August 7, 2015 – 22 Av 5775
Vicki Baum und der Unsinn babbelnde Clown

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Zum 55. Todestag  

Am 29. August vor 55 Jahren verstarb Vicki Baum 72-jährig in Hollywood. In den 20er Jahren entwickelte sie sich zur deutschen Erfolgsautorin, deren Werke meist als Unterhaltungsliteratur galten. Sie selbst war jedoch stets bemüht als Autorin ernsthafter Literatur betrachtet zu werden. Eigene Werke, wie die 1922 erschienene Novellensammlung „Die andern Tage“ oder ein Jahr darauf der Roman „Ulle der Zwerg“, die sie dafür hielt, wurden von der Kritik jedoch gegenteilig bewertet. Sie selbst bezeichnete sich als „erstklassige Schriftstellerin zweiter Güte“.

Ihre berufliche Laufbahn begann als Musikerin. Am Wiener Konservatorium lernte sie auf Betreiben ihrer Mutter Harfe spielen, war später das einzige weibliche Mitglied des Wiener Konzertvereins. Frühzeitig interessierte sie sich für das Schreiben. 1909 heiratete sie ihren ersten Mann, den „Kaffeehausliteraten“ Max Prels, von dem sie sich 1913 wieder scheiden ließ. Für ihn schrieb sie regelmäßig Texte, die unter seinem Namen veröffentlicht wurden und Anerkennung fanden. Sie selbst erklärte dazu, ihr Mann litt unter Schreibhemmungen. Andere Zeitgenossen, wie Curt Riess, wussten zu berich- ten, dass Prels schlicht und ergreifend oft zu besoffen war, um Berichte und Ar- tikel termingerecht zu liefern.

Parallel zu ihrem Musikerberuf, erhält sie 1912 ein Engagement in Darmstadt, beschäftigte sich aber weiterhin mit schriftstellerischen Tätigkeiten. 1914 erschien schließlich ihr erster Roman „Frühe Schatten. Das Ende einer Kindheit“ im Berliner Verlag Erich Reiß. Ab 1926 arbeitet sie als Redakteurin und Lektorin im Berliner Ullstein-Verlag, wo bereits 1920 ihr zweiter Roman „Der Eingang zur Bühne“ erschien. Ihren ersten großen Erfolg feierte sie 1928 mit ihrem Roman „Stud. chem. Helene Willfüer“. Mit dem ein Jahr darauf erschienenen Roman „Menschen im Hotel“ gelang ihr auch international der Durchbruch. Bereits 1930 feierte der Roman unter dem Titel „Grand Hotel“ als Theaterstück am Broadway großen Erfolg. Ein Jahr später erlebte der Film „Grand Hotel“ nach Baums Roman seine Premiere in New York.

Vom amerikanischen „Way of Life“ begeistert, siedel- te sie mit ihrer Familie, dem Dirigenten Hans Richard Lert und den beiden Söhnen Wolfgang und Peter 1932 nach Amerika über, wo sie weiterhin erfolgreich als Buchautorin arbeitete. Insgesamt veröffentlichte sie 37 Romane, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden sowie unzählige Erzählungen.

Kindheit und Jugend in Wien
Vicki Baum wurde am 24. Januar 1888 als Hedwig Baum in eine wohlhabende jüdische Familie in Wien geboren. Ihre Kindheit war geprägt von der psychi- schen Erkrankung ihrer Mutter, die zeit- weise in einer psychiatrischen Anstalt untergerbacht war und letztlich 41-jäh- rig an Krebs starb. Ihr Vater zog sich zu- rück und überließ der Tochter die Pflege ihrer Mutter. Sie selbst fühlte sich von ihm als Vater nie wirklich angenommen. Er hätte wohl einen Sohn bevorzugt. (...)

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