Februar 9, 2018 – 24 Shevat 5778
Warum die Journalisten Trump brauchen

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Der Gegenwind der Medien nach einem Jahr Amtszeit macht die Wiederwahl des US-Präsidenten sogar noch wahrscheinlicher  

Von Daniel Greenfield

Präsident Donald Trumps Kommentare in der „New York Times“ Ende 2017 fassten bissig seine Beziehung zu den Medien zusammen: „ Ich werde eine weitere vierjährige Amtszeit gewinnen…weil Zeitungen, das Fernsehen und alle Medienformen eingehen würden, wenn ich nicht da wäre.“

Die Wut und Abneigung der Medien brodelten also noch heißer, weil seine Aussage nicht nur bewusst provokant war, sondern auch noch stimmte. Trump einfach in Ruhe zu lassen, dazu waren die Medien niemals fähig. Ihre Überzeugung, ihn durch ihre Berichterstattung zerstören zu können, erwies sich wiederholt als falsch. Dennoch lassen sie nicht davon ab, ihn mit immer mehr Berichterstattung zu bombardieren. Und das Motiv für die unablässige Berichterstattung war immer das selbstsüchtige Streben nach Zuschauern und Lesern, Klicks und Verkaufszahlen.

Die „New York Times“, die „Washington Post“ und CNN haben alle Hände voll zu tun, Trump-Schlächter zu spielen, während sie in Wirklichkeit weitere vier Jahre steigende Leserschaft, Werbeverkäufe und Profite buchen wollen. Wenige Politiker verstehen diesen Interessenkonflikt besser als Trump, der den Großteil seines Lebens damit verbracht hat, mit den Medien zu spielen.

Heutzutage brauchen die Medien Trump mehr denn je. Ihr früherer Zweck Nachrichten zu berichten, ist so tot wie der Telegraf. Berichterstattung ist teuer. Sie benötigt Infrastruktur und Personal. Gewinn bleibt dabei auf der Strecke. Im Internetzeitalter wollen nur wenige Personen herumsitzen und sinnlose Reporte eines Geschehens ansehen, was vielleicht in der Vergangenheit das Grundnahrungsmittel von Nachrichten und Kabelfernsehen war.

Und virale Nachrichten und Videos wiederzuverwenden kann das Loch nicht vollständig füllen. Eigentliche Mitteilungen berichten die Nachrichten sowieso nicht mehr. Meistens werden sie dazu benutzt, Geschichten zu erfinden, die für Tage oder Wochen ausgeschlachtet werden können. Ob ein verschollenes Flugzeug, #MeToo oder Absprachen mit der Russen – die besten Storys sind teils Geheimnis, Skandal und Thriller. Die Nachricht ist nicht nur fake, sie ist Metafiktion. Sie verwandelt reales Leben in Futter für Fiktion.

Die Medien haben die Spiegelkante überschritten, wo Reality-Fernsehen, Nachstellung von Straftaten und Filmen auf wahren Begebenheiten beruhten. Sie leben und sterben davon, Nachrichten in eine fiktive Story zu verwandeln. Und Storys sind billig. Jedes Nachrichtennetzwerk kann Videos von Mueller (ehemaliger FBI-Chef) zeigen, der langsam einen Hausflur hinabgeht, während ein Panel von Experten diskutiert, was das jüngste „Leak“ für Präsident Trump wirklich bedeutet. Für die Kosten eines Green Screens, einer Limousine und einer kleinen Beförderung kann CNN sein eigenes Drama im Stil von „House of Cards“ kaufen.

Trump ist der Medienstar. Ohne ihn würde CNN wieder verschollenen Flugzeugen nachspüren müssen. Und er hat ein tiefgehendes Verständnis vom Medienbusiness aus der Zeit, in der er die New York City Boulevardpresse gegeneinander ausgespielt hat. Die Boulevarisierung der nationalen Medien ist eine Entwicklung, die die alte Schule der Republikaner verwirrt und verstört zurückgelassen hat. Aber Trump hat die Medien immer als eine Boulevardpresse verstanden, die sich genau wie professionelle Ringkämpfe auf Helden und Schurken spezialisiert hat. Und er weiß auch, dass er die Medien nicht schlagen muss. Er muss sie nur sich selbst schlagen lassen.

Die Kombination von politischer Rage und persönlicher Gier treiben die Medien dazu, ihre eigene Glaubwürdigkeit aufzugeben. Die Medien waren am effektivsten, als sie den objektiven Berichterstatter und neutralen Schiedsrichter spielten. Trumps größter Trick war es, sie zu ihm in den Ring zu locken. Das ist die altbewährte Methode, seine Gegner zu schlagen. Und die Medien haben begierig alle Beherrschung aufgegeben, um ihren schlimmsten Instinkten freien Lauf zu lassen.

Man kann Trump nicht schlagen, wenn man mit ihm in den Ring geht. Aber es macht viel mehr Spaß; und es ist profitabel.

Trumps Bemerkungen für die „New York Times“ verhöhnt sie mit der Wahrheit ihrer Besessenheit von ihm. Hinter der Ideologie steckt Gier. Und die Gier ist stärker als die Ideologie. Die Medien hassen ihn und brauchen ihn. Sie sind von beidem abhängig geworden. Die Not macht den Hass stärker. Und der Hass macht die Not stärker.

Unter Obama haben die Medien acht Jahre gebraucht, um in die Irrelevanz hinabzusinken. Schon vor Trump hat Obama die Medien mit den sozialen Medien umgangen. Die großen Stories lieferten der Presse „Obama Inc.“-Kumpels wie Ben Rhodes oder versteckte politische Schmieranstalten wie Fusion GPS. Selbst die Kernaufgabe, die Linke anzufeuern, wurde bedeutungslos, weil junge „Linke“ die Mainstream-Medien nicht mehr lesen, schauen oder klicken. Die Medien verloren Abnehmer, Geld und Relevanz.

Trump hat die Medien wiederbelebt. Die jungen Linken helfen die Medien zu finanzieren, die ihn angreifen. Und jedes Mal, wenn er die Medien angreift, macht er sie relevanter. Das rituell heuchlerische öffentliche Jammern über die einzigartige Gefahr, die von abfälligen Tweets aus dem Weißen Haus ausgeht, maskiert das geheime Feiern in jedem Newsroom, dass Trump sie wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit befördert hat.

Die Medien drucken nicht mehr umgehend Obamas jüngsten Medienstunt aus seinem Haus oder rennen ihren Storys bei den Hillary-Leuten hinterher, um zu sehen, wieviel schmeichelnder diese sein können; heute geht es darum, hinaus zu gehen und die #Resistance anzuführen, während man durch Reklame einkassiert.
Und das alles verdankt man Trump.

Präsident Trump ist zuversichtlich, dass er die Medien nach seiner Pfeife tanzen lassen kann, denn er versteht, dass sie nur vorgeben von progressiver Tugend getrieben zu werden, wobei ihre eigentliche Motivation die klassischen Laster sind. Die Kernheuchelei der Linken ist der Glaube, dass sie Tugend in der öffentlichen Sphäre und Laster in der privaten haben können.

Medienstars können die ihnen untergebenen Frauen im Privaten begrabschen, so lange sie Planned Parenthood und Linda Sarsour in der Öffentlichkeit applaudieren. Es ist ok, Privatflugzeuge zu fliegen, solange man sich darum bemüht, Plastiktüten abzuschaffen. Reich zu werden ist großartig, wenn man seine Karriere damit verbringt, der Idee entgegenzutreten, dass andere Leute reich werden können. Wenn man #BlackLivesMatter tweetet, dann darf man auch rassistische Witze mit seinen Freunden machen. Es ist eine heuchlerische Linke.

Und die Medien tun so, als ob sie Präsident Trump stürzen könnten, und werden dabei durch die Berichterstattung über ihn reich. Trump nutzte diese Heuchelei, um ins Weiße Haus einzuziehen. Jetzt erzählt er den Medien, dass er es auch ein zweites Mal tun wird. Und die Medien würden es eher bevorzugen, ihn im Weißen Haus zu sehen, als damit aufzuhören, ihm in die Hände zu spielen.

Trump hat die Medien geschlagen, indem er die privaten Motivationen ausgenutzt hat, anstelle sich um die öffentlichen zu kümmern. Und nun verhöhnt er diese Heuchelei auf den Seiten der großen Zeitungen, während sie genauso antworten, wie er es will.
Präsident Trump braucht den Hass der Medien. Und die Medien brauchen ihn, um zu hassen. Trump profitiert politisch von dieser Beziehung, und die Medien profitieren finanziell davon. Die Medienrage gegen Trump beendete Hillarys Karriere, setzte einen Republikaner ins Weiße Haus, entzog Amerika dem Pariser Klimaabkommen, bewerkstelligte das Einreiseverbot für Muslime, anerkannte Jerusalem und hat uns all die anderen Dinge beschert, die die Medien jeden zweiten Tag beweinen. Und die Medien selbst haben dazu beigetragen, dass es geschieht.

Die Medien hätten auch fair, objektiv und sachlich über Trump Bericht erstatten können. Aber dann wären sie bei weitem nicht so berühmt geworden. Es war lukrativer, sich der Rund-um-die-Uhr-Hysterie anzuschließen, um die eigene Leserschaft vom bevorstehenden Weltende zu überzeugen und den jüngsten Schachzug Trumps abzuwarten. Mit jedem Schritt in diese Richtung haben sie das Image des revolutionären Anti-Establishment-Politikers gefördert, der wirklichen Wandel bringt.

Viele Medienikonen haben sich über Trumps Kommentare öffentlich die Mäuler zerrissen, aber sie wissen insgeheim, dass er Recht hat.
Präsident Trump ermöglicht ihnen ihre Arbeit, ihre Gehaltserhöhung und ihr Weihnachtsgeld. Er ist der Grund, warum die Forschungsabteilungen der Medien erweitert werden, anstatt einzugehen. Zeitungen und Netzwerke, die früher abgesunken waren, erzielen wieder Gewinne. CNN kann ca. drei Stunden Berichterstattung aus einem Trump-Tweet rausschlagen. Alles, was sie tun müssen ist, vier „Experten“ die Empörung breittreten zu lassen und dazwischen Werbung einzuspielen.

Das ist kein Journalismus. Aber es erzielt Gewinne.
Die Medien könnten jederzeit aufhören. Alles, was sie tun müssten, ist, ihre Prinzipien über den Profit zu stellen. Selbst wenn es sich um die totalitären politischen Prinzipien der Linken handelt. Aber sie sind zu raffgierig, um aufzuhören. Trump hat die Medien von sich abhängig gemacht.
Präsident Trumpt hat die Medien geschlagen, indem er ihre schlechtesten Impulse gegen sie benutzt. Und er verhöhnt die Medien, indem er ihnen den Spiegel ihrer Motivationen vorhält, und die Lügen aufdeckt, die sie sich selbst erzählen. Medieneliten erinnert er daran, dass sie hinter ihrem Gehabe die linken Ideale verraten und ihm eine Neuwahl bescheren werden.

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