Religion sieht in der sehr präzisen Befolgung seines immensen Regelwerks seine Verwirklichung und erklärt diese materielle Übung blanko zu einer transzendenten Erfahrung. Inhalte, so kennen wir es aus Koranschulen aller Richtungen, gilt es vor allem auswendig zu lernen und zu befolgen. Erkenntnisgewinn durch Nachfrage, Zweifel und Kritik, Mediation oder ein konzentriertes, kontemplatives Betrachten sind unerwünscht und hinderlich.

Bereits aus diesem Grunde haben moderne Reformer wie Abdel Hakim Ourghi (Universität Freiburg) oder Mouhanda Khorchide (Universität Münster) den Widerstand der konservativen Muslime ebenso wie die fehlende Unterstützung aus der Mitte der friedlichen Muslime zu beklagen.

Der auf Gehorsam und Unterwerfung unter das göttliche Regelwerk gelegte Schwerpunkt des Islam und die Tatsache, dass eben dieses muslimische Leben nicht immer in Einklang mit der (christlich-jüdischen) Rechts- und Werteordnung des europäischen Westens zu bringen ist, bedingt die Existenz einer politischen Vertretung.

Nur durch diese können normative Positionen und Inhalte per Sonderregelung oder Rechtsfortbildung (im weitesten Sinn) übertragen werden. Die Integrationspolitik und die Gewährung der Teilhabe trifft auf das Interesse der Verwirklichung islamischer Regelungen, die sich explizit nicht auf die eigene Umma begrenzen lassen, sondern absolut gelten und auch von Außenstehenden zu beachten sind.

Nun ist eine solche Interessenvertretung grundsätzlich legitim. Doch sobald es um die Verschiebung des vorhandenen Grundgesetzes geht, etwa durch die Integration islamischer Normen wie der Scharia in unser Verständnis von Recht und Gesetz, ist bei der Beurteilung der Friedfertigkeit einer Organisation, Religion oder Glaubensgemeinschaft Vorsicht geboten.

Die Deutschen sind naiv
Eine Achtsamkeit, die sich in Deutschland nicht zeigen will. Diese fatale Erscheinung einer naiven Blindheit gegenüber feindlichen Strukturen gewinnt unstreitig an Geschwindigkeit. Unsere Debattenkultur, die Kritik und Streit nutzte, um mit neuen Erkenntnissen und zu besseren Ergebnissen zu kommen, sieht sich inzwischen – unter dem Deckmantel des Kampfes gegen die sogenannte „Hassrede“ – Zensurgesetzen gegenüber. Die „Politische Korrektheit“ katalysiert die Machtabgabe des neutralen Staates an eine (gut organisierte und gut finanzierte) herrschende Meinung zum Thema Islam und Muslime.

Den Verlust der eigenen Religiosität feiern
Während wir, aufgeklärt und modern, den Verlust unserer eigenen Religiösität feiern, und tiefreligiöse Juden wie Christen sehr schnell mit einem skeptischen Blick beäugen, feiern wir religiöse Muslime, indem wir uns, vor jede Kritik ihrer Religion stellen und die Kritiker, über das ausgiebig finanzierte Vehikel der „Islamophobie“ zu Rassisten erklären.

Es ist geradezu unhöflich, zuweilen gar vermeintlich menschenfeindlich, zu detailliert nachzufragen und erst recht seinen Gesprächspartner ins Kreuzverhör zu nehmen. Political correctness verlangt uns nicht nur Respekt für andere Positionen ab, sondern überträgt zwischenmenschliche Höflichkeitsformen gegenüber einer Privatperson auch auf politische Vertreter und den dahinterstehenden Zielen/Absichten. Harmonisierungswahn und die Übernahme orientalischer Mentalitäten (Respekt gegenüber dem Nächsthöheren in der Hierarchie, Verfemung des Zweifels etc.) bremst unsere, über Jahrhunderte gewachsene Debattenkultur, die Grundlage unserer Entwicklung aus.

Dialog statt Kritik
Wenn Dialog statt Kritik und Verständnis statt Einhalt im Rahmen von Toleranz und political correctness propagiert werden, so ist der Verschiebung des Grundgerüstes unserer Gesellschaft Tür und Tor geöffnet. Zieht man die ungesteuerte Einwanderung in die Bundesrepublik durch fast ausschließlich muslimische Bevölkerungsgruppen zu der Betrachtung des politischen Islams der Bestandsmigrantschaft hinzu, zeigt sich das Ergebnis einer neuen, sehr gefährlichen Gesinnung: Eine Kanzlerin, die in der sogenannten „Flüchtlingskrise“ öffentlich zur Legalisierung der erfolgten illegalen Einwanderung aufruft; ein Innenminister, der trotz Verfassungsschutzberichten und europaweiten Terroranschlägen die Angst vor dem Islam der Unwissenheit des besorgten, deutschen Bürgers zuschreibt; ein Kanzlerkandidat, der seine steuerzahlenden Wähler abwertet, indem er muslimische Flüchtlinge, die sich der Integration in den Arbeitsmarkt, und im Besonderen in die hiesige Gesellschaft verweigern, mit Aussagen wie „wertvoller als Gold“ überhöht.

Die Etablierung der politischen Vertretungen der Muslime in Deutschland in Gesellschaft und Debatte, ist ebenfalls das Ergebnis eines neuen, deutschen Gesinnungs-Mainstreams.
Die Deutsche Islamkonferenz unter Führung der Bundesregierung hat bestimmte Gesprächspartner auf ein Podest gehoben und diese mit einer Art Prüfsiegel an die beiden großen deutschen Kirchen als Gesprächspartner weitergereicht. Der Bevölkerung werden diese in Zeitungsinterviews, Polit-Talk-Shows und als besonders wertvolle Redner präsentiert. Diese Einnahme einer sicheren Position scheint unumstößlich.

Der „Zentralrat der Muslime“ bietet der „Islamischen Gemeinschaft in Deutschland e.V“ (IGD), welche der extremistischen Muslimbruderschaft zugeordnet und vom Verfassungsschutz beobachtet wird ebenso ein Dach wie der „Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa e.V.“ (ATIB), den türkischen „Grauen Wölfen“, Rechtsextreme unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.
Der Islamrat wird dominiert von der „Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs e.V.“ (IGMG), welche ebenfalls vom Verfassungsschutz wegen religiös extremistischer Ziele beobachtet wird.

Die Gülen-Bewegung will mit Bildung und Karriere unterwandern
Die DITIB ist dem türkischen Präsidenten unterstellt und gerät nicht nur mit ihrer Politik gegen Anhänger der Gülen-Bewegung regelmäßig in den Focus öffentlicher Aufmerksamkeit.
Die Gülen-Bewegung ist uns allen seit dem als Putsch getarnten Staatsstreich Erdogans ein Begriff. Die meisten sehen hier eine zu Unrecht verfolgte Gruppe von modernen, bildungsfreudigen, friedlichen Muslimen, die alle ein gutes Deutsch sprechen. Sie übersehen aber, dass sich die weltweit betriebenen Dialogschulen mit sogenannten „Lichthäusern“ (kontrollierte Wohngemeinschaften) in Indoktrination üben. Hier geht es um Unterwanderung durch Bildung und Karriere, die keiner sehen will.

All diese und andere Organisationen unterhalten Stiftungen, Vereine und Bildungseinrichtungen, bieten Hilfsdienste, Frauen- und Jugendarbeit an, um die verschiedensten Bereiche muslimischen Lebens in Deutschland abzudecken. Sie gelten als Kooperationspartner in den Bereichen Integration, Schulbildung und Salafismusprävention. Ihre prominenten Vertreter sind gern gesehene Mitglieder bzw. Gäste von Parteien und Politikern, Kirchentagen. Es stört sich keiner an den Verfassungsschutzberichten und an den regelmäßigen Berichten aufkommender Skandale, Spionageaffären, Radikalisierungen, Syrien-Reisenden etc. Selbst bei fragwürdigen Aussagen populärer Vertreter des deutschen Islam wird die kritische Nachfrage unterlassen.

Die Ahmadiyya-Gemeinde will die Scharia für Deutschland
Ein nicht zu unterschätzender Wettbewerber in diesen Runden ist auch die Gemeinschaft der „Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland“, welche in Hessen die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts erreicht hat. Ihr Ziel, die Durchsetzung bzw. Integration der Scharia in die deutsche Lebens- und Rechtswirklichkeit, wird aufgrund eines geschickten Marketings, oberflächlich guter Integration und einer besonderen Verschwiegenheit unter Mitstreitern erfolgreich verschleiert. Sie bedient sich der Methode einer aufdringlichen Missionierung von vorzugsweise deutschen Staatsbürgern, zuweilen auch durch die Befürwortung von Mischehen. Sie professionalisiert damit die Unterwanderung, wie sie etwa von der Gülen-Bewegung praktiziert wird, während der Mehrheitsgesellschaft Integrationsfähigkeit vorgeführt wird. So kommt es, dass Zwangsehen und Ehrenmorde nur als Ausrutscher wahrgenommen werden, das Bild der Ahmadiyya-Jugend, die regelmäßig am Neujahrsmorgen den städtischen Abfallentsorgungsbetrieben beim Aufräumen des Silvestermülls hilft, aber unvergesslich wird.

Die einfache Bevölkerung
Ist der friedliche Islam hier bei uns in Deutschland zu finden?
Die einfache Bevölkerung gilt zumeist als politisch unorganisiert und unsichtbar. Dicht gefolgt vom netten Gemüsehändler aus der eigenen Nachbarschaft schwebt uns das Bild des fleißigen Arbeiters, der im Marathon der Erwirtschaftung seines Lebensunterhaltes keine Zeit für politische Fragestellungen hat, als erstes vor. Gleich danach erfreuen wir uns an unserem alten Klassenkameraden, der sich aufgrund seiner persönlichen, fortgeschrittenen Integration und einer beruflichen Karriere nicht mehr mit ihrer Herkunftsgruppe identifizieren will und damit zu „einem von uns“ wird.

Und dann das: Im Rahmen von Demonstrationen zum Verfassungsreferendum der Türkei begeben sich Tausende junger Menschen, nicht selten mit guten Deutschkenntnissen, mit „Allahu Akbar“-Rufen an den Kölner Rhein und feiern einen faschistoiden Führer.
Wo waren diese Menschen vorher? Wo waren sie bei den Anschlägen von Brüssel, Paris oder Manchester?

Kaum wird diesen Menschen gegenüber der Vorwurf der mittelbaren Unterstützung des Terrors durch eine gleichgültige Unsichtbarkeit laut, verstummen diese auch schon durch Wortbeiträge von Lobbyisten ebenso wie von deutscher Seite: Man könne dem gemeinen AKP-Anhänger aus Deutschland nichts vorwerfen. Er handele ohne politisches Urteilsvermögen, aus einer, sich gegen die in Deutschland erfahrene Ablehnung und Diskriminierung auflehnenden Gefühlsgemengelage heraus, kaum spürend, dass seine Positionierung sich zugunsten einer sich als Vaterfigur präsentierenden Person wie Präsident Erdogan auswirke.

Aber es gibt ja nicht nur die türkischen AKP-Muslime in Deutschland. Schauen wir weiter, wo der Islam bzw. seine Umma sich in der Bundesrepublik zeigen.
Großstädte beklagen Integrationsprobleme, die sich in sogenannten „Migrantenvierteln“ besonders zeigen. Durch die Ghettoisierung bedarf es für Einkauf, Friseur und Arztbesuch keiner deutschen Sprachkenntnisse. Zuweilen ist auch das städtische Personal mit Migrationshintergrund angewiesen, im Rahmen des Kundenservice aktiv die mit dem Kunden geteilte Herkunftssprache zu nutzen.
Ballungsräume wie Berlin oder das Ruhrgebiet vermelden innerhalb dieser Viertel immer öfter sogenannte „No-Go-Areas“, also Gebiete, in die man nicht gehen sollte, weil staatliche Instanzen hier weder Kontrolle noch Sicherheit gewährleisten können.

Prügel-Tschtschenen, Wuppertaler Scharia-Polizei und schiitische Geißelung in Bonn
Diese rechtsfreien Räume in Deutschland, in denen die Rudelbildung gegen Beamte oder Rettungskräfte ebenso wie Drogenhandel, eine, durch die erhöhte Inanspruchnahme öffentlicher Mittel zu vermutende Armut zu beobachten ist, zeichnet sich meist auch durch Erscheinungen, die der Religion des Islam bzw. den Mitgliedern der Glaubensgemeinschaft eigen sind, aus: Jugendliche, die als uniformierte „Sharia-Polizisten“ durch Wuppertal patrouillieren und Passanten mit Blick auf Alkoholverbote und Kleidungsgebote ermahnen, tschetschenische Moralwächter, die als Schlägertruppe in Berlin öffentliche Räume sichern, Scharia-Gerichte, die eine Paralleljustiz etablieren, ethnische Clanbildungen, mafiaartige Aufteilungen von „Herrschaftsgebieten“, schiitische Selbstgeißelungen auf den Straßen Bonns, die als Trauermarsch getarnte Anspruchsbekundungen gegenüber Sunniten, zu qualifizieren sind.

In der Kölner Silvesternacht 2015/16 machen Horden muslimischer Männer den anwesenden Frauen den öffentlichen Raum streitig, indem sie diese gemeinschaftlich sexuell belästigen bzw. vergewaltigen. Gleichzeitig beschießen sie den Kölner Dom mit Feuerwerkskörpern und zeigen der unterbesetzten Polizei, dass diese dort nichts zu melden hat.
In Flüchtlingsheimen erleiden orientalische Christen, Konvertiten, Homosexuelle und Frauen, zuweilen gar Kinder, ein Martyrium, weil sie „islamkonform“ zu existieren bzw. die ihr Umfeld nicht zu verunreinigen haben.

Ein jesidischer Kurde wird in Oldenburg von einem islamischen „Flüchtling“ erstochen, weil er, vom Täter zum Muslim erklärt, ein Eis aß, statt ordnungsgemäß zu fasten.
Doch es sind nicht nur strafrechtlich relevante Erscheinungen, die nach der friedlichen Mitte des Islam suchen lassen.

Maßnahmen bzw. Absichten, die der Mehrheitsgesellschaft unter dem Deckmantel der Toleranz bestimmte Veränderungen aufoktroyieren, verändern den Status quo zuweilen unwiederbringlich und sind, trotz fehlender Gewaltanwendung als mindestens ebenso unfriedlich zu qualifizieren.
Der staatliche, schulische Religionsunterricht wird regelmäßig von Verbänden, die selbst oder durch ihre Mitglieder Verfassungsschutzberichte zieren, mitgestaltet. Welche Legitimation haben sie hierfür?

Nicht-moslemische Kinder werden durch die Schule an den Islam herangeführt
Deutsche, nicht-muslimische Kindergärten und Schüler besuchen Moscheen und werden spaßeshalber bzw. zur Weiterbildung und zur Entwicklung von Toleranz aufgefordert, die Shahada, das islamische Glaubensbekenntnis, theologisch richtig, dreimal und vor mindestens zwei Zeugen, auszusprechen. In Hamburg stehen Eltern vor Gericht, weil sie den Besuch einer vom Verfassungsschutz beobachteten Moschee, unter Missachtung der Schulpflicht, verhinderten. 

In sehr vielen Schulen des Landes bekommen die Schüler bereits aus Prinzip kein Schweinefleisch in den Kantinen angeboten, weil eine bestimmte Gruppe, die der Muslime, kein Schweinefleisch essen darf. Es ist gerechter, hier zwei Menüs nebeneinander anzubieten. Doch offenbar reicht das nicht. Vielfalt endet dort, wo Praktikabilität vorgeschoben wird.

Frauenbadetage
Öffentliche Badeanstalten bieten nicht nur das nach Geschlechtern getrennte Schwimmen an, damit muslimische Frauen auch in den Genuss der Fortbewegung zu Wasser kommen. Es gibt inzwischen Bestrebungen, die Schwimmbäder nur für muslimische Frauen anzubieten. Die religiöse Begründung, die hinter dieser Etappe islamischer Interessenverbände steht, ist rassistisch: Der Ungläubige wird für unrein erklärt und verunreinige das Wasser durch seine Berührung. Der Aufschrei freiheitlicher Demokraten ist nicht zu hören.

Gleiches gilt für bestimmte Forderungen im Bereich der Bestattung. Hier darf der Boden nicht durch Ungläubige verunreinigt sein. Neben der jungfräulichen Aushebung eines Grabes kommt damit nur die Wiederbelegung durch einen weiteren Muslim in Frage. Jede Religion mag ihren Bereich für die letzte Ruhe beanspruchen. Das ist in Ordnung. Aber die Begründung dieser Aussonderung, die Verunreinigung durch einen anderen Verstorbenen, die Erklärung eines Menschen zu Dreck ist rassistisch und in diesem Fall auch pietätlos.

Alters- und Pflegeheime gehen seit einiger Zeit auf die religiösen Bedürfnisse von Muslimen ein. Es geht hier, anders als kommuniziert nicht um die persönliche Religionsfreiheit des einzelnen Geriatrie- oder Psychiatriepatienten, sondern um die Durchsetzung von islamischen Reinheitsgeboten und einer damit entsprechenden Sexualmoral. Würde die politisch korrekte Mehrheitsgesellschaft nachfragen, wüsste sie hierüber.

Auch das staatliche Neutralitätsgebot gegenüber Religionen wird mit den eigenen Mitteln des Rechtsstaates, also „friedlich“ bekämpft. Lehrer und Richter, die das Bild des deutschen Staates mit dem Kopftuch prägen sollen, sind in Arbeit. Verbände finanzieren die Rechtsstreitigkeiten, Klage um Klage.

„Räume der Stille“ werden häufig islamisch okkupiert
Universitäten räumen ihren Studierenden „stille Räume“ des Gebetes ein, die sich kaum eingerichtet, zu salafistischen Zentren bzw. Rekrutierungsstellen entwickeln und bei der Gefahr der Schließung mit öffentlichen Gebeten auf dem Campus die öffentliche Ordnung stören.

Studentenvereinigungen laden Referenten zu Vorträgen, etwa 2016 an den Universitäten in Duisburg und Köln ein. Einziger Programmpunkt: die völkermordleugnende Hetze gegen Armenier und andere „Ungläubige“ und „imperialistische Kräften“. Andere laden dem Salafismus zuzurechnende Redner ein, damit diese über die islamische Seelsorge oder die fehlende Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe sprechen. Sie sprechen ja nur. Sind sie also friedlich?

Kopftuchverbote in der Schweiz ziehen ein Bußgeld mit sich. Kaum findet diese Vorschrift Geltung, findet sich ein reicher Scheich, der sich bereit erklärt, Frauen, die sich in Ausübung der Religion über demokratisch legitimiertes, geltendes Recht hinwegsetzen, die Buße zahlen.

Der gewaltfreie islamische Druck wächst
Zuletzt überhäuften friedliche Muslime, muslimische Verbraucher die Discounterkette Lidl mit Beschwerden, weil die „orientalische“ Frischkäse-Blätterteigschnecke mit Schweinefett zubereitet worden war. Nun stellt sich hier nicht nur die Frage, warum der Begriff „orientalisch“ unbedingt mit „muslimisch“ gleichgesetzt werden soll, da er auch ein Gebiet der Juden und Orientchristen ebenso umschreiben kann wie er manchmal im Kontext mit Indien und China verwendet wird. Es ist auch fraglich, was genau an diesem Angebot verwerflich gewesen sein soll. Schweinefett war auf der Verpackung ordnungsgemäß als Zutat angegeben.

Ein Mitglied des Integrationsrates der Stadt Köln namens Ali Esen spricht offen von „Christen und anderen Ungläubigen“. Und er sitzt den kommunalen Politikern gegenüber, die sich, in Sorge um negative Auswirkungen auf die eigene politische Karriere, nicht trauen den Mund aufzumachen, und den erlebten Rassismus als solchen anzuprangern.

All diese Beispiele zeigen uns, nicht nur der spirituelle Islam, sondern auch der friedliche kommt zu kurz. Es ist nicht nur der Gewalt anwendende Dschihadist, der sich unfriedlich zeigt, sondern auch derjenige, der mit erlaubten Mitteln an nicht erlaubten Veränderungen arbeitet. Beide Kräfte arbeiten Hand in Hand. Der eine beseitigt die Ungläubigen durch ihre Tötung, der andere beseitigt den Unglauben und versucht die Identität einer ihm fremden, nach islamischem Recht zu erobernden, Gesellschaft zu verändern. Kurzfristige Maßnahmen mögen abgelehnt werden, weil sie schockieren, den Ruf der Religion, das politische Vorankommen der Eroberung schädigen und durch ihre Offenheit beschämen.

Langfristig erfolgreiche, gewaltfreie Maßnahmen hingegen, die dem gleichen Ziel dienen, werden von einer friedlich genannten Mehrheit erarbeitet und gefördert.
Jede über das Mittel der Integrationspolitik und der politisch korrekten Debatte erreichte Sonderregelung und jede Zurückhaltung auf Seiten von Politik und Mehrheitsgesellschaft führt in die schleichende Einführung rückständiger bis menschenfeindlicher Moral- und Wertvorstellungen. Manch einer spricht von Islamisierung.

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