August 7, 2015 – 22 Av 5775
Von der Schönheit jüdischer Familiennamen

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Nur Deutschsprachigen erschließt sich die Poesie von Zuckerberg, Spielberg und Edelstein  

Von Monika Winter

Jüdische Namen wie Rubin, Bernstein oder Goldwasser klingen wie schöne Musik in unseren Ohren. Widmen wir uns der Entstehungsgeschichte dieser jüdischen Namen. Bevor Familiennamen in Europa überhaupt eingeführt wurden, gab es nur Vornamen. Das war unter Juden nicht anders als bei Christen. Gab es in einem Dorf oder einer Stadt dann mehrmals den gleichen Namen, kam es leicht zu Verwechslungen. Deshalb wurde zusätzlich auch der Vorname des Vaters eingeführt. David ben Samuel, also Sohn des Samuel. Die Tochter nannte man dann Dina bat Samuel. Etwa Ende des 18. Jahrhunderts wurde es für Juden in einigen Teilen Europas Vorschrift vererbbare Familiennamen einzuführen.

Mit der Einführung von Familiennamen sollte es zur rechtlichen Gleichstellung mit der christlichen Bevölkerung kommen. Die „rechtliche Gleichstellung“ vollzog sich jedoch nicht durch ein einmaliges staatliches Edikt, sondern war ein langsamer Prozess mit zahlreichen Einzelschritten zwischen 1782 und 1918. Österreich bildete eine positive Ausnahme, es kam 1782 zu der ersten formellen Gleichstellung durch das sogenannte Toleranzpatent. In Preußen wurden Juden erst 1812 zu Staatsbürgern, in Bayern 1813. In der Schweiz wurde den Juden 1866 zwar die Niederlassungsfreiheit gewährt, aber erst 1874 das Recht auf freie Religionsausübung. Da das jüdische Namenssystem für Beamte oft ein Buch mit sieben Siegeln war, wurden von vielen jüdischen Bürgern Familiennamen auf die gleiche oder ähnliche Weise gebildet, wie in der christlichen Umgebung. (...)

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