Januar 4, 2016 – 23 Tevet 5776
Überleben nach dem Überleben

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Große Hoffnungen für einen Neubeginn  

Von Miriam Magall

Wie sieht die Welt nach 1945 aus? In Palästina? In Europa? In Deutschland? Diese Zeit wird in der Literatur bisher wenig thematisiert. Der Krieg ist zu Ende, in Europa, nicht aber im Nahen Osten. Auf dem Gebiet des zukünftigen Staates Israel beginnt er gerade so richtig. Die Engländer haben das Gebiet gleich zwei Völkern versprochen und damit beide gegen sich aufgebracht. Noch sprechen sie miteinander: der arabische Rechtsanwalt Mahmut Harouni in Jerusalem, der sich einen Staat für Muslime, Juden und Christen wünscht und Jerusalem unter internationaler Verwaltung sehen möchte; David Ben Gurion und Chaim Weizman, später erster Ministerpräsident bzw. erster Präsident des jüdischen Staates. Aktiv werden aber auch Menachem Begin und Ze’ev Jabotinsky, beide Revisionisten, die die Engländer aus dem Land vertreiben möchten, wenn nötig mit Terroranschlägen.

Außerdem sind da nochdie gemäßigte Hagana und der Palmach, beides Vorläufer der späteren israelischen Verteidigungskräfte. Aber auch die den Revisionisten nahestehende Etzel und die Lechi – beides militante Untergrundorganisationen, die sich auf Attentate auf die Engländer spezialisieren – um deren Abzug aus dem Land zu beschleunigen.

Schnell spaltet sich der Jischuw, die jüdische Bevölkerung des Landes, in Anhänger des einen oder des anderen Lagers. Lilya Tova Wasserfall verliert ihren geliebten Ziehbruder Yoram an die Etzel; ein anderer guter Freund, Ofer Kis, wird vor ihren Augen von den Engländern verhaftet. Sie selbst wartet auf ihren großen Einsatz und ist enttäuscht, als sie von Shimon Ben Gedi, ihrem Befehlshaber, stattdessen auf eine in ihren Augen banale Mission nach Europa geschickt wird. (...)

Stephan Abarbanell: „Morgenland. Roman“
Karl Blessing Verlag. München. 2015
459 Seiten, gebunden. 19,00 Euro
ISBN 978-3-89667-517-0

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