„Das Leiden der Unschuldigen“ von Kiko Argüello in der Berliner Philharmonie 


Von Urs Unkauf

Ein besonderes Ereignis im Zeichen des christlich-jüdischen Dialogs fand am Sonntag, den 10. Juni um 20 Uhr in der Berliner Philharmonie statt. Mit der Aufführung der katechetischen Symphonie „Das Leiden der Unschuldigen – Im Gedenken an die Shoah“ wurde dem bundesweit und international angereisten Publikum eine außergewöhnliche Verbindung von musikalischem Schaffen und spiritueller Andacht dargeboten.

Die eindringliche Liturgie von Kiko Argüello wurde mit der Unterstützung zahlreicher katholischer Wohltäter aufgeführt. Mit hochrangigen Vertretern der katholischen Kirche, wie dem Kurienkardinal Paul Josef Cordes, dem emeritierten Erzbischof von Madrid, Antonio María Kardinal Rouco Varela, Berlins Erzbischof Dr. Heiner Koch, dem Bischof von Görlitz, Wolfgang Ipolt, dem Weihbischof von Augsburg, Bischof Florian Wörner, und Prälat Dr. Mitja Leskovar von der Apostolischen Nuntiatur sowie einer Vielzahl von Rabbinern und jüdischen Gläubigen aus ganz Deutschland gedachten 2.300 Teilnehmer der Opfer der Schoah.

Neben den Eminenzen und der Nuntiatur gaben sich auch zahlreiche Exzellenzen die Ehre, dieser feierlichen Gedenkzeremonie beizuwohnen. Die Philharmonie durfte an diesem Abend die Vertreter der diplomatischen Missionen von Polen, Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Italien, Kroatien, Honduras, Nicaragua und Zypern begrüßen.

Die katechetische Symphonie des Künstlers und Gründers des Neokatechumenalen Weges, Kiko Argüello, versteht sich als „Geschenk an das jüdische Volk“, als Hommage an die Opfer der Schoah. Die Komposition entstand 2010, als Kiko Argüello seine existenziellen Erfahrungen mit ungerecht leidenden Menschen in den Baracken von Madrid zum Ausdruck bringen wollte. Das Werk wurde vom 200-köpfigen Chor und Symphonieorchester des Neokatechumenalen Weges unter der Leitung des tschechischen Dirigenten Tomáš Hanus, in Anwesenheit des Komponisten, aufgeführt.

Der Neokatechumenale Weg
Der Neokatechumenale Weg ist ein pastoraler Aufbruch innerhalb der katholischen Kirche, der im Kontext des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) in Madrid entstand. Ein Spezifikum dieses Weges ist die Entdeckung der jüdischen Wurzeln des Christentums und die daraus resultierende Liebe zu den Juden als „ältere Brüder“. In den Gemeinschaften findet sich gleichsam ein gelebter Widerhall der kirchlichen Erklärung Nostra Aetate (1964) des Zweiten Vatikanischen Konzils, das die Haltung der Katholischen Kirche gegenüber dem Judentum neu formulierte und Ausgangspunkt einer immer intensiveren Annäherung unter Johannes Paul II. und Benedikt XVI. war. (…)

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